Erdbeben, Tsunami und Vulkane: Ursachen, Warnzeichen und Prävention
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Erdbeben: Entstehung und Messung
Erdbeben sind Vibrationen, die durch die plötzliche Freisetzung von Energie im Gestein entstehen. Die dabei ausgelösten seismischen Wellen breiten sich in alle Richtungen aus. Der Ort, an dem das Beben seinen Ursprung hat, wird als Hypozentrum (Bebenherd) bezeichnet; die Stelle senkrecht darüber an der Erdoberfläche heißt Epizentrum. Diese Schwingungen werden mit Seismographen gemessen.
Das Ausmaß eines Bebens entspricht der freigesetzten Energie und wird mit der Richterskala angegeben. Jeder Grad auf der Richterskala entspricht etwa dem 31-fachen der freigesetzten Energie.
Wahrnehmbarkeit in unserem Land
Ob ein Erdbeben in unserem Land wahrgenommen werden kann, hängt von mehreren Faktoren ab:
- a) der Lage des Ortes bzw. Gebiets, insbesondere ob es sich in der Nähe einer Plattengrenze befindet;
- b) lokale geologische Merkmale, wie die Anwesenheit bestimmter Materialien, aktive Störungen und deren Ausdehnung;
- c) die seismische Vorgeschichte (Historie) der Region.
Vorbeugung gegen Erdbeben
- a) Gefahrenkartierung (Erdbeben-Gefahrenkarten) ermöglicht die Anpassung präventiver Maßnahmen an lokale Gegebenheiten;
- b) Festlegung und Durchsetzung von Bauvorschriften für seismisch widerstandsfähige Konstruktionen.
Tsunami: Entstehung
Tsunami bezeichnet eine Serie sehr großer Wellen, die durch eine plötzliche Verdrängung großer Wassermassen entstehen, meist als Folge einer tektonischen Bewegung des Meeresbodens.
Entstehung eines Tsunamis:
- 1 - Die ozeanische Lithosphäre wird an einer Subduktionszone an den Meeresboden gedrückt; ein Abschnitt der oberen Platte bleibt dabei blockiert und wird herabgezogen.
- 2 - Die plötzliche Freisetzung dieser Spannung erzeugt ein Erdbeben; der Meeresboden hebt sich abrupt und ein enormes Volumen Wasser wird verdrängt.
- 3 - Die durch die Wasserverdrängung erzeugten Wellen breiten sich in alle Richtungen aus.
- 4 - Durch Reibung mit dem Meeresboden verlangsamt sich die Welle in flacherem Wasser, es kommt zur Aufstauung (Shoaling) und zur Verstärkung der Wellenhöhe.
- 5 - Eine Tsunami-Welle kann mehrere Kilometer ins Landesinnere eindringen und dort schwere Schäden verursachen.
Gefahren eines Vulkanausbruchs
Nach einem Ausbruch können verschiedene Gefahren auftreten:
- a) Effusive Tätigkeit: dünnflüssige Lava fließt ruhig aus dem Krater;
- b) Explosive Tätigkeit: sehr zähflüssige Lava kann Leitungen blockieren, sich ansammeln und zu großen Explosionen führen;
- c) Emission schädlicher Gase;
- d) Bildung von Aschewolken und heißen pyroklastischen Strömen;
- e) Explosionen;
- f) Lahar: schlammartige Schlammlawinen, die Hangmaterial mitreißen;
- g) Lavaströme.
Beobachtete Anzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch
- a) vermehrte, kleine lokale Erdbeben;
- b) Änderungen in der Neigung des Geländes (Deformation);
- c) Anstieg der Temperatur von Wasser in Brunnen;
- d) Zunahme der Gasemissionen.
Einfluss des Menschen: Überschwemmungen
Menschliche Einflüsse können Überschwemmungen begünstigen oder verstärken. Ursachen sind unter anderem:
- a) Besiedlung von Überschwemmungsgebieten;
- b) Entwaldung, die den Wasserabfluss verändert;
- c) Versiegelung des Bodens durch undurchlässige Materialien (z. B. Asphalt), die die Versickerung reduziert;
- d) Arbeiten an Infrastruktur, die natürliche Kanäle und Abflusswege stören.