Die Erde: Dynamik, Risiken und Ressourcen

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1. Die Erde: Ein dynamischer Planet

Die Erde ist ein dynamischer Planet, auf dem ständig Veränderungen stattfinden (einige davon zyklisch, d.h. sie wiederholen sich periodisch):

  • Die Wärme der Sonne erwärmt die Luft. Diese steigt auf und wird durch kältere Luft ersetzt, wodurch atmosphärische Strömungen entstehen. Durch die Erwärmung des Wassers beginnt der Wasserkreislauf (Verdunstung, Niederschlag und Kondensation) und erzeugt ähnlich den atmosphärischen Strömungen auch Meeresströmungen (ozeanisches Förderband).
  • Der Erdkern erwärmt das Innere unseres Planeten. Konvektionsströme entstehen: Kalte Materialien sinken ab, warme steigen auf. Diese Ströme speisen Vulkane, die Kohlenstoff, Schwefel und Stickstoff in die Biosphäre und Atmosphäre freisetzen (wichtig für das Klima).

Die Dynamik der Erde beeinflusst Temperatur- und Klimaveränderungen in der Biosphäre, was in der Vergangenheit zu massiven Aussterbeereignissen geführt hat.

2. Risiken der Erd-Dynamik

a) Regenbedingte Gefahren

Überschwemmungen sind die Naturphänomene, die die meisten Opfer fordern. Regen führt zu Erosion und Bodenverarmung. Erdrutsche können durch starke Regenfälle ausgelöst werden. In Gebieten mit dichter Vegetation wird der Regen vom Boden absorbiert, was seine nachteiligen Auswirkungen begrenzt.

b) Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche

  • Erdbeben: Entstehen durch Bewegungen der Lithosphärenplatten und erzeugen Vibrationen des Bodens. Diese können zum Einsturz von Gebäuden führen. Es gibt Bauverfahren, die die Auswirkungen begrenzen.
  • Tsunamis: Meereswellen, die durch plötzliche Verformungen des Meeresbodens verursacht werden (z.B. durch unterseeische Erdrutsche). Diese Wellen bewegen sich mit hoher Geschwindigkeit, sind anfangs nicht sehr hoch (ca. 1 m), aber sehr lang. An der Küste türmt sich das Wasser zu Höhen von 10-15 m auf.
  • Vulkanausbrüche: Produzieren Lavaströme, die normalerweise nicht gefährlich sind. Gefährlich wird es, wenn plötzlich Gase freigesetzt werden, die sehr heiße Wolken bilden (glühende Lawinen) oder sich mit Wasser zu Schlammströmen vermischen.

3. Wissenschaft: Vorhersage und Prävention

  • Meteorologen: Sagen das Wetter voraus (immer präziser) und liefern nützliche Warnungen vor ungünstigen Bedingungen (Schnee, Stürme, Überschwemmungen usw.).
  • Seismologen: Untersuchen Bewegungen der Erdkruste, identifizieren Gebiete mit hohem Erdbebenrisiko und geben Empfehlungen für erdbebensicheres Bauen.
  • Vulkanologen: Erstellen vulkanische Gefahrenkarten und informieren die Bevölkerung in vulkanischen Gebieten.
  • Meeresforscher: Untersuchen Struktur, Flora und Fauna der Ozeane und entwickeln Systeme zur Erkennung von Tsunamis.

Risikokarten zeigen Gebiete, in denen eine gewisse Wahrscheinlichkeit für zerstörerische Naturereignisse besteht. Sie müssen bei der Planung von Bauvorhaben (Wohnungen, öffentliche Einrichtungen usw.) berücksichtigt werden.

4. Die Nutzung der Erde durch den Menschen

Der Mensch nutzt die Ressourcen der Erde (Nahrung, Wasser, Baumaterialien, Energie). Es ist wichtig, sich bewusst zu sein, dass diese Ressourcen begrenzt sind.

a) Ressourcen

Ressourcen sind Lagerstätten von Gesteinen, Mineralien und Metallen, die noch nicht ausgebeutet wurden. Sie bleiben relevant, wenn ein Material knapp wird oder sein Preis steigt.

b) Das Problem der Ernährung

Die industrielle Revolution führte zu einem Bevölkerungswachstum und damit zu einer erhöhten Nachfrage nach Nahrungsmitteln. Dies wurde zunächst durch die Umwandlung von Wäldern in Ackerland gelöst. Die "Grüne Revolution" (Mitte des 20. Jahrhunderts) steigerte die landwirtschaftliche Produktivität durch Mechanisierung und den Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden. Gegenwärtig werden weitere Studien mit transgenen Pflanzen durchgeführt, um die Produktivität zu steigern. Weltweit hungern 800 Millionen Menschen.

  • Überfischung: Fischfang in einem Tempo, das die natürliche Vermehrung übersteigt. Ein Drittel der seit 1950 befischten Arten ist vom Aussterben bedroht.
  • Entwaldung: Das Abholzen von Bäumen, um Platz für Ackerland, Städte, Verkehrswege usw. zu schaffen. Entwaldung erhöht das Risiko von Erosion und Wüstenbildung.
  • Forstwirtschaft: Die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern.

c) Das Problem der Wasserknappheit

Wasser ist eine begrenzte Ressource. Übernutzung führt zur Verarmung der Grundwasserleiter. Die Verfügbarkeit von Wasser kann durch den Bau von Stauseen, Kläranlagen, Entsalzungsanlagen und die Wiederverwendung von Abwasser verbessert werden.

d) Energiequellen

Energiequellen sind:

  • Wasserkraft: Stauseen speichern Wasser, das Turbinen antreibt. Diese erzeugen durch die Bewegung zwischen einem Magneten und einem Leiter elektrischen Strom.
    • Vorteile: Stauseen können zur Trinkwasserversorgung, Bewässerung und Stromerzeugung genutzt werden. Dämme verhindern gefährliche Überschwemmungen.
    • Nachteile: Überflutung von Ufergebieten, Destabilisierung von Deltas und Beeinträchtigung des Lebens im Wasser.
  • Kernkraft: Kernspaltungsreaktionen (Aufbrechen von Atomkernen) setzen Wärme frei, die Wasser erhitzt. Der Dampf treibt Turbinen an, die Strom erzeugen.
    • Vorteile: Hohe Energieproduktion aus kleinen Brennstoffmengen.
    • Nachteile: Es entstehen radioaktive Abfälle, die sehr gefährlich und langlebig sind.
  • Windkraft: Der Wind bewegt die Flügel von Windrädern, die Turbinen antreiben und Strom erzeugen.
    • Vorteile: Saubere und erneuerbare Energie.
    • Nachteile: Die Energieeffizienz ist gering.
  • Solarenergie: Die Wärme der Sonne wird in Sonnenkollektoren direkt in Energie umgewandelt oder verdampft Wasser, dessen Dampf Turbinen antreibt.
    • Vorteile: Erneuerbare und saubere Energie.
    • Nachteile: Die Energieeffizienz ist gering.
  • Biokraftstoffe: Brennbare Produkte, die aus Biomasse hergestellt werden.
    • Vorteile: Können Erdöl ersetzen.
    • Nachteile: Anbauflächen für Biokraftstoffe konkurrieren mit der Nahrungsmittelproduktion, was zu Preissteigerungen führen kann. Außerdem entstehen Emissionen.
  • Wasserstoff: Wasserstoff (H2) reagiert mit Sauerstoff (O2) und erzeugt Wasser und Energie. Der Sauerstoff wird aus der Luft gewonnen, der Wasserstoff durch Zersetzung von Wasser mit Hilfe von Sonnenkollektoren.
    • Vorteile: Erneuerbare und saubere Energie.
    • Nachteile: Die zur Wasserspaltung verwendeten Sonnenkollektoren sind teuer und wenig effizient.

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