Das Erechtheion: Architektur und Geschichte der Akropolis
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Das Erechtheion
a) Historischer Hintergrund
Das Erechtheion wurde im 5. Jahrhundert v. Chr. (421–405 v. Chr.) erbaut und zählt zu den bedeutendsten Bauwerken der klassischen Antike. Es befindet sich auf der Akropolis von Athen.
Das Erechtheion liegt am nördlichen Ende der Akropolis. Mit dem Entwurf wurde vermutlich Mnesikles betraut. Die erste Bauphase begann im Jahr 421 v. Chr. infolge des Friedens von Nikias. Nach der Wiederaufnahme des Krieges wurden die Arbeiten unterbrochen und erst 409 v. Chr. fortgesetzt, bis das Gebäude im Jahr 406 v. Chr. fertiggestellt wurde.
Es ist einer der bedeutendsten griechischen Tempel im ionischen Stil, der unter Perikles im Rahmen des Wiederaufbaus der von den Persern zerstörten Akropolis errichtet wurde. Der Tempel war Poseidon und Athene sowie dem mythischen König Erechtheus geweiht, der die Verehrung der Athene einführte und die Panathenäischen Spiele gründete. Sein Grab soll sich an der Stelle des Erechtheions befinden.
b) Architektur und Stil
Das Werk ist dem ionischen Stil zuzuordnen, der sich durch Kapitelle mit Voluten und ein ionisches Gebälk mit glattem Fries auszeichnet.
Die Karyatiden
Eine Besonderheit ist die Art der Stützen: die sogenannten Karyatiden. Dabei handelt es sich um tragende Elemente in Form von weiblichen Figuren. Die Figuren sind so gestaltet, dass sie das jeweils innere Bein beugen. Es gibt insgesamt sechs Figuren, wobei vier in der ersten Reihe stehen und zwei dahinter den Raum abschließen, in dem sich das Grab des Kekrops befindet. Alle Karyatiden blicken in Richtung des Parthenon.
- Die sechs Figuren unterscheiden sich in Details.
- Sie tragen einen Peplos und einen Gürtel.
- Das Gewicht ruht jeweils auf dem Bein, das am weitesten von der Achse des Gebäudes entfernt ist, während das andere Bein entspannt ist.
- Lange Zöpfe über den Schultern verstärken den Halsbereich und bieten eine breite Auflagefläche für das Kapitell.
- Fünf der Originalfiguren sind erhalten; eine wurde von Lord Elgin entfernt (heute im British Museum) und durch einen Abguss ersetzt. Die Figuren werden oft dem Bildhauer Kallimachos zugeschrieben.
Alle Figuren zeigen ein anmutiges Kontrapost, das die vertikale Achse bricht. Die Hände sind nicht erhalten, trugen jedoch vermutlich liturgische Gegenstände.
Bauliche Merkmale
Das ionische Gebälk besteht aus:
- Architrav: Bestehend aus drei horizontalen Bändern.
- Fries: Ein glattes Band, das ursprünglich mit Reliefs verziert war.
- Gesims: Gebildet durch eine obere, geschwungene Formgebung und ein unteres gerades Element.
An der Vorderseite stützt ein Satteldach die Giebel, deren Innenflächen (Tympanon) einst plastischen Schmuck trugen. Das Dach des Tempelinnenraums war als Balkendecke konstruiert.
Die wichtigsten formalen Elemente sind die ionischen Kapitelle mit Voluten, die kannelierten Säulenschäfte und die attischen Basen. Die Reliefs und die berühmte Karyatidenhalle bilden die gestalterischen Höhepunkte des Bauwerks.