Ernährungswissenschaftliche Aspekte der Entwicklung
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5. Ernährungswissenschaftliche Aspekte
Die Auswirkungen schlechter Ernährung oder Mangelernährung auf die körperliche und motorische Entwicklung müssen berücksichtigt werden. Bei Unterernährung sind folgende Faktoren entscheidend:
- Zeitpunkt des Auftretens
- Schwere der Unterernährung (höhere Schwere führt zu schlechterer körperlicher Entwicklung)
- Dauer dieser Periode (kurzzeitige Elastizität)
Mädchen halten aufgrund ihrer stabileren Wachstumsrate (Crecimiento) den Auswirkungen von Unterernährung besser stand. Hauptsächlich beeinflusst ein Defizit an Protein und Kalzium in der mütterlichen Ernährung die fötale Entwicklung. Sowohl ein Überschuss als auch ein Defizit an Nährstoffen kann gesundheitliche Folgen wie Rachitis oder Adipositas haben.
5.1. Mangelernährung (MN)
Mangelernährung kann folgende Bereiche beeinflussen:
- Die Wachstumsrate
- Die endgültige Körpergröße
- Die Zusammensetzung der verschiedenen Gewebe
- Das Eintreten bestimmter Reifungsindizes (z. B. die Menarche)
Besonders abträgliche Wirkungen zeigen sich in den ersten 1,5 Lebensjahren, die von zentraler Bedeutung sind. Mädchen besitzen eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber Unterernährung als Jungen. Mangelernährung beeinflusst biologische Parameter sowie motorische und Verhaltensstörungen, darunter den Intellekt, die Zuneigung oder das soziale Verhalten. Zudem kann Mangelernährung die Erholungskapazität (Catch-up-Wachstum nach einem Zeitraum von Mangelernährung) beeinträchtigen.
5.2. Adipositas bei Kindern und Jugendlichen
Das Neugeborene weist eine Fettzusammensetzung von etwa 16 % auf. Evolutiv erscheinen Fettzellen in der frühen Kindheit und Jugend. Fettzellen dienen dazu, Energie zu speichern, den Wärmeverlust zu verringern und Körperwärme zu generieren. Heutzutage wirkt sich überschüssiges Fett negativ auf die körperliche Leistungsfähigkeit aus.
Die Diagnose von Übergewicht und Adipositas erfolgt durch Ernährungsindizes, die Messung von Hautfalten und anthropometrische Daten. Frauen weisen tendenziell einen höheren prozentualen Fettanteil als Männer auf. Die Ätiologie der Adipositas umfasst hormonelle Veränderungen, Störungen des Hypothalamus sowie metabolische und psychologische Faktoren. Die Hauptursache ist jedoch Hyperphagie (übermäßige Nahrungsaufnahme) kombiniert mit körperlicher Inaktivität.
Zusätzliche Faktoren sind Ernährungsfehler (wie der Zwang zum „letzten Bissen“), mangelnde Sportpraxis sowie die negativen Auswirkungen von Bewegungsmangel durch langes Lernen oder Fernsehen. Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass übergewichtige Kinder zu fettleibigen Erwachsenen werden und an Erkrankungen der Atmung, des Kreislaufs oder der Haut leiden. Übergewicht liegt vor, wenn das entsprechende Gewicht für die Körpergröße um 15 % überschritten wird; von Adipositas spricht man bei einer Überschreitung von über 30 %.
5.3. Zyklus der Ablehnung bei Übergewicht
Nach Scheider (1985) gibt es einen Teufelskreis der Ablehnung und ein negatives Körperbild bei Fettleibigkeit:
- Ablehnung körperlicher Aktivität
- Erhöhte Nahrungsaufnahme als emotionale Entschädigung
- Soziale Isolation
- Geringes Selbstwertgefühl
- Ablehnung durch Gleichaltrige (Peers)
- Familiärer Druck
- Beeinträchtigung des Körperbildes