Essstörungen im Sport: Ursachen, Risiken und Prävention

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Anorexie und Bulimie: Definitionen

Anorexia nervosa: Dies ist eine Essstörung, die durch ein extrem niedriges Körpergewicht und eine verzerrte Wahrnehmung des eigenen Körpers gekennzeichnet ist und zu einem lebensbedrohlichen Zustand des Hungerns führt.

Bulimia nervosa: Bulimie ist eine psychische Essstörung. Betroffene leiden unter Essanfällen, bei denen sie in kurzer Zeit große Mengen Nahrung zu sich nehmen (was kurzzeitig ein Wohlbefinden auslöst). Anschließend versuchen sie, die Kalorienzufuhr durch Erbrechen, Fasten, übermäßige sportliche Betätigung oder den Missbrauch von Abführmitteln auszugleichen.

Folgen von Essstörungen

  • Herzrhythmusstörungen und starker Gewichtsverlust
  • Muskelschwäche, Haarausfall und Immundysfunktion
  • Blässe, eingefallene Augen, Osteoporose und Verstopfung
  • Kopfschmerzen und brüchige Nägel

Ursachen

Gefühle der Unzulänglichkeit, geringes Selbstwertgefühl, Angst, Wut oder Einsamkeit können die Entwicklung begünstigen. Auch schwierige Beziehungen, Hänseleien bezüglich des Gewichts sowie gesellschaftlicher Druck, der Schlankheit mit Schönheit gleichsetzt, spielen eine wesentliche Rolle.

Essstörungen im Sport

Besonders in Sportarten mit Gewichtsklassen, ästhetischen Anforderungen (z. B. Turnen, Eiskunstlauf) oder Ausdauersportarten ist das Risiko erhöht, da ein geringes Körpergewicht oft als leistungsfördernd oder ästhetisch vorteilhaft angesehen wird.

Risikofaktoren im sportlichen Umfeld

  • Körperunzufriedenheit: Druck durch Trainer oder das Umfeld, ein bestimmtes „Schlankheitsideal“ für die Leistung zu erreichen.
  • Frühe Spezialisierung: Hoher Wettbewerbsdruck und steigende Trainingsvolumina bei gleichzeitigen Diätvorschriften.
  • Ungesunde Methoden zur Gewichtsabnahme: Nutzung von Saunen, Plastikkleidung, Abführmitteln, Diuretika, induziertem Erbrechen oder exzessivem Training.
  • Traumatische Erlebnisse: Abfällige Bemerkungen über den Körper durch Trainer oder Mitathleten.

Das Umfeld des Athleten

Familiäre Einflüsse

Schlechte Kommunikation, elterliche Überbehütung, überhöhte Erwartungen, Depressionen oder Alkoholismus in der Familie sowie Erfahrungen mit sexuellem oder körperlichem Missbrauch sind kritische Faktoren.

Rollen von Trainern und Peers

Ein autoritärer Trainer kann den Druck erhöhen, während ein demokratischer, dialogorientierter Trainer präventiv wirken kann. Auch die Rolle der Teamkollegen (Peers) ist entscheidend für das psychische Wohlbefinden.

Prävention und Intervention

Richtlinien für ein gesundes Gewichtsmanagement

  • Festlegung realistischer Gewichtsziele basierend auf dem Körperfettanteil und der biologischen Reife.
  • Förderung einer ausgewogenen Ernährung statt ungesunder Abnehmmethoden.
  • Bereitstellung emotionaler und psychologischer Unterstützung bei Stress durch Gewichtsreduktion.
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit medizinischen Fachkräften.

Intervention durch körperliche Aktivität

Bei Patienten mit Bulimie oder Anorexie kann Sport in Form von moderater körperlicher Aktivität (z. B. Stretching, Entspannungsübungen oder spielerische Bewegung) unterstützend wirken, sofern dies unter therapeutischer Aufsicht geschieht.

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