Die Etablierung der NS-Diktatur und der Holocaust

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Der Weg in die NS-Diktatur

Mit dem Zusammenbruch der Weimarer Republik und der Ernennung von Präsidialkabinetten durch Reichspräsident Paul von Hindenburg verlor die parlamentarische Demokratie in Deutschland Anfang der 1930er-Jahre an Macht. Am 30. Januar 1933 ernannte Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler, was den Beginn der NS-Diktatur markierte. Danach setzte Hitler Neuwahlen für den 5. März 1933 an, um die Machtbasis der NSDAP zu stärken. In einer Koalition mit der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) erreichte die NSDAP jedoch nur 45,7 % der Stimmen und damit keine absolute Mehrheit.

Reichstagsbrand und Notverordnungen

Am 27. Februar 1933 brannte der Reichstag. Der Kommunist Marinus van der Lubbe hatte ihn in Brand gesteckt, und Hitler nutzte das Ereignis, um die Reichstagsbrandverordnung durchzusetzen. Diese Notverordnung vom 28. Februar hob Grundrechte auf und ermöglichte der Regierung, politische Gegner zu verfolgen und die NS-Diktatur durchzusetzen. Hermann Göring wurde kurz darauf Innenminister von Preußen, und die SA wurde zur Hilfspolizei ernannt, was den Nationalsozialisten eine quasi-staatliche Gewaltbasis verschaffte. Am 21. März 1933 inszenierte Hitler den „Tag von Potsdam“, ein Treffen mit Hindenburg (wo er sich bei ihm bedankte), um die konservativen Eliten zu gewinnen.

Ermächtigungsgesetz und totale Kontrolle

Am 24. März 1933 verabschiedete der Reichstag das Ermächtigungsgesetz, das Hitler gesetzgeberische Vollmachten übertrug und damit das Parlament entmachtete. Nach dem Tod Hindenburgs am 2. August 1934 vereinte Hitler die Ämter des Reichskanzlers und Reichspräsidenten und wurde „Führer und Reichskanzler“. Hitler übernahm dann die Kontrolle über das Militär. Durch die Gleichschaltung unterwarf Hitler schließlich alle gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Institutionen der NS-Ideologie. Mit dieser totalen Kontrolle über den Staat war die NS-Diktatur vollständig etabliert.

Chronologie der Judenverfolgung und Vernichtung

  • 1933: Beginn der Diskriminierung
    • Boykott jüdischer Geschäfte, Ärzte und Anwälte.
    • Erste Gesetze zur Einschränkung der Rechte von Juden.
  • 1935: Nürnberger Gesetze
    • Entzug der Staatsbürgerschaft für Juden.
    • Verbot von Ehen und Beziehungen zwischen Juden und „Ariern“.
    • Ziel: soziale und rechtliche Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung.
  • 1938: Reichspogromnacht („Kristallnacht“)
    • Zerstörung von Synagogen, jüdischen Geschäften und Wohnungen.
    • Verhaftung und Ermordung zahlreicher Juden.
    • Deutliche Eskalation der Gewalt und Repression.
  • 1939–1941: Ghettoisierung und Isolierung
    • Zwangsansiedlung von Juden in Ghettos, besonders in besetzten Gebieten (Polen).
    • Ghettos waren überfüllt, und es herrschten katastrophale Lebensbedingungen.
  • 1941: „Endlösung der Judenfrage“
    • Systematische Vernichtung der jüdischen Bevölkerung geplant.
    • Massenerschießungen durch Einsatzgruppen in Osteuropa.
  • 1942: Wannsee-Konferenz
    • Offizielle Festlegung des Plans zur Vernichtung aller europäischen Juden.
  • Vernichtungslager
    • Errichtung von Lagern wie Auschwitz, Treblinka und Sobibor zur systematischen Ermordung.

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