Ethik, Freiheit und Verantwortung: Eine Einführung
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Was Ethik ist: Sie ist das Studium des moralischen Handelns, die Untersuchung der menschlichen Beziehungen im Hinblick auf das Gute und, in dessen Ermangelung, das Böse. Das Gute zu erkennen, ist eine Eigenschaft, die der Mensch besitzen sollte. Je nach der Lehre vom Menschen, so gilt die Ethik. Am bekanntesten ist jene, in der der Mensch die Natur erkennt; Ethik bedeutet, was gut für ihn und für andere ist, während das Böse gegen den Eigenwert an sich verstößt. Es gibt keine Ethik ohne Definition von Gut und Böse. Ebenso gibt es keine Ethik ohne Freiheit. Dass der Mensch an sich gut ist, ist nicht unbedingt wahr: Er muss sich durch seinen freien Willen dazu entscheiden.
Die Goldene Regel und das ethische Minimum
- 1. Ethik setzt Freiheit und Verantwortung voraus: Menschen führen Handlungen aus, die niemals gleichgültig sind, sondern entweder gut oder schlecht. In diesem Sinne sagt man, dass jeder Mensch „die Tochter seiner Taten“ ist.
- 2. Die Goldene Regel: In vielen Kulturen und im Laufe der Geschichte hat man sich auf die Wahrheit dieser allgemeinen Bestimmung geeinigt, die sogenannte Goldene Regel: „Was du nicht willst, dass man dir tu', das füg' auch keinem andern zu.“ Konfuzius, der 500 v. Chr. lebte, lehrte dies ebenso wie Christus. Die Anwendung dieser Regel entlarvt die Bosheit von Lügen, Diebstahl, Betrug, Körperverletzung, Vergewaltigung und Mord. Unter bestimmten Umständen mag es einer Person nicht ganz klar sein, dass sie Böses tut, aber jeder ist sich des Bösen vollkommen bewusst, das ihm selbst angetan wird. Es ist nicht schwer zu wissen, was richtig und falsch ist: Wenn man das Opfer ist, weiß man es genau.
Freiheit und Verantwortung des Menschen
Die Verteidigung der Freiheit des Menschen hat sich durch die gesamte Geschichte gezogen. Freiheit in ihrer gesellschaftlichen Dimension übersetzt sich in wesentliche Freiheiten für ein erfülltes Leben: Gewissens-, Informations-, Bildungs-, Versammlungs- und Bewegungsfreiheit. Im Sinne des Wörterbuchs ist Freiheit die natürliche Fähigkeit, die ein Mensch besitzt, um auf die eine oder andere Weise zu handeln oder nicht zu handeln, wobei er für seine Handlungen verantwortlich ist. Der freie Wille ist eine Besonderheit des Menschseins. Tiere werden programmiert geboren, Menschen hingegen frei.
Grundfreiheit und die Würde des Menschen
Das menschliche Wesen ist konstitutiv ein freies Wesen, ebenso wie es intelligent ist und eine Würde besitzt, die es zu einem Selbstzweck macht. Der Mensch wird nicht befreit, sondern der Mensch ist frei, weil er ein Mensch ist. Dies ist die grundlegende und innere Freiheit. Die innere Freiheit ist die Grundlage der Menschenrechte.
Positive und negative Freiheit
- 1. Positive Freiheit (Freier Wille): Sie richtet sich auf die Innerlichkeit des Subjekts. Es ist die Fähigkeit, zwischen den verschiedenen Möglichkeiten zu entscheiden, die in einer konkreten Situation angeboten werden. Diese Fähigkeit zur Entscheidung ist nicht determiniert. Diese Art der Freiheit ist positiv und wird auch als freier Wille bezeichnet.
- 2. Negative Freiheit (Handlungsfreiheit): Sie betrifft die Äußerlichkeit des Subjekts. Sie besteht in der Abwesenheit äußerer Hindernisse, die das Handeln behindern. Diese Art der Freiheit ist negativ und wird auch als „Freiheit von Zwang“ definiert.
Ethik, Freiheit und die Reife des Handelns
Die ethischen Prinzipien sind das Objekt der freien Wahl. Ohne Freiheit gibt es keine Ethik. Die Ethik der Freiheit ist zugleich die Ethik der Verantwortung. Wenn wir frei in unseren Handlungen sind, müssen wir für deren Folgen einstehen. Wir entziehen uns nicht der Zuständigkeit anderer: Wer sät, der erntet. Es gibt keinen begründeten Zweifel an der eigenen Verantwortung; oft ist es eine Frage des Mutes, sich nicht in der Anonymität zu verstecken. Dies ist ein wahres Zeichen von Reife.