Ethik-Modelle: Epikureismus, Utilitarismus & Regelethik
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Epikureismus: Die Suche nach Glück und Autarkie
Der von Epikur begründete Epikureismus besagt, dass der weise Mann nach Autarkie (Selbstgenügsamkeit) strebt. Glück wird durch Vergnügen, Lust und die Vermeidung von Schmerz erreicht. Um die Freude zu entdecken, ist eine empirische Untersuchung der Motive menschlichen Verhaltens notwendig. Die grundlegende Maxime lautet: „Gemäß der Natur leben“. Es handelt sich um eine Ethik des Naturzustandes.
Der weise Mann ist vorsichtig, gemäßigt glücklich und sehr tugendhaft, weil er zu genießen weiß. Die moralische Vernunft ist hierbei berechnend. Der Weise schätzt Aktivitäten, die mehr Freude und weniger Schmerz bereiten, und organisiert sein Leben so, dass die kalkulierten Freuden intensiver und dauerhafter sind. Die Moral wird als die Kunst des glücklichen Lebens verstanden.
Utilitarismus: Das Prinzip des größten Glücks
Utilitarismus definiert Nutzen als die Eigenschaft eines Objekts, Freude oder Glück hervorzubringen. Gute moralische Handlungen führen zum Glück der anderen; es ist eine Theorie der kollektiven Freude und des kollektiven Glücks. Sympathie bedeutet hier, den Wunsch jedes Menschen nach Freude als Motiv für das Erreichen von Glück zu verstehen.
Das Prinzip der Moral und das rationale Kriterium für Entscheidungen ist das maximal mögliche Glück für die größtmögliche Zahl von Menschen. Handlungen werden danach beurteilt, ob sie die Freude steigern oder verringern. Dabei werden Freuden qualitativ unterschieden (höhere und niedere Freuden). Der Utilitarismus behauptet, dass Menschen in einer Gesellschaft zusammenarbeiten, um mehr Wohlstand und Glück zu generieren.
Handlungs- und Regelutilitarismus
- Akt-Utilitarismus (Verantwortung und Konsequenzen): Erfordert die Beurteilung der Richtigkeit jeder einzelnen Aktion anhand ihrer Folgen.
- Regel-Utilitarismus (Absicht oder Überzeugung): Erfordert die Prüfung, ob eine Handlung den moralischen Regeln entspricht.
Regelethik: Die Pflicht bei Immanuel Kant
Immanuel Kant ist der Hauptvertreter der Regelethik. Für ihn geht es in der Ethik darum, formale Eigenschaften zu finden und allgemeingültige, rationale Prinzipien zu erkennen. Laut Kant suchen materiale Ethiken die Begründung menschlichen Handelns fälschlicherweise in der Theologie, Ontologie oder Soziologie. Solche Ansätze betrachten den Menschen als passiv und sind unfähig, ihn als freies Wesen zu erklären, das seine eigenen Gesetze und Zwecke setzt.
Die menschliche Handlung wird durch ein Gut bestimmt, das vorgegeben ist und vor dem man sich passiv verhält. Die Erfahrung sagt uns zwar, was ist, aber nicht, was sein sollte; zudem ist sie subjektiv. Nach Kant muss die Ethik bei der Pflicht beginnen, nicht beim „Guten“. Die Quelle der Moral liegt in der Erfüllung der moralischen Pflicht; das sittlich Gute ist die Bereitschaft, diese zu erfüllen.
Der Kategorische Imperativ
Das moralische Gesetz gebietet, dass der Wille der Form des kategorischen Imperativs folgt. Im Gegensatz zum hypothetischen Imperativ, der nur gilt, wenn man ein bestimmtes Ziel erreichen will, ist der kategorische Imperativ eine unbedingte Verpflichtung. Kants Grundfrage der Ethik lautet: „Was soll ich tun?“.
Da moralische Pflichten in Regeln ausgedrückt werden, stellt sich die Frage, welche Voraussetzungen eine moralische Norm erfüllen muss, damit sie als solche verpflichtet. Dieser Beweis der Universalität scheint so selbstverständlich, dass die Moral darauf basiert. Der gute Wille unterwirft sich der moralischen Verpflichtung durch den kategorischen Imperativ. Eine solche zwingende Pflicht äußert sich dadurch, dass sie rein um ihrer selbst willen befolgt wird. Handeln aus Pflicht bedeutet, moralisch zu handeln. Dieser Imperativ ist formal und besagt, dass der Wille nach universellen, gesetzgebenden Überlegungen handeln muss.