Ethik, Moral und menschliches Handeln: Werte und Tugenden

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Grundlagen der Ethik und Moral

Definition und philosophische Einordnung

Ethik befasst sich mit Fragen des „Guten“ und „Bösen“, der Verpflichtung, Verbindlichkeit und moralischen Verantwortung.

Divisionen der Philosophie

  • Probleme der Erkenntnis: Logik, Erkenntnistheorie.
  • Probleme des Seins/Selbst: Kosmologie, Anthropologie, Metaphysik.
  • Werteprobleme (Axiologie): Ethik, Axiologie.

Ethik und verwandte Wissenschaften

Die Ethik steht in enger Verbindung mit:

  • Anthropologie
  • Psychologie
  • Soziologie
  • Wirtschaft
  • Politik
  • Recht

Die moralische Dimension und das Handeln

Moral und Verhaltensregeln

Die moralische Dimension (Moral) ist die Gesamtheit der Verhaltensregeln einer Gemeinschaft, bewertet aus der Sicht „guter“ oder „böser“ Taten.

Charakteristika moralischen Handelns

Moralisches Handeln ist eine Art des Verhaltens (Psychologie) und eine wichtige soziale Tatsache (Soziologie und Kulturanthropologie).

Moralisches Handeln ist immer mit einem „Sollen“ und einem „Wert“ verbunden. Die moralischen Prinzipien sind in der Regel universell. Alle moralischen Taten werden von moralischen Gefühlen wie Zufriedenheit, Schuld oder Reue begleitet.

Der Prozess der Sozialisation

Das soziale Umfeld beeinflusst die Moral des Einzelnen und vermittelt aktiv die sozialen Systeme (moralische Kodizes, Standards).

Arten der Moral und menschliche Akte

Allgemeine und Spezielle Moral

  • Allgemeine Moral: Untersucht die grundlegenden Prinzipien, die menschliches Handeln bestimmen (Endziel, moralisches Gesetz, Gewissen, Tugend).
  • Spezielle (Soziale) Moral: Wendet diese Grundsätze auf das menschliche Leben in der Gesellschaft an. Wichtige Themen sind: Familie und das Gemeinwohl der Gesellschaft.

Menschliche Handlungen vs. Unfreiwillige Akte

Menschliche Handlungen (Willensakte): Dies sind einzelne Handlungen, die wissentlich und freiwillig durchgeführt werden und für die der Mensch verantwortlich ist. Der Mensch ist dominant, kontrolliert bewusst und will absichtlich.

Unfreiwillige Handlungen: Handlungen, die eine Person ausführt, die sie jedoch nicht bewusst kontrolliert oder willentlich ausführt. Für diese Handlungen besteht keine Verantwortung.

Amoralisch vs. Unmoralisch

  • Amoralisch: Eine Person, die ohne Grundsätze des Verhaltens handelt.
  • Unmoralisch: Eine Person, die Prinzipien kennt, aber nicht entsprechend handelt.

Werte und Tugenden

Klassifikation der Werte nach Ortega y Gasset

Zu den Werten zählen:

  • Religiöse Werte
  • Spirituelle Werte
  • Vitale Werte
  • Versorgungsgüter (Nützliche Werte)

Die Wertehierarchie (Werteskala)

Die Werte werden wie folgt eingestuft:

  • Höhere Werte (Zweckwerte):
    • Der Glaube: Religiöse Werte
    • Das Richtige/Gerechte: Moralische Werte
    • Schönheit, Wahrheit: Ästhetische und Intellektuelle Werte
  • Mittlere Werte (Instrumentelle Werte):
    • Gesundheit: Vitale Werte
    • Das Nützliche: Instrumentelle Werte
  • Niedrigere Werte:
    • Das Angenehme: Sensorische Werte

Kardinaltugenden und Theologale Tugenden

Die Kardinaltugenden sind das Fundament aller moralischen Tugenden:

  • Klugheit (Prudence): Die Fähigkeit, in einer bestimmten Situation die richtige Entscheidung zu treffen.
  • Gerechtigkeit (Justice): Die Fähigkeit, den wahren guten Willen zu orientieren.
  • Tapferkeit (Fortaleza): Nicht nachzulassen im Streben nach dem wirklich Guten.
  • Mäßigung (Temperance): Die Fähigkeit, sich nicht von der Verlockung des Angenehmen beeinflussen zu lassen.

Die Theologalen Tugenden haben Gott als direktes Ziel: Glaube, Hoffnung, Liebe.

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