Ethik und Politik: Die Sichtweisen von Platon und Aristoteles

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Platon: Ethik und die ideale Polis

Platon unterstreicht in seinem Werk Der Staat (*Politeia*) die notwendige Beziehung zwischen Ethik und Politik. Er begründet damit die Ethik des menschlichen Maßes und die Gerechtigkeit der sozialen Organisation.

Die Erkenntnis des Guten als Grundlage

  • Sowohl die Ethik als auch das Recht hängen von der Erkenntnis des Guten ab.
  • Die Existenz des Guten ist nur möglich, wenn die Vernunft in der menschlichen Seele vorherrscht und Philosophen den Staat regieren.

Der Staat und die Seele

Dieser ideale Zustand sucht das Glück seiner Bürger durch Tugend und Erziehung. Der Staat ist nicht von der Seele zu unterscheiden, da beide die Idee des Guten und der Gerechtigkeit verwirklichen sollen.

Gerechtigkeit in der Gemeinschaft

Die Grundlage und das Ziel der Gemeinschaft ist die Gerechtigkeit, da keine menschliche Gemeinschaft ohne sie existieren kann. Gerechtigkeit wird erreicht, wenn jeder Einzelne die Aufgabe erfüllt, die ihm zukommt.

Die Verwirklichung der Gerechtigkeit im Individuum und im Staat muss parallel verlaufen. Gerechtigkeit ist die Harmonie und Zustimmung zwischen dem Einzelnen und der Gemeinschaft.

Aristoteles: Das höchste Gut und der politische Mensch

Für Aristoteles ist das höchste Gut das Glück (*Eudaimonia*). Das Ziel der Ethik ist somit das Glück.

Die Rolle der Polis

Es gibt Güter, die wir als Mittel zum Zweck anstreben. Zu diesen Gütern gehören die Polis (Stadtstaat) und die Politik. Die Polis ist grundlegend für das Wesen des Menschseins.

Aristoteles betont in seiner Politik, dass die Schaffung einer politischen Organisation das größte Gut ist, da sie es den Menschen ermöglicht, ein Gefühl der Gerechtigkeit zu entwickeln und zur Perfektion zu gelangen.

Der Staat als natürliche Ordnung

  • Der Staat ist in der natürlichen Ordnung über jeder Familie angesiedelt. Der Mensch ist von Natur aus geneigt, sich zu verbinden.
  • Der Staat existiert vor dem Einzelnen.
  • Das letztendliche Ziel der Politik ist das Gemeinwohl und das gemeinsame Glück.

Der Mensch als Zoon Politikon

Der Mensch ist in erster Linie ein politischer Mensch (*Zoon Politikon*). Aristoteles formuliert dazu:

Wer nicht in der Gemeinschaft leben kann oder sie nicht braucht, weil er sich selbst genügt, ist entweder ein Tier oder ein Gott.

Aristoteles betont, dass moralisches Wissen und Politik sehr wichtig sind, um ein glückliches Leben zu erreichen. Er verteidigt die Ansicht, dass die moralische Dimension des Menschen untrennbar mit seiner politischen Dimension verbunden ist und dass der Einzelne sich nur als Teil der Gemeinschaft verwirklichen kann. Glück kann auf politischem Wege erreicht werden.

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