Ethik-Vergleich: Stoizismus, Utilitarismus und Kant
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Unterschiede zwischen Stoikern und Epikureern
Während der Epikureer als Genießer und freier Mann gilt, steht beim Stoiker die Prädestination im Vordergrund. Die Stoiker verstanden, dass alles vorgegeben ist. Diese Sichtweise konnte nicht abgeschafft werden, da das endgültige Ergebnis feststand. Die stoische Methode wurde später vom Christentum übernommen und teils politisch manipuliert. Wer die Zügel der Macht hält, verfolgt eigene Interessen und gibt vor, was als das Beste zu gelten hat. Das Christentum basiert grundlegend auf der Nächstenliebe und dem Glauben an Gott. Wenn Gott existiert, uns schützt und der Schöpfer allen Seins ist, dann ist er das Gute. Folglich werden die bestehenden Gesetze als gottgegeben akzeptiert, was oft für politische Zwecke instrumentalisiert wurde.
Vergleich: Kants Ethik vs. Utilitarismus (Mill)
- Kants moralisches Prinzip: Gerechtfertigt durch die Vernunft.
- Mills moralisches Prinzip: Gerechtfertigt durch die Übereinstimmung mit menschlichen Wünschen.
- Kants Ethik: Eine Ethik der Absicht (Gesinnungsethik).
- Mills Ethik: Eine Ethik der Folgen (Konsequentialismus), da man die wahren Beweggründe oft nicht kennen kann.
- Kants moralischer Imperativ: Unbestreitbar und unumstößlich.
- Mills moralische Regeln: Veränderbar und anpassbar.
- Glück bei Kant: Belohnung für tugendhaftes Handeln in einer zukünftigen Zeit und an einem anderen Ort.
- Glück bei Mill: Das ultimative Ziel des sittlichen Handelns.
Vermeidung von moralischem Relativismus
Um nicht in den moralischen Relativismus zu verfallen, wird argumentiert, dass moralische Empfindungen oder die „Menschlichkeit“ im Kern allen Menschen gemeinsam sind. Die Wahrnehmung dieser Handlungen oder Eigenschaften erfolgt daher bei allen Menschen auf die gleiche Weise.
Formulierungen des kategorischen Imperativs
- Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.
- Handle so, dass du die Menschheit, sowohl in deiner Person als auch in der Person eines jeden anderen, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel verwendest.
Menschen können drei Arten von Handlungen ausführen: Verletzung der Pflicht, Handeln im Einklang mit der Pflicht oder Handeln aus Pflicht. Nur Letztere besitzen einen echten moralischen Wert. Dieser Wert liegt nicht im erreichten Ziel, sondern in der Maxime des Prinzips, nach dem das Subjekt handelt. Schließlich werden Freiheit, Unsterblichkeit und die Existenz Gottes als Postulate (Annahmen) der praktischen Vernunft benannt.
Definition der Ethik
Die Ethik befasst sich mit dem Studium der Moral und des menschlichen Handelns. Es gibt vier wichtige Modelle: Glück oder Lust, Pflicht, Tugend und Vollkommenheit. Die Ethik ist somit der Maßstab, an dem wir das menschliche Verhalten bewerten. Gleichzeitig ist sie die Instanz, aus der wir Prinzipien und Kriterien formulieren, wie wir uns verhalten sollten und woran wir unser Handeln ausrichten.