Europa im 17. und 18. Jahrhundert: Krise, Barock und Aufklärung

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Europa im 17. Jahrhundert: Krise und Wandel

Die Bevölkerung Europas stagnierte im 17. Jahrhundert aufgrund von Krisen wie der Pest, Missernten und daraus resultierenden großen Epidemien, Hungersnöten und Todesfällen.

Gesellschaftliche Struktur und Wirtschaft

Die Gesellschaft war in privilegierte und nicht privilegierte Stände unterteilt. Das aufstrebende Bürgertum (Bourgeoisie) wurde zunehmend wohlhabend. Die Machtverteilung lag teilweise beim Adel und teilweise bei der Bourgeoisie.

Neue maritime Routen, der Handel mit Edelmetallen und die Gewürzrouten prägten die Wirtschaft.

Der Dreißigjährige Krieg und der Westfälische Frieden

Der Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten, bekannt als der Dreißigjährige Krieg, dauerte 30 Jahre und endete 1648 mit dem Westfälischen Frieden. Dieser Vertrag markierte den Aufstieg neuer Mächte und den Zusammenbruch der Herrschaft der Habsburger.

Absolutismus und Barock

Die absolute Monarchie

In der Monarchie übte der König die gesamte Macht aus und war die höchste Autorität der Regierung. Die Innen- und Außenpolitik wurden direkt vom Monarchen geleitet.

Die Kunst des Barock

Die barocke Kunst stand im Gegensatz zum Rationalismus und Klassizismus der Renaissance. Sie spiegelte die große Macht der Aristokratie wider. Ein herausragendes Beispiel ist der Bau des Schlosses von Versailles.

Aus religiöser Sicht war der Barock eine Reaktion auf den Protestantismus des vorherigen Jahrhunderts.

Der Spanische Barock

Die spanische Barockarchitektur zeichnet sich durch ihren dekorativen Überschwang im Innen- und Außenbereich aus. Wichtige Architekten sind:

  • Alonso Cano
  • Fernando Casas y Novoa
  • José Churriguera

Die Skulptur verwendete weiterhin bemalte Holzfiguren für religiöse Themen. Der erreichte Realismus war oft dramatisch.

Das 17. Jahrhundert gilt als das Goldene Zeitalter der spanischen Malerei. Die Malerei spielte mit Licht und Farbe.

  • Bartolomé Esteban Murillo ist bekannt für seine religiösen Gemälde und Darstellungen von Kindern.
  • Diego Velázquez war Hofmaler von Philipp IV. Seine meisterhafte Technik, die Nutzung von Licht und die Luftperspektive erzeugen eine Empfindung von Licht zwischen den Figuren und Objekten.

Das Ancien Régime

Wirtschaft und Landwirtschaft

Das System des Ancien Régime war durch eine mittelalterliche Landwirtschaft geprägt, oft basierend auf Dreifelderwirtschaft und Subsistenzwirtschaft.

Krisen und Missernten führten häufig zu Existenzkrisen. Das Land gehörte dem Adel und dem Klerus, während die Bauern es gegen Abgaben (Geld oder Naturalien) bewirtschafteten.

Politische Struktur

Der König besaß die absolute Macht und wurde durch den Staatsrat und die Parlamente unterstützt.

Der Spanische Erbfolgekrieg endete 1713 mit dem Vertrag von Utrecht, der die Diplomatie neu ordnete. Es gab eine Zunahme der Produktion.

Die Ständegesellschaft

Die Merkmale der bürgerlichen Gesellschaft waren noch nicht voll entwickelt. Die Gesellschaft war in Privilegierte und Nicht-Privilegierte unterteilt.

Die Privilegierten

Der Adel und der Klerus gehörten zu den Privilegierten. Sie besaßen Land und waren von den meisten Steuern befreit.

  • Der Adel: Lebte von den Einkünften ihres Landes und besaß großen Reichtum.
  • Der Klerus: Lebte von Mieteinnahmen und dem Zehnten (Abgaben auf landwirtschaftliche Erzeugnisse). Man unterschied zwischen dem Hochklerus und dem Niederklerus.

Die Nicht-Privilegierten (Dritter Stand)

Der Dritte Stand umfasste Menschen unterschiedlicher sozioökonomischer Herkunft, die die Steuern zahlten.

  • Die Bourgeoisie: Umfasste Großhandwerker, Kaufleute und Bankiers.
  • Die städtischen Unterschichten: Arbeiter der Städte.
  • Die Bauern: Sie stellten die größte Gruppe der Bevölkerung dar.

Die Aufklärung im 18. Jahrhundert

Die Aufklärung war eine Bewegung intellektuellen Charakters, die im Europa des 18. Jahrhunderts die Grundlagen des Alten Regimes infrage stellte.

Wichtige Denker und Ideen

  • John Locke: Entwickelte Kritik am Absolutismus und forderte eine kritische Betrachtung der Gewalten.
  • Isaac Newton: Begründete die moderne Wissenschaft, basierend auf Beobachtung und Überprüfung von Tatsachen.

Die vorherrschende Wirtschaftspolitik im 15. bis 17. Jahrhundert war der Merkantilismus, der einen größeren Reichtum des Landes befürwortete.

Die Aufklärung entwickelte eine neue Doktrin gegen den Absolutismus und zugunsten des Liberalismus.

  • Montesquieu: Verteidigte die Gewaltenteilung (Legislative, Exekutive und Judikative).
  • Jean-Jacques Rousseau: Definierte den Gesellschaftsvertrag und verteidigte das Prinzip der Volkssouveränität.
  • Voltaire: Forderte ein Parlament und die Reform des Steuersystems.

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