Europa im Mittelalter: Von Feudalismus bis Romanik

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Das frühe Mittelalter und der Feudalismus

Nach dem Fall des Weströmischen Reiches und den Einfällen der Barbaren zerfiel Europa in einen Flickenteppich von Gebieten. Es entstanden unabhängige Völker mit fragilen Staaten. Mit der Gründung der germanischen Königreiche brach die städtische Kultur zusammen, und die Wirtschaft wurde ländlich. Die Landschaft wurde zur *Hauptquelle* des Reichtums. Die Lebensbedingungen waren hart: häufige Kriege, Krankheiten und hohe Sterblichkeit.

Feudalherren lebten in Burgen, von denen aus sie ihr Land und die darauf arbeitenden Menschen kontrollierten.

Das Christentum als verbindender Faktor

Das Christentum war ein verbindender Faktor. Die Mehrheit der Römer war christlich, während die Germanen heidnische Religionen bekannten. Wenn ein germanischer König zum Christentum konvertierte, folgten ihm oft alle seine Untertanen. Dies prägte das christliche Europa.

Die Konversion der germanischen Völker

Im 5. Jahrhundert wurde das Römische Reich von germanischen Völkern überfallen. Konvertierte der König zum Christentum, konvertierten auch seine Untertanen.

Die Machtstruktur im christlichen Europa

Nach der Konvertierung wurde Europa zu einer christlichen Gesellschaft, die vom Papst und dem Kaiser geführt wurde. Die Geschichte des Mittelalters war durch Konflikte und Allianzen zwischen diesen beiden Mächten gekennzeichnet.

  • 756: Entstehung des Kirchenstaates; der Papst wird weltliches Oberhaupt.
  • 800: Papst Leo III. versuchte, das Imperium neu aufzubauen.
  • 962: Johannes XII. bat die Deutschen um Hilfe, um den Islam zurückzuhalten.

Das Mönchtum und das Klosterleben

Die Ursprünge des Mönchtums

Manche Christen zogen sich zurück, um in Einsamkeit und Armut zu leben. Einige lebten allein (Eremiten), andere versammelten sich sporadisch um einen Mönch, der ihr geistiger Führer war (z. B. der Heilige Antonius der Große). Später entstanden Klöster, in denen die Mönche gemeinschaftlich lebten (Zönobiten), wie sie von Pachomius gegründet wurden.

Das Leben in den Klöstern

Die Hauptaufgabe war das Gebet. Die Zeit war durch Arbeit (auf dem Feld oder Handwerk) und eine Reihe von Regeln strukturiert, die als *Artikel* bezeichnet wurden. Klöster wurden abseits der Bevölkerung, oft in der Nähe einer Wasserquelle, gebaut. Das Oberhaupt hieß **Abt** (Vater) und musste befolgt werden.

Klöster waren die Bewahrer klassischer Werte und Kultur.

Die Ausbreitung des Islam

Zu Beginn des 7. Jahrhunderts begründete **Mohammed** den Glauben an einen einzigen Gott, **Allah**. Das heilige Buch ist der **Koran**. Nach Mohammeds Tod verbreitete sich der Islam schnell im Mittelmeerraum, wo zuvor das Christentum dominierte. Die Ausbreitung reichte von der Iberischen Halbinsel bis nach Indien und zu den Ufern des Kaspischen Meeres.

Das Christentum im muslimischen Spanien (Al-Andalus)

Anhänger des Islam eroberten 711 die Iberische Halbinsel und gründeten **Al-Andalus** mit der Hauptstadt **Córdoba**, die zu einem der wichtigsten kulturellen Zentren des Mittelalters wurde. Ein Teil der Bevölkerung konvertierte zum Islam, andere blieben Christen.

Diese Christen, bekannt als **Mozaraber**, durften ihre Religion praktizieren, mussten jedoch hohe Steuern zahlen, durften keine öffentlichen Ämter bekleiden, und die meisten Kirchen wurden in Moscheen umgewandelt.

Die Feudalkirche und die Laieninvestitur

Die Invasion der germanischen Völker führte zum Feudalismus, der die Gesellschaft in Grundbesitzer (**Feudalherren**) und Arbeiter (**Untertanen**) unterteilte. Die Untertanen schworen Treue im Austausch für Schutz und Landnutzung. Die mittelalterliche Gesellschaft war in **Adel**, **Klerus** und **Arbeiter/Bauern** gegliedert.

Bischöfe sprachen auf ihrem Land Recht und verfügten über eigene Armeen. Sie waren Vasallen des Königs und der Feudalherren. Die Besetzung kirchlicher Ämter durch weltliche Herrscher nannte man **Laieninvestitur**. Dies führte dazu, dass Ämter manchmal an den Meistbietenden verkauft wurden (**Simonie**).

Der Investiturstreit

Der Investiturstreit war die Folge der Manipulation der religiösen Macht durch weltliche Herrscher. Papst Gregor VII. verbot 1075 die Laieninvestitur. Als Kaiser Heinrich IV. sich weigerte, exkommunizierte ihn der Papst.

Der Konflikt wurde durch das **Wormser Konkordat** (1122) beendet, in dem vereinbart wurde, dass die Kirche die Geistlichkeit selbst ernennen sollte.

Die Romanik (11. und 12. Jahrhundert)

Die Romanik, klösterlichen Ursprungs, entwickelte sich in Europa zwischen dem 11. und 12. Jahrhundert. Sie umfasst Malerei, Skulptur und die Struktur der Gebäude, vor allem in den Kapitellen und Arkaden. Oft dominiert der **Pantokrator** (Christus in Majestät), dargestellt in einer Mandorla, die mystische Fassaden prägte.

Skulptur

Ihr Zweck war **lehrreich** (didaktisch). Sie schmückte die Gebäude und diente dazu, die biblische Erzählung und die Lehren des christlichen Glaubens zu vermitteln.

Malerei

Die Malerei erzählte biblische Fakten und schuf durch die Innendekoration eine überwältigende Konfiguration eines geistigen Raumes. Die Gesten sind ausdrucksstark, die Farben warm. In den Fresken der Apsis wird oft **Christus Pantokrator** (Christus in Majestät) dargestellt: Christus mit der rechten Hand erhoben (zum Segen) und in der anderen Hand die Bibel haltend.

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