Die Evolution der Software: Von den Anfängen bis zu modernen Herausforderungen

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Die doppelte Funktion und Bedeutung der Software

Die Software erfüllt eine doppelte Funktion: Sie ist einerseits ein Produkt, das die Bereitstellung von Hardware-Rechenleistung ermöglicht, und dient andererseits als Vehikel für die Lieferung dieser Produkte. Sie bildet die Grundlage für die Steuerung des Computers (Betriebssystem), die Übermittlung von Informationen (Netzwerke) sowie die Erstellung und Kontrolle anderer Programme. Im Grunde liefert die Software das, was als das wichtigste Produkt des 21. Jahrhunderts gilt: Information.

Historische Entwicklung der Software (Phasen)

Die Entwicklung der Software lässt sich in verschiedene Phasen unterteilen:

  • 1. Phase (ca. 1950er Jahre): Die Software wurde entwickelt, wie sie immer war. Die Softwareverteilung war begrenzt. Die Software war auf Batch-Prozesse ausgerichtet, d.h. ohne Zutun des Benutzers.
  • 2. Phase (ca. 1960er Jahre): Es entstand das Konzept des Multiprogrammings und Multi-User-Systems. Die ersten Echtzeitsysteme (mit festgelegter Zeit für Datenerfassung, Analyse und Reaktion) kamen auf. Datenbanken erschienen. Die Software begann, als Produkt zu existieren.
  • 3. Phase (ca. 1970er Jahre): Die Hardwarekosten sanken. Es entstanden verteilte Systeme, bei denen verschiedene Maschinen gleichzeitig Informationen mit einem gewissen Grad an Synchronisation verarbeiteten. Es gab Auswirkungen auf den Software-Verbrauch. Mikroprozessoren entstanden und Intelligenz wurde integriert.
  • 4. Phase (ca. 1980er/1990er Jahre): Leistungsfähige Personal-Systeme. Objektorientierte Technologien. Entstehung von Expertensystemen. Aufbau großer Netzwerke.

Aktuelle Herausforderungen der Software

Trotz dieser Entwicklungen bestehen weiterhin Probleme mit der Software:

  1. Der Fortschritt der Software hinkt den Möglichkeiten der Hardware hinterher.
  2. Die Fähigkeit und Fertigkeit der Programmierer kann nicht mit der Nachfrage nach neuen Programmen Schritt halten.
  3. Die Software ist so umfangreich, dass sie in ihrer eigenen Geschäftstätigkeit oder ihrem Geschäftsumfeld verstrickt ist. Fällt sie aus, können große wirtschaftliche Störungen und auch menschliche Beeinträchtigungen entstehen.
  4. Die Fähigkeit zur Wartung und Verbesserung bestehender Programme ist oft kompliziert, da die vorhandenen Designs und Dokumentationen sehr mangelhaft sind.

Verbesserungen zur Lösung dieser Probleme können nur durch die Anwendung von Verfahren oder Standards der Software-Entwicklung erreicht werden.

1.11. Evolution des Software Engineering

Anfangs wurde die Computerprogrammierung als eine Kunst betrachtet, die keine systematischen Verfahren zur Erstellung von Software-Produkten kannte.

Entwicklungsabschnitte im Software Engineering
  • Von den 60ern bis Ende der 70er Jahre: Fokus auf Software-Produkt und Wartung; Auftreten verschiedener technischer Verbesserungen.
  • Von den 70ern bis Ende der 80er Jahre: Auswahl verschiedener Techniken und formaler Gestaltungsmethoden; Ende der 80er Jahre entsteht OOP (Objektorientierte Programmierung).
  • In den 90ern: Stärkung der OO-Technologie; Entwicklung von CASE-Tools; Explosion des WWW-Phänomens, Intranet, Java, etc.

Software Mythen

a) Mythen des Kunden
  • Mythos: Eine allgemeine Beschreibung der Ziele reicht aus, um mit der Programmierung zu beginnen; Details können später hinzugefügt werden. Fakt ist: Eine arme ursprüngliche Definition verursacht viel verlorene Arbeit.
  • Mythos: Die Geschäftsanforderungen ändern sich ständig, aber die Software ist flexibel und kann diese Änderungen leicht bewältigen. Fakt ist: Je nach Zeitpunkt des Projekts können diese Änderungen vorgenommen werden oder nicht.
b) Mythen des Managements
  • Mythos: "Wir haben bereits ein Dokument mit allen Standards und Verfahren, sodass das Entwicklungsteam alles hat, was es braucht." Fakt ist: Niemand wendet die Standards an.
  • Mythos: Wenn die Planung fehlschlägt, können wir immer mehr Programmierer hinzufügen, um die Zeit wieder aufzuholen. Fakt ist: Die Hinzunahme von Programmierern verzögerte das Projekt manchmal.
c) Mythen der Entwickler
  • Mythos: Wenn ich das Programm schreibe und es funktioniert, ist meine Arbeit getan. Fakt ist: Je früher man mit einem Programm beginnt, desto später ist es fertig.
  • Mythos: "Ich kontrolliere die Qualität erst, wenn ich das Programm fertiggestellt habe." Fakt ist: Die Sicherstellung der Softwarequalität ist ab Beginn des Projekts notwendig.
  • Mythos: Das Einzige, was ich liefern muss, ist das Programm. Realität: Sie müssen auch die Dokumentation vorlegen.

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