Die Evolution des spanischen Dramas: Von Benavente bis Lorca

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In den Werken des späten neunzehnten Jahrhunderts waren die prominentesten die sogenannte High Comedy und Melodramen, welche die Emotionen des Betrachters ansprachen. Evolution des Dramas: In der Restauration entwickelten sich die bürgerliche Komödie und die Farce zur Tragödie; es entfalteten sich der groteske und modernistische Geist sowie die Kultur und das symbolisch-poetische Theater. Die ernsthaftesten Bemühungen um eine Erneuerung kamen von den Männern der Generation von 98 (Unamuno, Azorín, Valle-Inclán) und in den 30er Jahren von den Männern der Generation von 27, insbesondere Federico García Lorca.

Kommerzielles Theater und bürgerliche Komödie

1. Die Komödie, auch bekannt als bürgerliche Komödie (Comedy-Burgesa) oder „Benaventina“. Der herausragende Autor war Jacinto Benavente. Benavente brach mit dem Stil der Tragödien von Echegaray und bot ein Theater mit einem größeren Interesse am Dialog. Die Themen und Charaktere der Stücke entsprechen denen der mittleren und oberen Gesellschaftsschichten sowie den Konflikten dieser Gruppen (z. B. unzufriedene Liebe). Herausragende Werke sind „Interessen“ und „Die Leidenschaftliche“ (La Malquerida).

Das poetische Drama und die Moderne

2. Das poetische Drama oder Gedicht – Der Aufstieg der Moderne. Es handelt sich um eine Szene der reinen Flucht ohne Bezug zur Realität, oft mit historischen oder legendären Themen. Zu betonen sind Eduardo Marquina mit „Den Töchtern des Cid“ und die Gebrüder Machado mit „La Lola geht zu den Häfen“.

Das komische Theater und die Zarzuela

3. Das Komische. Das Ziel ist die Unterhaltung des Publikums. Beispiele für dieses Theater sind die Zarzuela und Skizzen (Sainetes), die durch Carlos Arniches ihre volle Entwicklung erreichten. In seinen „Grotesken Tragödien“ prangert der Autor soziale Übel und die kulturelle Rückständigkeit Spaniens an. Probleme wie der Caciquismo treten in Werken wie „Der Chef“ auf.

Ein weiteres Genre des komischen Dramas ist die Astracán von Pedro Muñoz Seca, die sich durch Wortspiele auszeichnet. Sein bekanntestes Werk ist „Die Rache des Don Mendo“. Die Gebrüder Álvarez Quintero feierten Premieren mit einer großen Anzahl von Werken in einer dominanten andalusischen Umgebung, wobei witzige Dialoge im Vordergrund standen.

Innovation im Theater: Valle-Inclán und García Lorca

Viele Autoren versuchten in jenen Jahren, ein anderes Theater zu schaffen, doch die meisten scheiterten. Das Drama der Autoren der Generation von 98 (Unamuno, Azorín, Valle-Inclán und Jacinto Grau) zielte darauf ab, das Theater als Ausdruck ihrer religiösen und sozialen Konflikte zu nutzen. Sie schufen ein intellektuell komplexes Theater und versuchten einen wichtigen Bruch mit den realistischen Repräsentationsformen.

Ramón María del Valle-Inclán und das Esperpento

Das Werk von Valle-Inclán wird oft in drei Zyklen gruppiert:
a) Der Mythos: Die Handlung spielt in einem mythischen Galizien (z. B. „Barbarische Komödien“).
b) Die Farce: Werke in einem lächerlicheren Umfeld (z. B. „Rosengarten“).
c) Das Esperpento: „Luces de Bohemia“.

Das Esperpento ist ein Versuch, die spanische Wirklichkeit darzustellen, indem die Fakten in einer übertriebenen und burlesken Weise präsentiert werden. „Luces de Bohemia“ begründet die Ästhetik des Esperpento. Es erzählt die Reise von Max Estrella und seinem Begleiter Latino de Hispalis. Max wird verhaftet und schließlich von seinem Begleiter (der ihm die Brieftasche stiehlt) verraten.

Das Theater der Generation von 27

Die Autoren versuchten, ein neues Publikum zu schaffen, indem sie das Theater zum Volk brachten. Aufgrund der Ablehnung von Experimenten und des geringen Interesses der Öffentlichkeit wurde ein Großteil der Werke nicht uraufgeführt. Ein Ergebnis dieser Bemühungen war die Bildung von Bühnengruppen außerhalb des Üblichen, wobei Alejandro Casona und Federico García Lorca herausragen.

Federico García Lorca: Avantgarde und Tragödie

Lorcas dramatische Werke können in drei Gruppen eingeteilt werden:
1. Anfänge: Im Jahre 1920 wurde „Der Fluch des Schmetterlings“ uraufgeführt, eine Geschichte über die Liebe einer Kakerlake zu einem wunderschönen Schmetterling. Die Premiere war ein Misserfolg, doch Lorca schrieb bald darauf „Mariana Pineda“.
2. Vanguard-Theater: Hier ist es unmöglich, zwischen Komödien oder Mysterien zu unterscheiden. In „Das Publikum“ definiert Lorca die Liebe als einen Instinkt außerhalb der Kontrolle, wobei auch Homosexualität manifestiert wird.
3. Die Stufen der Fülle: In den 30er Jahren schrieb Lorca Stücke, die großen wirtschaftlichen Erfolg hatten: „Bluthochzeit“, „Yerma“ und „Bernarda Albas Haus“. „Bluthochzeit“ und „Yerma“ sind zwei Tragödien, in denen Lorca Prosa und Verse mischt.

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