Evolutionstheorien und die Entwicklung des Menschen
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Lamarckismus
Die Theorie von Jean-Baptiste de Lamarck basiert auf zwei Hauptprinzipien:
- Tendenz zur Komplexität: Organismen entwickeln sich zu komplexeren Formen.
- Gebrauch und Nichtgebrauch: Der wiederholte Gebrauch eines Organs führt zu dessen Entwicklung, während Nichtgebrauch zur Degeneration führt („Die Funktion schafft das Organ“).
- Vererbung erworbener Merkmale: Während des Lebens erworbene Eigenschaften werden an die Nachkommen vererbt.
Kritik: Diese Theorie ist widerlegt, da erworbene Merkmale nicht auf genetischer Ebene vererbt werden.
Darwinismus
Charles Darwins Evolutionstheorie basiert auf folgenden Beobachtungen:
- Kampf ums Dasein (Struggle for Life): Organismen konkurrieren um überlebenswichtige Ressourcen.
- Variabilität: Innerhalb einer Population gibt es eine natürliche Vielfalt. Nicht alle Individuen sind identisch.
- Natürliche Selektion (Survival of the Fittest): Die Umwelt wählt die Individuen aus, die am besten an die gegebenen Bedingungen angepasst sind.
- Allmähliche Artveränderung: Arten verändern sich kontinuierlich und schrittweise über lange Zeiträume.
Neo-Darwinismus (Synthetische Evolutionstheorie)
Diese Theorie erweitert den Darwinismus um Erkenntnisse aus der Genetik:
- Ablehnung des Lamarckismus: Die Vererbung erworbener Merkmale wird abgelehnt.
- Genetische Variabilität: Die Vielfalt entsteht durch zwei Prozesse: Mutation (zufällige Veränderung im Erbgut) und Rekombination (Neuverteilung der Allele).
- Selektion als zentraler Faktor: Die natürliche Selektion wirkt auf die entstandene genetische Variation.
- Veränderung der Allelfrequenzen: Natürliche Selektion führt zu Veränderungen in der Häufigkeit von Allelen innerhalb einer Population.
- Population als Einheit der Evolution: Nicht das Individuum, sondern die gesamte Population entwickelt sich weiter.
- Gradueller Prozess: Die Evolution verläuft schrittweise.
Punktualismus (Unterbrochenes Gleichgewicht)
- Verzweigte Evolution: Arten entstehen nicht nur in einer einzigen evolutionären Linie, sondern es können sich mehrere Linien von einer Stammart abspalten.
- Sprunghafte Veränderung: Die Transformation von Arten erfolgt in Phasen schneller Artbildung, die sich mit langen Perioden der Stasis (Stillstand) abwechseln.
- Entstehung in kleinen Populationen: Neue Arten entstehen häufig aus kleinen, isolierten Populationen.
Evolution der Hominiden
Ardipithecus ramidus
Ähnlich einem Schimpansen. Lebte vor bis zu 4,5 Millionen Jahren.
Australopithecus
Erster nachgewiesener Zweibeiner. Benutzte einfache Werkzeuge und ernährte sich von Früchten und Trieben. Lebte vor 4,2 Millionen Jahren in den Wäldern Afrikas.
Homo habilis
Erste Art der Gattung Homo („geschickter Mensch“). Stellte Werkzeuge her und aß Fleisch. Lebte im Afrikanischen Grabenbruch vor 2,5 bis 1,6 Millionen Jahren.
Homo ergaster
Etwa 1,80 m groß, Allesfresser und Jäger. Wahrscheinlich erste Nutzung des Feuers. Lebte im Süden und Osten Afrikas vor 1,6 bis 1,3 Millionen Jahren.
Homo erectus
Besiedelte als erster Hominide Asien („der aufrechte Mensch“). Etwa 1,80 m groß. Lebte vor 1,3 Millionen bis 50.000 Jahren.
Homo antecessor
Jäger und Sammler, der Werkzeuge aus Knochen und Holz benutzte. Lebte in Europa vor etwa 800.000 Jahren.
Homo heidelbergensis
Führte vermutlich erste Bestattungen durch. Robuster Allesfresser, der Steinwerkzeuge herstellte. Lebte in Europa vor 500.000 bis 180.000 Jahren.
Homo neanderthalensis
Beherrschte das Feuer, pflegte Kranke und praktizierte Bestattungsriten. Stellte komplexe Steinwerkzeuge her. Lebte in Eurasien vor 230.000 bis 28.000 Jahren.
Homo sapiens
Der heutige, einzige überlebende Hominide („weiser Mensch“). Zeichnet sich durch einen schlanken Körperbau, hohe Intelligenz, komplexe Kommunikation und Kultur aus. Besiedelte die ganze Welt. Entstand vor etwa 150.000 Jahren.