Evolutionstheorien: Lamarck, Darwin, Neodarwinismus und Menschwerdung

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Die Evolutionstheorie nach Lamarck

Lamarck entwickelte eine Evolutionstheorie, die jedoch einige Fehler aufwies. Er postulierte, dass sich Arten verändern und voneinander ableiten. Seine Erklärung dafür war folgende:

  1. Die häufige und nachhaltige Nutzung eines Organs führt zu dessen Entwicklung, während Nichtnutzung zur Atrophie führt.
  2. Diese durch Nutzung oder Nichtnutzung erworbenen Eigenschaften werden an die Nachkommen vererbt.

Nach Lamarcks Theorie würden sich Organe, die häufig genutzt werden, von Generation zu Generation weiterentwickeln, während ungenutzte Organe verkümmern und schließlich verschwinden würden.

Darwins Evolutionstheorie

Darwin revolutionierte das Verständnis der Evolution. Während seiner Reise auf der HMS Beagle erkannte er, dass Arten nicht unveränderlich sind. Seine Hypothesen waren:

  1. Innerhalb einer Art existiert eine große Vielfalt; keine zwei Individuen sind exakt gleich.
  2. Menschen praktizieren künstliche Selektion, um gewünschte Eigenschaften in bestimmten Stämmen zu fördern.
  3. Auf den Galapagosinseln fand er verschiedene Arten von Finken und Schildkröten, die sich aufgrund der geografischen Isolation unabhängig voneinander entwickelt hatten.
  4. Fossilienfunde, die nicht mit der Sintfluttheorie erklärt werden konnten, stützten die Evolutionstheorie und zeigten Überreste ausgestorbener Arten.

Darwin widerlegte Lamarcks Prinzipien. Durch die Lektüre von Malthus' Werk verstand er, dass sich alle Arten schnell ausbreiten könnten, es aber einen Mechanismus geben muss, der einen Teil der Nachkommen eliminiert: die natürliche Selektion. Der Evolutionsprozess nach Darwin verläuft folgendermaßen:

  1. Innerhalb einer Art gibt es Individuen mit kleinen, zufälligen Variationen in ihren Merkmalen.
  2. Nicht alle Nachkommen können überleben; nur die am besten angepassten überleben und pflanzen sich fort.
  3. Dieser Prozess ist schrittweise und kontinuierlich.
  4. Es gibt eine gemeinsame Abstammung aller Arten.

Neodarwinismus: Die synthetische Evolutionstheorie

Der Neodarwinismus integriert Erkenntnisse aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, um Darwins Evolutionstheorie zu erweitern und zu untermauern. Dazu gehört die Konstruktion phylogenetischer Stammbäume.

  • Paläontologie: Die Untersuchung von Fossilien zeigt, dass diese nicht durch die Sintflut entstanden sind. Die anfängliche Erklärung durch die Katastrophentheorie, die von wiederholten Naturkatastrophen seit der Erschaffung der Welt ausging, wurde durch Darwins Theorie abgelöst. Fossilien sind demnach Überreste ausgestorbener Arten und Zeugnisse ihrer evolutionären Entwicklung.
  • Vergleichende Anatomie: Sie ermöglicht es, Verwandtschaftsbeziehungen zwischen Arten anhand ihrer körperlichen Strukturen und Funktionen herzustellen.
  • Embryologie: Die Untersuchung der Embryonalentwicklung verschiedener Lebewesen zeigt evolutionäre Veränderungen zwischen den Arten auf.
  • Genetik: Die Erforschung der Vererbung biologischer Merkmale liefert wichtige Erkenntnisse zur Variabilität zwischen Individuen. Das Erbmaterial, das an die Nachkommen weitergegeben wird, kann durch zufällige Mutationen verändert werden. Die sexuelle Fortpflanzung kombiniert die Merkmale der Eltern und trägt so zur genetischen Vielfalt bei.

Menschwerdung: Die Evolution des Menschen

Nach dem Aussterben der Dinosaurier besetzten Säugetiere die frei gewordenen ökologischen Nischen. Zu den besonderen Merkmalen der an das Baumleben angepassten Säugetiere, aus denen sich der Mensch entwickelte, gehören:

  • Aufrechter Gang
  • Greiffähige Hände
  • Eintritt des Halses in den Körper
  • Gehirnvolumen von ca. 1350 cm³ (zunehmende Zerebralisation)
  • Fast senkrechtes Gesichtsprofil
  • Langsame Reifung
  • Ausgefeilte Sprache zur Kommunikation, Reflexion und zum Aufbau sozialer, kultureller und historischer Strukturen
  • Ohrmuschel mit Ohrläppchen
  • Vorhandensein von Schamlippen in der Vulva
  • Vaginalöffnung bei Frauen
  • Nackte Haut

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