Evolutionstheorien: Lamarck, Darwin und Punktualismus

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Lamarcks Hypothesen zur Evolution

Vom Transformismus könnte man sagen, dass ein Wurm im Laufe der Zeit, indem er sich in einen Kokon begibt, nach einiger Zeit zu einer Brachse (Bream) werden könnte. Die Vererbung erworbener Eigenschaften besagt, dass ein Tier, das in einer Umgebung lebt, sich an diese anpasst.

Beweise für die Evolution

Darwin behauptete, dass Lebewesen, die unseren Planeten bewohnen, das Ergebnis eines Prozesses sind, bei dem Nachkommen aufeinanderfolgende Änderungen einführten, die ihren Ursprung in einem gemeinsamen Vorfahren haben. Deshalb stammen alle von einem gemeinsamen Vorfahren ab und entwickelten sich allmählich aus ihm. Der Mechanismus, durch den diese Veränderungen stattfinden, ist die evolutionäre natürliche Auslese.

  • Paläontologische Belege: Anzeichen für einen Prozess durch die Präsenz fossiler Reste ausgestorbener Tiere und Pflanzen sowie deren Verteilung in den Erdschichten.
  • Belege der vergleichenden Anatomie: Verschiedene Arten haben Körperteile, die nach dem gleichen strukturellen Muster aufgebaut sind. Dies unterstützt eine Ähnlichkeit oder Homologie zwischen den Organen aufgrund von Verwandtschaft und damit einen gemeinsamen Ursprung sowie eine Entwicklung über einen bestimmten Zeitraum.
  • Belege der vergleichenden Biochemie: Biochemische Homologien zeigten Merkmale auf, die einen der bemerkenswertesten Aspekte auf der evolutionären Skala darstellen.
  • Embryologische Belege: Bei allen Arten finden sich ähnliche Merkmale in der Entwicklung der Embryonen ihrer Vorfahren, die während des Prozesses wieder verschwinden.
  • Anpassung und Mimikry: Im Jahre 1848 wurde in Manchester eine Mutation der Brachse (Bream) zu Schwarz entdeckt, nachdem sie sich an die Schwärzung der Birkenstämme durch den Rauch der Fabriken angepasst hatte. Diese Tiere (ursprünglich weiß) ließen sich mit ausgestreckten Flügeln auf den Stämmen nieder und wurden so leicht von Fressfeinden entdeckt. Der Genetiker H.B.D. Kettlewell konnte diese Tatsache im Jahre 1955 überprüfen: Nach dem Freilassen von dunklen und hell markierten Tieren wurden doppelt so viele dunkle Exemplare wiedergefunden. Vögel agieren hier als Agenten der natürlichen Auslese. Die Mimikry ist ein ähnlicher Mechanismus wie die Anpassung; durch diese Funktion können Tiere nicht erkannt werden, indem sie bestimmte Formen annehmen oder vorübergehende Änderungen der Hautfarbe im Einklang mit der Umwelt vornehmen.
  • Belege der geografischen Verteilung: Dass keine einheitliche Präsenz der Arten auf der Erde existiert, ist ein Beweis dafür, dass geografische Barrieren oder Mechanismen der Fortbewegung und Ausbreitung ihre Verteilung behindert haben, selbst wenn ein geeigneter Lebensraum für ihre Entwicklung vorhanden ist.
  • Belege der Domestikation: Ein deutliches Beispiel für evolutionäre Veränderungen, in diesem Fall durch den Menschen verursacht. Die landwirtschaftlichen Tätigkeiten mit Tieren oder Pflanzen sind Feldversuche, die eine große Variabilität im Vergleich zu den alten Exemplaren hervorgebracht haben.

Der Neo-Darwinismus

Im späten 19. Jahrhundert bezog sich der Begriff Neo-Darwinismus (geprägt von Romanes) auf die pan-selektionistische Schule von Wallace und Weismann. Im Gegensatz zu Darwin, der eine Vielzahl von evolutionären Mechanismen zuließ, verteidigten die Neodarwinisten die Exklusivität der Selektion als natürlichen Mechanismus des organischen Wandels. Damit stellten sie sich gegen die Neolamarckisten, die das lamarckistische Gesetz von Gebrauch und Nichtgebrauch vertraten.

Der heutige Begriff des Neo-Darwinismus ist mit der modernen synthetischen Evolutionstheorie der 1930er Jahre verbunden. Einer der wichtigsten Befürworter des Neo-Darwinismus war der deutsche Biologe August Weismann. Als großer Anhänger der Theorie der natürlichen Auslese formulierte er im Jahre 1880 ein duales Prinzip des Körpers: die Erbsubstanz oder das Keimplasma (unveränderlich und undurchlässig für lamarckistisch erworbene Eigenschaften) und das Soma, an dem sich die Vererbung nach außen manifestiert.

Punktualismus: Theorie und Vertreter

Die Theorie des Punktualismus (Punctuated Equilibrium) ist ein Bereich der biologischen Evolutionstheorie, der 1972 von Niles Eldredge und Stephen Jay Gould vorgeschlagen wurde. Diese spezifische Theorie befasst sich mit dem Tempo, mit dem sich Arten entwickeln. Nach Eldredge und Gould bleibt eine Art die meiste Zeit ihres Bestehens stabil oder verändert sich nur geringfügig (Zeiten der Stasis). Evolutionärer Wandel häuft sich stattdessen im Prozess der Speziation (Bildung einer neuen Art) an, was aus geologischer Sicht einer schnellen genetischen Revolution entspricht.

Wichtige Verteidiger der Theorie

Niles Eldredge: Er begann sein Studium der lateinischen Philologie an der Columbia University, wechselte jedoch später sein Interesse zur Anthropologie.

Stephen Jay Gould: Im Jahre 1972 veröffentlichte er zusammen mit Niles Eldredge „Punctuated Equilibria: An Alternative to Phyletic Gradualism“, worin sie die Hypothese des Punktualismus in der Evolution der Arten darlegten. Zwei Jahre später veröffentlichte er das Buch „Evolutionary Theory and the Rise of American Paleontology“. In diesen und weiteren Publikationen vertrat er die Ansicht, dass die Evolution der Arten nicht gleichmäßig verläuft, sondern in Phasen schneller Entwicklung, was sich aus dem Mangel an fossilen Übergangsformen ableiten lässt.

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