Evolutionstheorien: Oparin, Lamarck und Darwin im Vergleich
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b. Oparin-Hypothese
Der russische Biochemiker Oparin veröffentlichte 1922 das Werk The Origin of Life, in dem er seine Theorie erläutert. Kurz zusammengefasst sieht sie wie folgt aus:
- Die frühe Erdatmosphäre bestand aus Wasserstoff, Methan, Ammoniak und Wasserdampf; sie enthielt keinen Sauerstoff.
- Durch die Einwirkung von UV-Strahlen, elektrischen Entladungen und hohen Temperaturen reagierten diese Gase zu einer Vielzahl kleiner organischer Moleküle – ein Prozess, der als präbiotische Synthese bezeichnet wird.
- Durch die Abkühlung der Erde kondensierten diese organischen Moleküle aus der Atmosphäre und bildeten eine sogenannte "Ursuppe".
- Moleküle reagierten wiederholt miteinander und bildeten Makromoleküle, die sich zu molekularen Aggregaten zusammenschlossen.
- Aus diesen molekularen Aggregaten (Koazervaten) könnten sich Zellstrukturen entwickelt haben, die fundamentalen Bestandteile aller Lebewesen.
a. Lamarckismus
Für Lamarck ist jedes Lebewesen auf der Erde ein Produkt der Natur, was zu einer schrittweisen Abfolge führte. Lamarck stellte seine Evolutionstheorien in vier Punkten dar:
- 1. Das Leben tendiert durch seine inneren Kräfte ständig dazu, das Volumen und die Abmessungen der einzelnen Körperteile zu vergrößern.
- 2. Die Entstehung eines neuen Organs im tierischen Körper ergibt sich aus einem neuen Bedürfnis.
- 3. Die Entwicklung und Stärke eines Organs stehen in direkter Verbindung mit dessen Gebrauch.
- 4. Alles, was während des Lebens eines Lebewesens erworben oder verändert wurde, wird an die Nachkommen weitergegeben.
Lamarcks Ideen lassen sich in drei Kernpunkten zusammenfassen:
- 1. Die Notwendigkeit, neue Körperstrukturen zu schaffen.
- 2. Der Gebrauch eines Organs stärkt und entwickelt es, während Nichtgebrauch zur Degeneration und zum Verschwinden führt.
- 3. Die Vererbung erworbener Eigenschaften.
Vom gesamten Komplex der Lamarckschen Lehre hat bis heute vor allem die Idee der Evolution Bestand.
b. Darwinismus
Charles Darwin war ein Naturforscher und Reisender, der seine wichtigsten Erfahrungen während einer fünfjährigen Weltreise an Bord der Beagle sammelte. Seine biogeografische Analyse der Tierwelt auf Inselgruppen, insbesondere den Galapagos-Inseln, führte zu der Erkenntnis, dass jede Insel innerhalb einer Gruppe ihre eigenen Arten aufweist (z. B. Riesenschildkröten).
Daraus lässt sich folgern, dass Arten einer Gruppe in einem Archipel einen gemeinsamen Ursprung haben und durch geografische Isolation differenziert wurden. Diese Fakten überzeugten ihn von einer großen Variabilität innerhalb der Arten. Darwin wies zudem darauf hin, dass alle Arten eine extrem hohe Reproduktionsrate haben, wodurch mehr Individuen geboren werden, als überleben können.
Daraus resultiert ein starker Wettbewerb innerhalb der Population. Dank der Variabilität findet eine natürliche Auslese statt, bei der die an die herrschenden Bedingungen besser angepassten Individuen begünstigt werden. Diese haben eine größere Anzahl an Nachkommen. Daher ist die natürliche Auslese ein Prozess der differentiellen Reproduktion, bei dem sich vorteilhafte Eigenschaften allmählich in der Population durchsetzen.
Darwins Evolutionstheorie wurde 1859 in dem Buch The Origin of Species veröffentlicht. Zeitgleich kam Alfred Wallace unabhängig zu den gleichen Schlussfolgerungen wie Darwin.