Die Existenz Gottes: Anselm und die Fünf Wege des Aquin

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Die Existenz Gottes

Das ontologische Argument des Hl. Anselm

Formulierung und Kritik durch Aquin. Der Heilige Anselm (11. Jh.) liefert das ontologische Argument: Aus dem Begriff Gottes als dem Vollkommensten folgt seine reale Existenz. Wenn Gott nur im Verstand existierte, wäre er nicht das Vollkommenste, da man sich etwas Vollkommeneres vorstellen könnte, das auch real existiert. Daher muss Gott existieren.

Kritik am ontologischen Argument

Thomas von Aquin kritisierte, dass die reale Existenz nicht aus dem Wesen abgeleitet werden kann. Um zu wissen, dass etwas existiert, müssen wir von dem ausgehen, was wir durch die Sinne erfahren.

Die Notwendigkeit des Beweises

Die Existenz Gottes ist nicht offensichtlich, da wir keine vollständige Kenntnis davon haben, wie perfekt Gott ist. Thomas von Aquin hält es für möglich, die Existenz Gottes durch A-posteriori-Argumente zu beweisen, die von der Wirkung zur Ursache führen. Diese können von den sinnlichen Gegebenheiten nachgewiesen werden, die als Wirkungen von Ursachen dienen, bis man zu einer Ersten Ursache gelangt, die Gott ist. Diese Argumente sind die Fünf Wege des Hl. Thomas von Aquin zum Beweis der Existenz Gottes:

Erster Weg: Der unbewegte Beweger (Via Motus)

Alles, was sich bewegt, wird von einem anderen bewegt. Diese Reihe kann nicht unendlich sein. Daher gibt es einen Ersten Beweger, der selbst unbewegt ist: Gott.

Zweiter Weg: Die erste wirkende Ursache (Via Causae)

Alles, was eine Ursache hat, ist die Wirkung einer früheren Ursache. Die Kette der wirkenden Ursachen kann nicht unbegrenzt verlängert werden. Daher gibt es eine Erste Ursache, die alle Gott nennen.

Dritter Weg: Das notwendige Wesen (Via Contingentiae)

Die Dinge entstehen und vergehen (kontingente Wesen). Wenn alles kontingent wäre, gäbe es eine Zeit, in der nichts existierte. Da aber etwas existiert, muss es ein notwendiges, unbedingtes Wesen geben: Gott.

Vierter Weg: Die Grade der Vollkommenheit (Via Gradus)

Manche Dinge sind mehr oder weniger gut oder wahr als andere. Die Reihe der Wesen mit begrenzter Vollkommenheit kann nicht ins Unendliche fortgeführt werden. Daher muss es ein höheres Wesen geben, das die Vollkommenheit im höchsten Grade besitzt und die erste und letzte Ursache aller Perfektion ist: Gott.

Fünfter Weg: Die Ordnung der Welt (Via Ordinis)

Dingen, denen Wissen fehlt, handeln dennoch zielgerichtet. Was kein Wissen hat, kann nicht von selbst zielgerichtet handeln, sondern muss von etwas Intelligentem geleitet werden. Daher gibt es ein intelligentes Wesen, das alle natürlichen Dinge zu ihrem Ende lenkt: Gott.

Schema der A-posteriori-Beweisführung

  1. Ausgangspunkt: Eine Tatsache der Erfahrung.
  2. Beweisführung: Anwendung des Grundsatzes der Kausalität auf die Erfahrungstatsache. Unmöglichkeit eines unendlichen Regresses in der Reihe der nachgeordneten Ursachen.
  3. Schlussfolgerung: Die ursachlose Erste Ursache ist Gott.

Menschliche Freiheit und Naturrecht

Naturwesen unterliegen physikalischen Gesetzen, nicht weil sie frei sind. Der Mensch hingegen ist frei, und sein Verhalten wird durch das moralische Gesetz bestimmt, welches die Freiheit respektiert. Das ewige Gesetz wird in vernünftigen Wesen als Naturrecht partizipiert.

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