Exkretionssysteme im Tierreich
Eingeordnet in Biologie
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 2,94 KB
Ausscheidungssysteme bei wirbellosen Tieren
Protonephridien
Diese kommen bei Tieren ohne Zölom vor, wie beispielsweise bei Strudelwürmern. Es handelt sich um stark verzweigte Röhren, die in Zellen mit Zilien (Flammenzellen) oder Geißeln (Solenocyten) enden. Sowohl Zilien als auch Geißeln ragen in das Lumen des Rohres, und ihre Bewegung bewirkt den kontinuierlichen Abtransport von Stoffen nach außen.
Metanephridien
Diese treten bei coelomaten Tieren auf (z. B. Anneliden, Mollusken). Sie bestehen aus einem gewundenen Rohr, das von einem engmaschigen Kapillarnetz umgeben ist. Sie besitzen zwei Öffnungen: das Nephrostom, das sich in die Leibeshöhle (Coelom) öffnet, und das Nefridioporo (Auslass). Im Metanephridium findet eine Rückresorption nützlicher Verbindungen statt, während Abfallstoffe nach außen befördert werden.
Malpighische Gefäße
Dies ist eine Anpassung bei Insekten. Es handelt sich um dünne Röhren, die an einem Ende geschlossen und am anderen zum Magen-Darm-Trakt hin offen sind. Abfälle gelangen zusammen mit Wasser und gelösten Stoffen in die Röhre. Während die Abfälle durch den Anus ausgeschieden werden, werden Wasser und gelöste Stoffe im hinteren Darmbereich rückresorbiert.
Grüne Drüsen (Antennendrüsen)
Diese kommen bei Krebstieren vor und befinden sich an der Basis der Antennen. Strukturell bestehen sie aus einem Blindsack, in dem Abfallstoffe gesammelt werden, einem langen Röhrchen, in dem nützliche Substanzen resorbiert werden, und einer Blase, aus der die Abfallstoffe durch eine Öffnung (Nephridioporus) nach außen gelangen.
Urinbildung bei Wirbeltieren
Die Urinbildung findet im Nephron statt und umfasst drei Stufen:
1. Glomeruläre Filtration
Dieser Prozess findet in der Bowman-Kapsel statt. Aufgrund des Druckunterschieds zwischen den glomerulären Kapillaren und der Kapsel wird Flüssigkeit gefiltert. Dies liegt am unterschiedlichen Kaliber der zuführenden und abführenden Blutgefäße. Das Filtrat besteht sowohl aus Abfallstoffen als auch aus nützlichen Substanzen.
2. Tubuläre Rückresorption
Da die glomeruläre Filtration nicht selektiv ist, werden im weiteren Verlauf des Nephrons nützliche Stoffe aus dem Filtrat zurück in das Blut resorbiert. Dies geschieht in verschiedenen Abschnitten des Nephrons durch die zahlreichen umliegenden Kapillaren.
3. Sekretion
Bei diesem Prozess gelangen bestimmte Stoffe aus den Kapillaren direkt in das Innere des Nephrons, insbesondere in den distalen Tubulus. Diese Sekretion ist wichtig für die Aufrechterhaltung der Ionenkonzentration, insbesondere von H+- und K+-Ionen.
Am Ende des Prozesses bildet sich der Urin, der in die Sammelrohre der Niere gelangt. Von dort fließt er in das Nierenbecken, durch die Harnleiter in die Blase, wo er gespeichert wird, bis er schließlich durch die Harnröhre nach außen abgegeben wird.