Faktoren und Organisationsformen multinationaler Unternehmen

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Faktoren der multinationalen Expansion (Gründe)

Die Entscheidung von Unternehmen, international zu expandieren, basiert auf verschiedenen strategischen und wirtschaftlichen Überlegungen:

  1. Eroberung neuer Märkte

    Expansion in Märkte, in denen das Unternehmen bisher nicht präsent war, oder Erschließung von Märkten, die ohne direkte Präsenz nicht zugänglich wären.

  2. Nutzung von Wettbewerbsvorteilen

    Unternehmen verlagern Teile ihrer Aktivitäten ins Ausland, um:

    • Rohstoffquellen zu nutzen.
    • von niedrigeren Kosten (z. B. Lohnkosten) zu profitieren.
    • Steuervorteile zu nutzen.
    • von geringeren Anforderungen an den Sozial- oder Umweltschutz zu profitieren.
  3. Transfer von Technologie oder Produkten im Spätzyklus

    Technologieintensive Produkte oder solche, deren Herstellung hohe Investitionen erfordert, können durch Direktinvestitionen (DI) oder die Produktion in Ländern mit niedrigerem Entwicklungsstand verlängert werden. Dadurch werden Produkte in Entwicklungsländern hergestellt und vermarktet, deren Produktion im Ursprungsland bereits eingestellt wurde.

  4. Überwindung protektionistischer Barrieren

    Um schwer zugängliche, geschützte Märkte (z. B. durch Zölle oder Quoten) zu erschließen, gründen Unternehmen Tochtergesellschaften direkt in diesen Zielmärkten.

Organisationsformen multinationaler Konzerne

Multinationale Konzerne nutzen verschiedene Systeme, um ihre internationalen Aktivitäten zu organisieren:

  1. Eröffnung von Filialen (Niederlassungen)

    Filialen sind direkt von der Muttergesellschaft im Ursprungsland abhängig. Dieses stark zentralisierte System kann aufgrund mangelnder Autonomie der lokalen Niederlassung und geringer Anpassungsfähigkeit an lokale Gegebenheiten zu Problemen führen.

  2. Gründung von Tochtergesellschaften (Wholly Owned Subsidiaries)

    Das Eigenkapital gehört vollständig der Muttergesellschaft. Die Tochtergesellschaft besitzt die Nationalität des Landes, in dem sie sich befindet, genießt jedoch mehr betriebliche Autonomie als eine Filiale. Die Etablierung erfolgt oft durch Neugründung oder den Kauf bestehender lokaler Unternehmen.

  3. Gründung von Joint Ventures (Gemeinschaftsunternehmen)

    Hierbei handelt es sich um Investitionen in Verbindung mit nationalen Partnern oder staatlichen Tochtergesellschaften. Diese Form wird häufig in Märkten gewählt, in denen dem multinationalen Unternehmen Kontakte oder lokales Wissen fehlen. Die häufigste Struktur ist eine Partnerschaft, bei der die Muttergesellschaft den Großteil des Kapitals (oft über 50 %) stellt und der lokale Partner Wissen und Kontakte einbringt. Das Unternehmen besitzt die Nationalität des Ziellandes, unterliegt dessen Gesetzen und genießt ein hohes Maß an Autonomie.

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