Falsifikationismus: Karl Poppers Wissenschaftstheorie
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Der Falsifikationismus: Eine Einführung
Der Falsifikationismus, seltener Kritischer Empirismus, ist die ursprünglich von Karl R. Popper entwickelte Wissenschaftstheorie des Kritischen Rationalismus. Er schlägt mit dem Abgrenzungskriterium der Falsifizierbarkeit und der Methode der Falsifikation Lösungen zum Abgrenzungsproblem und zum Induktionsproblem vor. Das heißt, er beantwortet die Fragen, wo die Grenzen der empirischen Forschung liegen und welche Methoden sie anwenden sollte.
Erkenntnisfortschritt durch "Versuch und Irrtum"
Nach der von Karl Popper begründeten Wissenschaftstheorie vollzieht sich der Erkenntnisfortschritt durch "trial and error" (Versuch und Irrtum): Auf offene Fragen geben wir versuchsweise eine Antwort und unterziehen diese einer strengen Prüfung. Wenn sie diese nicht bestehen, verwerfen wir die Antwort und versuchen, sie durch eine bessere zu ersetzen.
Theorien als Hypothesen
Alle Theorien sind nur Hypothesen. Sie sind nicht beweisbar, aber sie können sich bewähren. Bei der Induktion wird von Einzelfällen auf eine allgemeine Aussage geschlossen. Popper bezeichnet diese Aussagen als *Vorurteile* bzw. Vermutungen.
Humes Skepsis gegenüber Kausalität und objektiver Welt
Kausalität wird als eine zuverlässige, regelmäßig zusammen auftretende bivariate Kovariation von Ereignissen definiert. Vom gemeinsamen Auftreten wird nicht auf eine vorher schon dagewesene Kausalität geschlossen. Dass in der Vergangenheit ein Ereignis A immer von einem Ereignis B gefolgt war, und wir das als gesichert annehmen, muss nicht mit Bestimmtheit heißen, dass es auch in Zukunft so sein wird. Es wäre lediglich gewohnheitsmäßig wahrgenommenes, gemeinsames Aufeinandertreffen von Ereignissen.
Auch von der objektiven Welt als solcher zu sprechen, ergibt nach Hume keinen großen Sinn, denn die Welt jenseits unserer eigenen Vorstellungen gibt es nicht als solche, die wir erfahren könnten. Wir haben bloß sensorische Eindrücke von einer Welt, und diese sensorischen Eindrücke verändern sich. Wir haben Schwierigkeiten, gesicherte Annahmen und Kenntnisse der Welt als solche zu formen. Selbst über uns können wir nicht als Subjekte reden, denn jeder von uns ist in seiner eigenen Erfahrung nicht als Subjekt direkt gegeben. Wir haben zwar eigene Gedanken, aber von diesen auch nur die Eindrücke; wir haben zwar eine Ahnung unserer Bewegung, aber auch von diesen nur die eigenen Eindrücke. Deshalb sind wir wie Bündel unserer eigenen Impressionen über uns selbst. Hume hat sich mit seiner Arbeit von der Frage, was Kausalität *ist*, wegbewegt und den Fokus auf die Frage gelenkt, warum wir Kausalität überhaupt behaupten.