Die Familie als soziale Grundeinheit: Wandel und Funktionen

Eingeordnet in Medizin & Gesundheit

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 19,44 KB

Die Familie als soziale Grundeinheit

Der Mensch ist ein soziales Wesen, das in eine Vielzahl von Gruppen und Netzwerken eingebunden ist. Diese sozialen Beziehungen bilden ein identifizierbares Umfeld, das die soziale Identität stärkt und materielle Hilfe, Dienstleistungen sowie Informationen bietet. Die Familie ist die grundlegende Versorgungseinheit der Gesellschaft, deren Struktur sich im Laufe der Jahre stark gewandelt hat.

Die Familie stellt das Bindeglied zwischen dem Individuum und der Gemeinschaft dar, in der es lebt. Ein familienorientierter Ansatz im medizinischen Kontext bedeutet, die Beziehungen zwischen den Familienmitgliedern in den Fokus zu rücken. Dabei wird die Familie als „Ganzes“ betrachtet, wobei die unterschiedlichen Beziehungsgeflechte zwischen ihren Mitgliedern berücksichtigt werden.

Es sollte nicht vergessen werden, dass Familienmitglieder in Arbeits-, Bildungs- und emotionalen Bereichen ständig Informationen austauschen.

Definition und Bedeutung der Familie

Ist es einfach, die Familie zu definieren? Viele Definitionen basieren auf dem westlichen Modell (Monogamie, Fortpflanzung, Beständigkeit etc.).

„Die Familie ist ein zentrales Fortpflanzungssystem, das grundlegende Verwandtschaftsbeziehungen erzeugt.“

Die Familie ist eine Organisation für Produktion, Konsum und Beziehungen. Sie basiert auf primären affektiven Bindungen, Zufriedenheit, Ideologie, Sozialisation sowie kulturellem, wirtschaftlichem und standortbezogenem Schutz. Sie ist eine dynamische und flexible Organisation, die sich im Laufe der Zeit an den sozialen Kontext anpasst. Die menschliche Familie ist die Grundeinheit par excellence.

Zentrale Funktionen der Familie

  • Enkulturation: Vermittlung von Kultur und Werten.
  • Regulation: Festlegung von Regeln und Normen.
  • Gesundheitsfürsorge: Schutz und Pflege der Mitglieder.

Die UN definiert die Familie als eine „Gruppe von Menschen, die durch Blutsverwandtschaft, Heirat oder Adoption verbunden sind und in einem Haushalt zusammenleben“. Sie ist eine biopsychosoziale Einheit, die lebenswichtige Funktionen wie Fortpflanzung, Erziehung und Existenzsicherung erfüllt.

  • Die grundlegende Quelle der Sorge für ihre Mitglieder.
  • Die Quelle der Selbstmanagement-Ausbildung.
  • Die Quelle der Unterstützung und Sozialisation.
  • Das Zuhause ist der Ort, an dem die meisten Gesundheitsprobleme ohne ärztliche Inanspruchnahme durch informelle Leistungen gelöst werden.

Aktuelle soziologische Trends

  • Kinder verbleiben oft bis ins höhere Erwachsenenalter im Elternhaus.
  • Ein Prozess der Juvenilisierung verlängert die Abhängigkeit von der Familie durch längere Ausbildungszeiten.
  • Junge Paare gehen langfristige Bindungen ein, leben aber weiterhin bei den Eltern.
  • Die Phase des „Empty Nest“ (Paare ohne Kinder im Haushalt) hat sich verlängert.
  • Die Integration von Frauen in die Arbeitswelt verändert die traditionelle Rollenverteilung.
  • Zunahme des Zusammenlebens ohne Trauschein als Alternative zur Ehe.
  • Scheidungen führen zur Auflösung der Kernfamilie und zur Entstehung von Einpersonen- oder Alleinerziehendenhaushalten.
  • Institutionen wie Pflegefamilien oder häusliche Hilfen ersetzen die Familie in Krisensituationen.
  • Ältere Menschen bleiben so lange wie möglich in ihrer eigenen Wohnung.

Familiäre Dysfunktionen

  • Unfähigkeit der Familie, Probleme aufgrund von Strukturveränderungen zu lösen.
  • Fehler in den elterlichen Rollen und Rollenkonfusion.
  • Konflikte durch äußeren Druck oder ungeeignete interne Beziehungen.
  • Widerstand gegen notwendige Veränderungen.
  • Präsenz eines „Sündenbocks“, auf den Probleme projiziert werden.
  • Kontinuierliche Drohung der Trennung.

Wann Familien professionelle Hilfe benötigen

  • Im Prozess der Auflösung oder Scheidung.
  • Bei jugendlichen Straftätern innerhalb der Familie.
  • Bei Gewalt oder Missbrauch gegenüber Kindern.
  • Bei Mitgliedern mit Drogenabhängigkeit.
  • Nach Selbstmordversuchen eines Mitglieds.
  • Bei Kindern mit körperlichen oder geistigen Behinderungen.
  • Bei Mitgliedern mit psychosomatischen Erkrankungen.

Umgang mit psychischen Belastungen

Vermeidung von:

  • „Verschwörung des Schweigens“ durch die Pflegepersonen.
  • Einsamkeit und Isolation des Kranken durch mangelnden Gefühlsausdruck.

Kompetenztraining:

+ QlYwfwg8B8DawZPDiQIDgGDP0l4gTxXESJ mqFu4

Stressreduktion für pflegende Angehörige

Überlastung ist die subjektive emotionale Reaktion (Stress) der Pflegeperson auf die objektiven Anforderungen der Pflegesituation.

Angebote zur Entlastung:

  • Zeit zur freien Verfügung schaffen.
  • Soziale Kontakte aufrechterhalten.
  • Den Beruf beibehalten (nicht nur Dienstleistungserbringung).

Berücksichtigt werden sollte zudem die Umstrukturierung von Betreuungspflichten nach Geschlecht und Alter.

== 2Q

Eine gerechte Verteilung der Aufgaben ist essenziell für die Familiengesundheit.

Verwandte Einträge: