Faschismus: Merkmale, Prinzipien und gesellschaftliche Folgen

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Faschismus in den 1930er Jahren

In den 1930er Jahren veränderte der Faschismus die europäische politische Landschaft. Die Option Faschismus wurde zur großen Trennlinie zwischen politischen Parteien, Staaten und sogar unter den Bürgern selbst.

Grundzüge der faschistischen Ideologie

Zu den Prinzipien der faschistischen Lehre gehört ihr radikaler Nationalismus: Nationalismus fordert die Überlegenheit gegenüber benachbarten Völkern. Die Bewegung ist unparlamentarisch und illiberal: demokratische Systeme wurden beschuldigt, innere Zerrissenheit und Schwäche des Landes zu fördern. Der Einzelne muss dem Staat untergeordnet werden. Duldung von Rassismus, Misstrauen gegenüber Vernunft und Intellektualität sowie das Prinzip der absoluten Führung sind zentral.

Beziehung zu Liberalismus und Marxismus

Faschismus präsentiert sich als Alternative zu Liberalismus und Marxismus und lehnt zentrale Elemente beider ab.

Politische Prinzipien

  • Ablehnung des freiheitlich-demokratischen Systems: Die parlamentarische Demokratie und der Pluralismus werden verworfen.
  • Diktatur und Exekutivherrschaft: Die Exekutive dominiert; es gibt keine echte Gewaltenteilung.
  • Führerprinzip: Es wird blinder Gehorsam verlangt, keine Kontrolle oder Kritik; ständige Mobilmachung und Alarmbereitschaft sind erwünscht.
  • Elitegedanke: Menschen werden von Natur aus als ungleich angesehen; eine Minderheit soll die Führung übernehmen.
  • Einparteienherrschaft: Beseitigung des politischen Pluralismus.
  • Nationalismus, Imperialismus und Militarismus: Streben nach Lebensraum, Einsatz paramilitärischer Kräfte und Verherrlichung von Gewalt.
  • Vorherrschaft des Staates: Absolute Kontrolle und Informationsmonopol durch den Staat.
  • Irrationalismus: Entscheidungsmuster, die Vernunft und rationalen Diskurs ablehnen.

Soziale Prinzipien

  • Betonung sozialer Ungleichheit: Gesellschaftliche Hierarchien werden als natürlich dargestellt.
  • Rassismus: Ideen von Rassenreinheit, Ablehnung der "Anderen" und Verachtung der Schwachen.
  • Jugendorganisationen: Rahmen zur Indoktrination in militarisierten Strukturen.
  • Unterstützung bestimmter Klassen: Unterstützung des Bürgertums, das sich vor sozialen Forderungen fürchtet; Mittelschichten: die Situation verbessert sich nicht; Arbeiterklasse: Beschäftigungsmöglichkeiten werden versprochen oder geschaffen.
  • Traditionelle Rolle der Frauen: Förderung der Geburtenrate und Betonung von Männlichkeit.

Ökonomische Prinzipien

Der Faschismus integriert Elemente des Kapitalismus, strebt jedoch eine staatlich gelenkte Wirtschaftspolitik an.

  • Autarkie: Einführung von Protektionismus sowie Regulierung von Konsum und Investitionen.
  • Imperiale Expansion: Suche nach Rohstoffen, Energiequellen und neuen Märkten.
  • Territoriale Expansion: Das Prinzip des "Lebensraums".
  • Große öffentliche Arbeiten: Sie verfolgen zwei Ziele: Arbeitslosigkeit verringern und die Legitimation des Systems gegenüber der Bevölkerung durch konkrete Leistungen begründen.

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