Federico García Lorca – Historischer und literarischer Kontext (Spanien 1900–1939)
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Historischer Kontext
Historischer Kontext: Lorca lebte während des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts; diese Periode endete mit dem Ausbruch des spanischen Bürgerkriegs. Spanien im 20. Jahrhundert war ein Land im Niedergang, mit schwerwiegenden inneren Problemen. Wir können drei Etappen unterscheiden:
Anfang des Jahrhunderts bis 1923
Die Krise ist durch den Krieg in Kuba und die Katastrophe von 1898 gekennzeichnet, die das Ende der spanischen Herrschaft in Amerika bedeutete. Dieses Ereignis änderte nichts am Machtwechsel zwischen den liberalen und konservativen Parteien im Rahmen der Monarchie Alfons XIII. Die Oligarchie, bereichert durch Exporte, und die Arbeiter wurden durch steigende Preise ärmer. Die allgemeine Unzufriedenheit kulminierte 1917. Die Spannung erhöhte sich durch den Krieg in Marokko.
Diktatur von Primo de Rivera
Angesichts der Ernsthaftigkeit der Lage übernahm General Primo de Rivera mit Zustimmung Alfons XIII. die Macht. Er entschied sich jedoch vorwiegend dafür, die öffentliche Ordnung wiederherzustellen, anstatt nachhaltige Lösungen für die strukturellen Probleme zu suchen. Der Widerstand der Mittelschicht und eine neue Krise führten zum Rücktritt Primo de Riveras. Alfons XIII. dankte ab; es wurde die Zweite Republik ausgerufen.
Zweite Republik
Die Zweite Republik versuchte, das Land tiefgreifend zu verändern, doch es kam zu starken Auseinandersetzungen zwischen Links und Rechts. General Francisco Franco rebellierte gegen die Republik und begann einen Krieg, der drei Jahre dauerte und die schwerste Konfrontation in der spanischen Geschichte darstellte.
Literarischer Kontext
Literarischer Kontext: Das literarische Leben erlebte ein zweites goldenes Zeitalter. Wichtige Strömungen und Gruppen jener Zeit lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Anfang des 20. Jahrhunderts: Zwei bedeutende literarische Strömungen sind die Moderne und die Generación del 98. Rebellion und Kritik richteten sich gegen politische Missstände und gegen etablierte literarische Formen.
- G14 / Novecento: Diese Strömung definiert einen geistigen Wandel und lehnt den Sentimentalismus ab; Gefühle sollen bewusst gestaltet und nicht rein ästhetisch behandelt werden.
- Avantgarde-Bewegungen: Sie brechen mit konventioneller Kunst, öffnen Raum für das Irrationale, hinterfragen die Humanität und schlagen neue, oft experimentelle Spielweisen des schöpferischen Akts vor.
- Generación del 27: Eine Gruppe avantgardistischer Dichter, die Tradition und Moderne vereint (z. B. Lorca, Alberti, Cernuda). Mit ihnen erreichte die spanische Poesie ein hohes Niveau. Die Generation 27 verbindet Erneuerung und Tradition, Elemente der Volkskultur und der allgemeinen Kultur und zollt Hommage an Góngora.
Theatertrends
Für das Theater lassen sich zwei Haupttendenzen beobachten:
Theater: Kommerziell
Fortsetzung der Tradition der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts; das Hauptziel war Unterhaltung und Lachen. Zu dieser Richtung gehören: die bürgerliche Komödie, das Gesellschaftsdrama, moderne Versdramen und das komische Theater.
Theater: Innovativ
Das innovative Theater suchte neue Ansätze, neue Techniken und neue Ideologien. Es zielte nicht primär auf Unterhaltung ab, sondern wollte zum Nachdenken anregen. Aus der Generación del 98 kamen Ansätze, die aktuelle menschliche Konflikte thematisierten (z. B. Unamuno). Lorca erneuerte das Theater durch die R Reinigung und die Einbeziehung poetischer Elemente sowie avantgardistischer Formen; er wollte das Theater dem Volk näherbringen und es künstlerisch erneuern.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Lorcas Leben und Werk in ein historisch und kulturell äußerst bewegtes Zeitalter fallen: sozialer und politischer Umbruch, literarische Erneuerung und experimentelles Theater prägten die Bühne und die Literatur Spaniens im frühen 20. Jahrhundert.