Flussregime und ihre Einflussfaktoren: Eine Übersicht
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Flussregime
Ein Flussregime beschreibt die jahreszeitlichen Schwankungen der Wasserführung eines Flusses.
Arten von Flussregimen
- Nival (Schneeregime): Typisch für höhere Bergregionen. Das Wasser gefriert im Winter aufgrund der geringen Strömung. Im Frühjahr und Sommer trägt das Schmelzwasser erheblich zur Wasserführung bei.
- Nivopluvial und Pluvionival: Hierbei kombinieren sich zwei Faktoren. Der nival-Faktor ist dominant, wird jedoch durch den Einfluss von Regenfällen in den feuchteren Monaten ergänzt. Diese Regime treten in Gebieten auf, in denen Berge sowohl von Schneeschmelze als auch von starken Niederschlägen betroffen sind.
- Pluvial (ozeanisch/atlantisch): Betrifft Flüsse am atlantischen Hang, insbesondere in Galicien. Sie sind durch heftige Regenfälle geprägt. Im Sommer sinkt die Strömung aufgrund geringerer Niederschläge, ohne jedoch völlig auszutrocknen. Die Flüsse sind im Allgemeinen wasserreich, aber kurz.
- Pluvial (subtropisch): Entspricht dem Großteil der Flüsse an der Atlantikküste und Teilen Andalusiens. Bedingt durch das mediterrane Klima leiden diese Flüsse unter einer sommerlichen Trockenzeit von 4 bis 5 Monaten.
- Pluvial (mediterran): Ein sehr unregelmäßiges Regime. Die geringen Niederschläge und der geringe Beitrag durch Schnee führen zu einer ausgeprägten Trockenheit im Sommer. Ein deutlicher Höhepunkt der Wasserführung zeigt sich im Spätsommer und Frühherbst, verursacht durch Starkregenereignisse (Mittelmeertrog). Diese Flüsse neigen zu gefährlichen Überschwemmungen.
Faktoren, die das Flussregime beeinflussen
- Klima: Der wahrscheinlich einflussreichste Faktor. Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Niederschlagsmenge und der Wasserführung. Saisonale Niederschlagsmuster bestimmen die Perioden von Hochwasser und Dürre.
- Topografie: Das Relief bestimmt das Gefälle des Flusses, die Fließgeschwindigkeit und damit die Erosionskraft sowie das Potenzial zur Wasserkrafterzeugung. Zudem beeinflusst die Höhe das lokale Klima.
- Bodenbeschaffenheit: Der Grad der Durchlässigkeit des Bodens ist entscheidend. Ein undurchlässiger Untergrund beschleunigt den Abfluss, während ein durchlässiger Boden Wasser speichert und die zeitliche Verzögerung zwischen Niederschlag und Abflussspitze reguliert.
- Vegetation: Pflanzen verhindern ein zu schnelles Abfließen des Wassers, indem sie den Boden schützen und die Fließgeschwindigkeit in den Flussbetten verlangsamen. Dies wirkt dämpfend bei heftigen Überschwemmungen.
- Menschliche Faktoren: Durch wasserbauliche Maßnahmen wie Staudämme und Regulierungen wird das Hochwasserrisiko verringert und Wasser für Trockenzeiten gespeichert.