Forensische Medizin: Stich- und Schnittverletzungen

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Arten von Verletzungen durch Stich- und Schnittwaffen

1. Schürfwunden oder Erosionen

Wenn das Instrument die Haut nur tangential berührt, verursacht es eine Erosion oder eine teilweise Ablösung der Epidermis.

2. Wunden mit Zickzack- und Brückenbildung

Diese entstehen aufgrund der besonderen Eigenschaften der Haut oder der Region, z. B. in Faltenbereichen, in denen sich leicht lose Hautfalten bilden.

3. Unregelmäßige Wunden

Diese entstehen durch das Fehlen einer Schneide an der Waffe oder durch das Vorhandensein von Einkerbungen, die die Form der Schnittwunden mehr oder weniger verändern.

4. Verstümmelnde Verletzungen

Das Instrument greift einen markanten Teil des Körpers an. Wenn die Waffe sehr scharf ist, treten häufig Abrissmechanismen auf. Atypische Schnittwunden.

Prognose von Schnittverletzungen

Die Prognose hängt vom Instrument (Schärfe der Klinge und Sauberkeit der Waffe) und dem verletzten Bereich ab. Tödliche Blutungen oder gasförmige Embolien können bei dieser Art von Wunden auftreten. Die Heilung dieser Läsionen ist in der Regel schnell und führt zu linearen oder elliptischen, mehr oder weniger ausgedehnten Narben.

Instrumente für Stichverletzungen

Der schädliche Teil besteht aus einer mehr oder weniger schmalen, sich verjüngenden Klinge, die von einer, zwei oder mehr scharfen Kanten begrenzt wird. Je nach Anzahl der Kanten unterscheidet man einschneidige, zweischneidige oder mehrschneidige Instrumente. Die in der forensischen Praxis am häufigsten verwendeten Instrumente sind: Messer, Cuttermesser, Dolche, Stilette usw.

Wirkmechanismus von Stichwaffen

Die Wirkungsweise von Stichwaffen ist die des Stechens und Schneidens.

Merkmale von Stichwunden

Stichwunden sind zum Teil mit Schnittwunden vergleichbar und zum Teil mit Stichwunden. Die Morphologie kann je nach Form des Instruments variieren.

1. Zweischneidige Klinge

Die Wunde hat die Form eines Schlitzes, ähnlich wie bei einem Schneidwerkzeug, aber tiefer.

2. Einschneidige Klinge

Die Wunde hat die Form eines Schlitzes, wobei eines der beiden Enden spitz ist und oft einen deutlichen Wundschweif aufweist, während das andere stumpf und abgerundet ist.

3. Dicke einschneidige Klinge

Charakteristisch für diese Art von Messern ist das Vorhandensein eines Rückens gegenüber der Schneide. Das eine Ende ist spitz und weist einen Wundschweif auf, das andere ist quadratisch.

4. Mehrschneidige Klinge

Der Eingang ist sternförmig, mit so vielen Spitzen, wie das Instrument scharfe Kanten hat.

5. Atypische Stichwunden

Die wichtigsten Ursachen liegen im Instrument oder in der Art und Weise, wie die Wunde zugefügt wurde. Der Winkel der Schneide ist sehr spitz und hat keinen Wundschweif. Dies kann durch Bewegungen des Opfers oder der Waffe verursacht werden.

Verlauf von Stichwunden

Verschiedene Formen sind möglich:

  1. Der Verlauf kann einzeln oder mehrfach sein, wenn das Instrument mehrfach eindringt, ohne jemals ganz auszutreten.
  2. Der Verlauf kann senkrecht zur Hautoberfläche oder schräg verlaufen. Im letzteren Fall entsteht eine Abschrägung, die es ermöglicht, die Richtung des Verlaufs von außen zu diagnostizieren.
  3. Der Verlauf kann teilweise (Sackgasse) oder vollständig (Durchschuss) sein, wobei im letzteren Fall ein Austrittsloch entsteht. Die verschiedenen Ebenen des Verlaufs von Stichwunden weisen immer entsprechende Löcher in der gleichen Richtung auf, was sie von Stichwunden unterscheidet.

Austrittsloch

Das Austrittsloch ist konstant und in der Regel kleiner als das Eintrittsloch, insbesondere bei Waffen mit dünner und spitz zulaufender Klinge.

Prognose von Stichwunden

Es gelten die gleichen Richtlinien wie für Stichwunden. In einigen Regionen (z. B. am Hals) können sehr ernste Komplikationen auftreten.

Rechtsmedizinische Probleme bei Stichwaffen

Diagnose, ob die Wunde vital oder postmortal entstanden ist: Wichtige Daten sind das Vorhandensein von äußeren oder inneren Blutungen, eine Luftembolie bei Wunden an den Halsvenen und die Retraktion der Wundränder.

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