Francisco de Quevedo: Analyse von „El Buscón“ und seinem Stil

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Francisco de Quevedo und „El Buscón“

Inhalt und literarische Einflüsse

Quevedo: El Buscón (Das Leben des Hochstaplers namens Don Pablos) wurde erstmals 1626 gedruckt und war ein großer Erfolg. Quevedo nutzte das Genre des Schelmenromans, um seine Feder zu testen. Beim Schreiben dieses Werkes löste er sich jedoch von generischen Modellen und schuf einen sehr originellen Text.

Die Pikareske Tradition und Quevedos Originalität

Die gesamte Struktur des Werkes lehnt sich an Lazarillo an. Dazu gehören:

  • Die briefliche Form (bei zwei Romanen).
  • Grundlegende Merkmale des Protagonisten.
  • Sein Eifer für soziale Mobilität.
  • Der Hunger als Handlungsmotiv.
  • Die Dialektik zwischen Schein und Wirklichkeit.

Bemerkenswert ist auch der Einfluss des ersten Teils von Guzmán de Alfarache sowie der apokryphen Werke von Saavedra, insbesondere die Verwendung spezifischer Motive. Die Sprache scheint über Anekdoten und konventionellen narrativen Zügen, die von seinen Vorbildern geerbt wurden, zu schweben.

Ästhetik und sprachliche Meisterschaft

Der Schelm-Held erlebt Episoden aus seinem Leben. Die verschiedenen erzählten Ereignisse sind nicht miteinander verbunden, um eine Erklärung zu liefern, sondern stellen vielmehr eine Reihe von Szenen oder Bildern dar, in denen Quevedo seinen gesamten Witz und seine schriftstellerische Meisterschaft entfaltet. Das Werk scheint primär ästhetisch ausgerichtet zu sein; es versucht stets, die Aufmerksamkeit auf die Sprache zu lenken, um die maximale Schärfe zu offenbaren. Sobald ein Ereignis, ein Vorfall oder ein Umstand erschöpft ist, wechselt der Erzähler zu einem anderen Thema, wobei er seine sprachlichen Fähigkeiten erneut durch Finesse und Witz zum Ausdruck bringt.

El Buscón ist im Grunde eine literarische Demonstration, die Quevedos größtes Geschenk als Stilist zeigt.

Ideologie: Kritik an der sozialen Mobilität

Es ist plausibel anzunehmen, dass Quevedo den Wunsch nach sozialer Mobilität und den Drang, in die Reihen des Adels aufzusteigen, persifliert. Der Protagonist gesteht dieses Verlangen von Beginn des Romans an, doch seine Ansprüche bleiben erfolglos. Der Autor legt ihm stets falsche Worte in den Mund. Der Protagonist wird immer bestraft, wenn er versucht, reich zu werden oder sich als Adliger auszugeben – im krassen Gegensatz zur Straflosigkeit bei so schwerwiegenden Fällen wie dem Tod zweier Polizisten in der letzten Episode des Werkes.

Quevedo zeigt in diesem Roman seine offene Gegnerschaft zur sozialen Mobilität und verteidigt die starre Schichtgesellschaft, in der jeder innerhalb der Grenzen seines ursprünglichen sozialen Status bleiben sollte. Es ist anzunehmen, dass Quevedos Tirade sich direkt gegen zahlreiche reiche Konvertiten richtete, die zu dieser Zeit nach Adel strebten.

Quevedos Stil und Rhetorik

Charakteristika der Prosa

Einige der Merkmale, die in der Analyse von El Buscón enthalten sind, haben allgemeine Gültigkeit für Quevedos Prosa: sprachliche Schärfe, seine ständige Tendenz zur Übertreibung, basierend auf hyperbolischen Vergleichen, Karikatur usw.

Viele stilistische Konzepte sind ebenfalls repräsentativ für Quevedos Stil:

  • Kontraste und Widersprüche.
  • Übertreibungen.
  • Missverständnisse und Dilogie.
  • Polysemie und Paronomasien.
  • Ellipsen und Wortspiele.

Quevedo ist das literarische Genie, das eine gesamte frühere Tradition des mündlichen Sprachgebrauchs in höfischen Umgebungen zusammenfasst. Der Witz, der viele literarische Texte des 16. und 17. Jahrhunderts prägt, erreicht seinen Höhepunkt in Don Francisco. Quevedo ist somit die Synthese einer gesamten mündlichen literarischen Tradition, die durch die Tradition des Humanismus kultiviert wurde – deren letzter Vertreter er auch war. Er ist eine literarische Schlüsselfigur, da sein Können unerwartete stilistische und ästhetische Schöpfungen ermöglicht.

Groteske und Entmenschlichung

Die kastilische Sprache wird in seinen Händen zu einer endlosen Quelle überraschender verbaler Ergebnisse, immer mit der klaren Absicht, die Bewunderung des Lesers zu gewinnen. Sein ästhetisches Ziel ist untrennbar mit seiner Ideologie verbunden. Er präsentiert seine Figuren ohne jegliche Spur von Mitleid oder Zärtlichkeit, oft sogar mit einer gewissen Grausamkeit oder Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid anderer.

Rhetorisch spiegelt sich dies in den Prozessen der Entmenschlichung wider, denen der Autor die Charaktere unterzieht. Die groteske Übertreibung führt zu einer völligen Objektivierung. Diese Abwertung geht so weit, dass die Charaktere manchmal nur als reine visuelle Realität erfasst werden. Das Groteske und das Seltsame sind in Quevedos Kunst deutlich präsent.

Das Werk lässt sich durch die Verbreitung von Verrückten, Zwergen, Clowns und anderen grotesken Figuren erklären, die den Hof bevölkerten. Dies hat seine Wurzeln in der tiefen Krise der spanischen Gesellschaft des 17. Jahrhunderts.

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