Francisco de Quevedo: Liebe über den Tod hinaus

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Francisco de Quevedo ist vor allem für seine satirischen und spöttischen Gedichte bekannt, während seine Liebeslyrik oft weniger Beachtung findet. Doch gerade diese erreichte nach Ansicht der Kritiker die höchsten Ebenen der spanischen Lyrik. Dies gilt insbesondere für das Sonett „Stete Liebe über den Tod hinaus“ (Amor constante más allá de la muerte), das als eines der schönsten Liebesgedichte gilt, die jemals in spanischer Sprache verfasst wurden.

In nur vierzehn Zeilen kondensiert Quevedo Elemente der griechischen Mythologie über das Jenseits: Nach dem Tod (der „letzte Schatten“, der den „weißen Tag“ nimmt) trennt sich die Seele vom Leib und muss den finsteren Styx überqueren, geführt vom Boot des Charon. Das Gesetz verlangt, dass die Seele beim Überqueren der Lagune all ihre Erinnerungen an den Ufern zurücklässt, sodass sie bei Erreichen des Ziels keine Erinnerungen mehr besitzt.

Die Liebe des Dichters ist jedoch so intensiv, dass er bereit ist, dem Gesetz der Unterwelt zu trotzen. Er will die Erinnerung nicht am Ufer zurücklassen: „Meine Flamme wird durch das kalte Wasser schwimmen und den Respekt vor dem strengen Gesetz verlieren.“ Die Anspielung auf die „Flamme“ bezieht sich auf die populäre Metapher, die Liebe mit einem intensiven Feuer gleichsetzt – eine für Quevedos Conceptismo charakteristische Verdichtung.

Die Erinnerung an diese Liebe kann nicht am Ufer bleiben, da sie in der Seele wohnt („Seele, die ein Gefängnis für einen Gott war“). Sie kann durch das kalte Wasser schwimmen, der geplagten Seele folgend, um die Tiefe dieser Liebe zu bezeugen, die selbst nach dem Tod unvergesslich bleibt.

Um das Gedicht korrekt zu verstehen, muss man die letzten sechs Verse interpretieren, in denen der Dichter mit der Struktur spielt, um das Finale zu verstärken. In geordneter Form lauten sie sinngemäß:

  • „Seele, der ihr ganzer Körper ein Gefängnis für einen Gott war,“
  • „Adern, die so viel Feuer leiteten, werden zu Asche, doch sie werden Sinn ergeben,“
  • „Mark, das glorreich brannte, wird zu Staub, doch zu Staub in Liebe.“

Die Seele verlässt den Körper, doch die Hingabe bleibt. Die Adern, durch die das Feuer der Liebe floss, werden zu Asche, doch diese Asche behält ihren Sinn. Das Mark (médula – der Begriff „Kern“ wurde in diesem Kontext erst später üblich), das herrlich brannte und die Tiefe der Knochen erreichte, wird zu Staub, aber zu „Staub in Liebe“. Das Gedicht beschreibt eine Liebe, die so tief ist, dass sie über den Tod hinaus Bestand hat und der gesamten Existenz – sogar dem Sterben – einen Sinn verleiht: „Sie wird Asche sein, aber sie wird Sinn ergeben; sie wird Staub sein, aber Staub in Liebe.“

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