Die Franco-Diktatur: Machtstrukturen und Außenpolitik

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Die Entstehung des Franco-Staates

Franco schuf einen neuen Staat basierend auf den Idealen des 18. Juli. Diese umfassten die Verteidigung von Klasseninteressen, die Schaffung einer sozialen Ordnung und den Schutz von Unternehmensinteressen gegen soziales Chaos, Kommunismus und Antikatholizismus. Nach dem Sieg im Bürgerkrieg und einem Militärputsch etablierte sich eine Militärdiktatur, die alle Macht in sich konzentrierte. Die Diktatur verstand sich als Reaktion gegen die Zweite Republik, den Liberalismus, die Freimaurerei, den Sozialismus und den Kommunismus. Der Staatsstreich war klar und entschieden und führte zu einem stark zentralisierten Staat, der durch die Lehre der Kirche (nationaler Katholizismus und National-Syndikalismus) inspiriert wurde.

Die tragenden Säulen des Regimes

Die Kräfte, die das Franco-Regime unterstützten, waren:

  • Die Armee, deren Offiziere wichtige Planstellen in Regierung und Verwaltung besetzten.
  • Die Kirche, die sich vollständig mit dem neuen Regime identifizierte.
  • Die Falange, die als Einheitspartei die politische Kontrolle ausübte.
  • Großgrundbesitzer, Unternehmer und Finanzeliten sowie die katholische Bauernschaft.

Machtfestigung und die Rolle der Falange

In den 1940er Jahren festigte Franco seine enorme politische und militärische Macht durch Gesetze, die die legislative Gewalt stärkten und eine von der faschistischen Falange dominierte Regierung etablierten. Die Falange kontrollierte die Information sowie die Eigentumsverhältnisse der Medien und der Presse. Es wurde versucht, das Regime durch den Entwurf organischer Gesetze zu institutionalisieren. Schließlich verlor die Falange jedoch an Einfluss, bedingt durch die Vorfälle von Begoña – bei denen Granaten auf die Wagenkolonne von General Varela geworfen wurden – sowie durch die geopolitische Wende im Zweiten Weltkrieg.

Die Gesetzgebung des Regimes

Die komplexen Gesetze wurden nach den Bedürfnissen des Regimes gestaltet:

  • Arbeitsgesetz (Fuero del Trabajo): Basierend auf dem National-Syndikalismus und vertikalen Gewerkschaften als Reaktion auf den liberalen Kapitalismus und marxistischen Materialismus.
  • Gesetz zur Gründung der Cortes: Schaffung einer ständischen Kammer ohne Direktwahl.
  • Spanische Charta (Fuero de los Españoles): Diese sollte demokratische Verfassungen emulieren, enthielt jedoch Rechte und Pflichten ohne echte Garantien.
  • Volksabstimmungsgesetz: Es erlaubte dem Staatsoberhaupt, Gesetzesentwürfe der Cortes direkt dem Volk vorzulegen.

Nachfolge und Monarchie

Im Bereich des Erbrechts wurde festgelegt, dass Spanien ein katholischer und repräsentativer Staat ist. Es wurde eine Verordnung des Rates des Königreichs und der Regentschaft etabliert. Franco konnte dem Parlament die Nachfolge mit dem Titel eines Königs vorschlagen. Der Nachfolger musste einen Eid auf die Grundgesetze schwören. Damit brach Franco die erbliche Linie von Don Juan de Borbón. Stattdessen wurde Juan Carlos ab 1948 in Spanien erzogen. Es handelte sich nicht um eine konstitutionelle Monarchie, sondern um eine Fortführung der Diktatur in neuem Gewand.

Spanien im Zweiten Weltkrieg

Ursprünglich war Spanien im Zweiten Weltkrieg neutral, nahm aber später den Status der „Nicht-Kriegsführung“ ein. Es gab Verträge zwischen Deutschland und Spanien, da Spanien Deutschland mit U-Boot-Stützpunkten, Lebensmitteln und Wolfram unterstützte. Am 23. Oktober 1940 traf sich Franco mit Hitler in Hendaye. Ein Protokoll sah den Kriegseintritt Spaniens gegen England im Austausch für Gibraltar vor; zudem unterstützte Spanien die Achsenmächte mit der Blauen Division gegen die Sowjetunion. Nach der Landung der Alliierten in Nordafrika kehrte Spanien unter dem Druck der USA und Großbritanniens zur Neutralität zurück.

Internationale Isolation und Diplomatie

Internationale Kampagnen gegen das Franco-Spanien vonseiten der Linken waren zahlreich. In Potsdam lehnten die Sowjetunion, die USA und Großbritannien die Forderung Spaniens auf einen UN-Beitritt ab. 1946 schloss Frankreich die Grenze zu den Pyrenäen, und die Vereinten Nationen empfahlen den Abzug der Botschafter. Die spanische Diplomatie orientierte sich daraufhin zur arabischen Welt und zu lateinamerikanischen Ländern, um Verständnis bei antikonservativen Katholiken in Europa und den USA zu suchen.

Die Wirtschaftspolitik des Regimes

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