Franco und die Kirche in Spanien – Nationalkatholizismus & Opus Dei

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Franco

Franco in drei Perioden

Franco lässt sich in drei Perioden einteilen. In der Nachkriegszeit unterstützten verschiedene Fraktionen den Militärputsch; sie bildeten ein breites ideologisches Spektrum, das jedoch stets innerhalb der Grenzen der politischen Rechten blieb. Alle verwarfen die Republik, was die gesellschaftliche Lage prägte und die Praxis der Religion stärkte. Katholische Laienorganisationen traten auf und wuchsen; es entstanden Jugendbewegungen, und das Opus Dei begann seine Aktivitäten.

Katholiken gehörten nicht einer einzigen Bewegung an; sie waren in der Regel einer der beiden großen katholischen Organisationen mit religiöser und politischer Ausrichtung zugeordnet: der Nationale Katholische Vereinigung der Propagandisten und dem Opus Dei.

  • Nationale Katholische Vereinigung der Propagandisten – gegründet 1909 mit dem Ziel, klerikales Gedankengut zu verbreiten und gegen antiklerikale Strömungen zu wirken. Ihre Presseorgane dienten als Plattform; eine der wichtigsten Aufgaben war die Verteidigung der katholischen Lehre und die Förderung des Katechismusunterrichts in den Schulen.
  • Opus Dei – gegründet 1928 in Madrid; Ziel war die Heiligung der Mitglieder im beruflichen Alltag und die Anwendung christlicher Werte am Arbeitsplatz. In Francos Spanien gewann das Opus Dei wegen der großen Zahl seiner Mitglieder und der hohen Qualifikation vieler von ihnen besondere Bedeutung; viele wirkten als Technokraten, die politische Ziele an technischer Effizienz ausrichteten.

Der Einfluss des Klerus, säkularer Laien und der Aktivisten des Opus Dei sowie ihre zunehmende Präsenz in den Machtorganen führten dazu, dass Spanien als nationalkatholisch charakterisiert wurde.

Konkordat, Religionsgesetz und kirchlicher Wandel

Die zweite Periode umfasst das Konkordat mit dem Heiligen Stuhl (1953–1965). Mit dem Konkordat schloss der Staat 1953 ein Abkommen mit dem Vatikan, das der Kirche weitreichende Zugeständnisse in wirtschaftlichen, juristischen und bildungspolitischen Fragen einräumte – im Austausch für ihre Unterstützung des Regimes. Christliche Gruppen erlebten dadurch auch eine Verstärkung religiöser Praxis.

Später, im Jahr 1967, trat das Religionsgesetz in Kraft, das andere religiöse Bekenntnisse anerkannte; seine Wirkung blieb jedoch begrenzt, da ein Großteil der Spanier Katholiken war. Die Kirche erfuhr zugleich Erneuerungen durch das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965). Das Konzil schlug Veränderungen in politischen und sozialen Ansätzen vor, die insbesondere von jüngeren Klerikern aufgegriffen wurden.

Ein Teil der spanischen kirchlichen Hierarchie distanzierte sich vom Regime. Die Kirche erhob zunehmend Klagen über soziale Ungerechtigkeit, wodurch eine Kluft zwischen Kirche und Staat entstand – eine Folge der Lehren des Konzils.

Die demokratische Phase begann 1975, als König Juan Carlos I. die Transition einleitete und das spanische Volk in einem Referendum die demokratischen Institutionen bestätigte. Auch die Kirche passte sich dem pluralistischen System an. Es wurden Garantien für freie Weltanschauung, Religionsausübung und Gottesdienst eingeführt.

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