Franco-Regime: Reformismus und politische Stagnation

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Franco: Reformismus und politische Unbeweglichkeit

In diesem Zusammenhang versuchte Franco, die Strukturen zu modernisieren, während die politische Ordnung ohne demokratische Öffnung unverändert blieb. Der politische Aufstieg von Admiral Carrero Blanco bedeutete eine Stärkung der Technokraten. Die aufeinanderfolgenden Regierungen ab 1962 führten zur Einbeziehung der neuen technokratischen Linie unter Minister Fraga Iribarne, der im Ministerium für Information und Tourismus die reformistische Linie vertrat. Dies führte zu einer Erneuerung der Politik, und die getroffenen Maßnahmen waren entscheidend für die Verbesserung der sozialen Wohlfahrt.

Legislative Reformen und gesellschaftlicher Wandel

Die durchgeführten legislativen Reformen umfassten folgende Meilensteine:

  • 1963: Schaffung des Gerichtshofs für öffentliche Ordnung (TOP), um politische Verbrechen zu behandeln, was zu einer scheinbar geringeren Repression führte.
  • 1966: Verabschiedung des Pressegesetzes (Ley de Prensa), welches die Vorzensur abschaffte und neue Publikationen erlaubte.
  • 1967: Einführung des Gesetzes über Religionsfreiheit und die familiäre Vertretung.

Wirtschaftliche und staatliche Neuordnung

Im Bereich der industriellen Beziehungen trat 1958 das Tarifrecht in Kraft. Weitere wichtige gesetzliche Grundlagen waren:

  • 1967: Das Sozialversicherungsgesetz (Social Security Act).
  • 1966: Das Organische Staatsgesetz.
  • 1969: Das Gesetz zur Nachfolgeregelung, in dem Franco Juan Carlos de Borbón als seinen Nachfolger ernannte, was das Verhältnis zwischen Technokraten und Falangisten beruhigte.

Internationale Beziehungen und Entkolonialisierung

1962 beantragte Spanien den Zugang zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), was jedoch aufgrund des fehlenden demokratischen Regimes verweigert wurde. Erst 1970 wurde ein Präferenzabkommen erreicht, das Zölle senkte und Exporte förderte. Zudem beteiligte sich Spanien am Prozess der Entkolonialisierung:

  • 1966: Freigabe von Marokko (laut Dokument).
  • 1968: Unabhängigkeit von Äquatorialguinea.
  • 1969: Rückgabe von Ifni; das Gebiet der Westsahara blieb bis 1975 unter spanischer Kontrolle.

Krisen, der Matesa-Skandal und politische Stagnation

Die Spannungen zwischen Reformern und Hardlinern brachen 1969 mit dem Matesa-Skandal offen aus. Ein Textilmaschinenunternehmen mit Verbindungen zum Opus Dei war in einen Finanzbetrug bei Exporten verwickelt. Korruptionsvorwürfe gegen Beamte des Regimes wurden durch die Presse verbreitet, was erhebliche politische Auswirkungen hatte. Im Jahr 1970 folgte der Prozess von Burgos (Burgos Martial), bei dem der Staatsanwalt sechs Todesurteile gegen ETA-Mitglieder forderte, was zu massiven Protesten gegen das Militär führte.

Rückzug in die Stagnation

In diesem Kontext konzentrierten sich die internen Spannungen auf die Fortführung des Franco-Regimes, nachdem man sich für eine unbewegliche Position entschieden hatte. Der neue Entwurf des Gesetzes über politische Vereinigungen wurde gestoppt, was einen Rückschritt in die Stagnation bedeutete.

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