Franco-Regime in Spanien: Ideologie, Soziale Stütze und Institutionen (1939–1975)
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Einleitung
Punkt 29
EINLEITUNG. Am 1. April 1939 wurde der Krieg beendet. Das Ergebnis war die Konsolidierung des diktatorischen Regimes von Franco, das bis 1975 andauerte, als der General Franco starb. Das Regime ließ sich grob in zwei Etappen einteilen: 1) Bis 1959 die Schaffung eines totalitären Staates, inspiriert am faschistischen Modell, und 2) die späteren Jahre, in denen sich die internationale Situation änderte und Spanien nach der internationalen Isolation strebte.
Ideologische Grundlagen von Franco
FUNDAMENTE von Franco: ideologische und soziale Aspekte. Das Franco-Regime dauerte fast vier Jahrzehnte. In dieser Zeit traten viele tiefgreifende Veränderungen ein, die die diktatorische politische Struktur Spaniens prägten. Das Regime passte sich den jeweiligen Umständen an.
Ideologische Komponente
Ideologische Elemente
- Unterstützung durch verschiedene Fraktionen: Der militärische Aufstand war zwar relativ breit, zeigte aber die Grenzen seiner rechten politischen Basis.
- Das Bündnis beruhte auf gemeinsamen Ablehnungen mehrerer politischer Strömungen.
- Francos Projekte waren unter anderem:
- a) Ein katholischer Staat.
- b) Durchsetzung einer starken, nationalistischen und zentralisierten Macht.
- c) Ausschaltung von Individuen und ideologischen Kräften, die die Republik unterstützt hatten, sowie die Stärkung der Autorität des Caudillo.
Soziale Unterstützung
Soziale Stützpfeiler. Zu den wichtigsten sozialen Trägern des Regimes gehörten das Militär, kleine und mittlere Grundbesitzer, Kapitalisten und unternehmerische Oligarchien sowie die Geistlichkeit.
Francos politisches Denken
FRANCOS politisches Denken. Franco hatte vor allem eine militärische Ausbildung und geringes Interesse an theoretischer Politik, verfügte jedoch über einen starken Führungswillen und große Anpassungsfähigkeit. Sein einziges Ziel war es, an der Macht zu bleiben und diese ohne Einschränkungen auszuüben. Er orientierte sich an folgenden Prinzipien:
- Institutionelle und politische Formationen, die er als erhaben betrachtete: Armee und nationaler Patriotismus, Einheitsvision und Traditionsbewahrung Spaniens; er verteidigte die territoriale Integrität des Landes als prioritär. Sein Ziel war es außerdem, die ausschließliche Verwendung des Kastilischen (Castellano) zu fördern.
Falange und nationaler Syndikalismus
FALANGE und der nationale Syndikalismus. Die Falange wurde in das System eingegliedert und propagierte ein totalitäres Staatsbild in Kriegszeiten. Sie stand unter Kontrolle eines einzigen Parteien- und Gewerkschaftsführers. José Antonio Primo de Rivera, Gründer der Falange, wurde während des Bürgerkriegs getötet; seine Ideen beeinflussten jedoch das syndikalistische Feld.
Kirche und Nationalstaat
Nationalkirche und Staat. Die Kirche unterstützte die Aufständischen. Franco erkannte der Kirche eine Vormachtstellung in Macht und Ideologie zu. Die Geistlichkeit hatte absoluten Einfluss: Schulbücher wurden zensiert und die katholische Religionslehre wurde verpflichtend im Unterricht verankert.
Katholische Organisationen
Katholiken gehörten nicht zwingend einer bestimmten Partei an, tendierten aber in der Regel zu zwei großen katholischen Organisationen: der ACNP und dem Opus Dei. Die ACNP (Asociación Católica Nacional de Propagandistas), gegründet Anfang des 20. Jahrhunderts, hatte das Ziel, katholische Ideen zu verbreiten und antiklerikale Strömungen zu bekämpfen. Das Opus Dei, 1928 gegründet, verfolgte hingegen vor allem die persönliche und berufliche Förderung seiner Mitglieder und wird oft mit technokratischen Netzwerken in Verbindung gebracht.
Monarchistische Gruppen
Die monarchischen Gruppen und das juanistische Regime. Unterstützer waren unter anderem:
- Die Karlisten (Traditionalisten),
- die restaurativen Parteien, die die Rückkehr der Krone und die Ansprüche Don Juan de Borbons (Sohn von Alfons XIII.) unterstützten.
Blaue Phase: Falangismus und Symbolik
BLAUE PHASE oder Falangisten. In den 1940er Jahren, besonders nach dem Zweiten Weltkrieg, übernahm das Franco-Regime viele symbolische Elemente des spanischen Falangismus: die blauen Uniformen, Paraden und Hymnen. Die Falange wurde dem Militär und der Kirche untergeordnet. Es kam zu einer starken Exaltación Francos als Führer.
Exil und Repression nach dem Krieg
Das Spanien des Exils. In den letzten Kriegstagen kam es zu Panikwellen; viele Menschen flohen und wurden aus dem politischen Leben verbannt.
Repression in der Nachkriegszeit. Die Todesstrafe wurde wieder eingeführt und angewandt; Bücher und Archive wurden weit verbreitet vernichtet oder zensiert. Autoren und Themen, die als gefährlich galten, wurden verboten.
Institutionelle Transformationen des Regimes
FRANCO: institutionelle Transformationen. Eines der grundlegenden Ziele Francos in den ersten Jahrzehnten war die Schaffung eines neuen nationalistischen, autoritären und katholischen Staates.
Monarchische Vorschläge und die Falange
Monarchische Vorschläge und Falangen. Es gab Vorschläge zur Neuordnung der Institutionen, um dem Monarchen und den Falangisten einen neuen Status zu geben. Manche Gruppen wollten, dass der Staat Franco als Oberhaupt festschreibt.
Der neue Staat
Der neue Staat. Franco verbot zwar die Bezeichnung "faschistisches Regime" für sein System, definierte aber eine eigene Form von autoritärer Ordnung. Wichtige Gesetze und Akte in dieser Zeit waren unter anderem:
- (1) Zuständigkeitsregelungen für den spanischen Staat,
- (2) das Gesetz über nationale Referenden,
- (3) Erbfolge- und Nachfolgeregelungen,
- (4) das Gesetz über das Movimiento Nacional.
Staatliche Kontrolle der Gewerkschaften
Eine staatliche Gewerkschaftsordnung. Die Arbeitsgerichte und die arbeitsrechtlichen Institutionen standen unter staatlicher Kontrolle. Es existierte nur eine staatlich legitimierte Gewerkschaftsorganisation, die die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern regulieren sollte.
Neutralität und internationale Isolierung
Neutralität und internationale Isolierung. Spanien war bei Kriegsende eng mit den faschistischen Mächten verbunden. Franco wollte zunächst nicht aktiv am Zweiten Weltkrieg teilnehmen, hielt aber direkte Kontakte zu Hitler und zu anderen Führern.
Öffnung zum Westen
Öffnung gegenüber dem Westen. Mit der Veränderung der internationalen Lage in den 1950er Jahren und dem Aufstieg des Kalten Krieges wurde Spanien für den Westen wieder interessant. Das frühere Image des Regimes als Erbe des Faschismus verblasste allmählich, als politische und wirtschaftliche Interessen eine Annäherung an die westlichen Mächte ermöglichten.