Franco-Spanien: Außenpolitik, Isolation und Wirtschaftswandel

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Außenpolitik Spaniens unter Franco (1939–1945)

Die Außenpolitik in diesen Jahren war geprägt von der Freundschaft mit den Achsenmächten. Spanien blieb im Zweiten Weltkrieg neutral, hauptsächlich aufgrund des katastrophalen Zustands des Landes nach dem Bürgerkrieg. Spanien wollte zwar in den Krieg eintreten. Franco unterzeichnete ein Geheimabkommen, in dem er zustimmte, zu einem nicht festgesetzten Termin in den Krieg einzutreten, im Gegenzug für territoriale Entschädigungen in Nordafrika.

Spanien trat dem Zweiten Weltkrieg nicht bei, stellte aber die Blaue Division gegen die Sowjets. Die Niederlage der Achsenmächte in der letzten Phase des Krieges war ein schwerer Schlag gegen das Regime, das mit deren Unterstützung errichtet worden war.

Internationale Isolation nach 1945

Bald folgten internationale Beschwerden. Im Juni 1945 wurde der Beitritt Spaniens zur UNO abgelehnt. Im folgenden Jahr schloss Frankreich seine Grenze zu Spanien, und die Vereinten Nationen beschlossen, Spanien von internationalen Organisationen auszuschließen und Botschafter abzuziehen. Angesichts dieser Situation beschloss das Franco-Regime, sich von allen faschistischen Merkmalen zu distanzieren, indem es eine Position annahm, die den westlichen politischen Systemen näherkam, und seinen Katholizismus und Antikommunismus hervorhob. Diese Argumente fanden in den Medien großen Anklang im Inland.

Der Rückgang der Politik der Katholiken (1956–1957)

Die 1950er Jahre markierten den Höhepunkt der Allianz zwischen der Franco-Diktatur und der spanischen Kirche. Doch die Kirche, ebenso wie die Falange, schwächte sich ab und verlor gesellschaftlichen Einfluss. Nur die Armee blieb bis zum Ende eine sichere Garantie des Regimes. Das Regime war Mitte der 50er Jahre vollständig konsolidiert. Die Politik der Katholiken begann jedoch, Anzeichen von Erschöpfung zu zeigen. Die Technokraten des Opus Dei fanden ihre Chance.

Im Jahr 1956 gab es heftige Auseinandersetzungen zwischen Liberalen und Falangisten. Die Kommunistische Partei Spaniens unter der Leitung von Santiago Carrillo schlug 1956 eine Politik der nationalen Versöhnung vor.

Diplomatische Schritte und Kalter Krieg

Die spanische Diplomatie verfolgte Schritte in drei Richtungen:

  • Stärkung freundschaftlicher Beziehungen zur arabischen Welt.
  • Suche nach Verständnis bei konservativen Katholiken und der anti-US-orientierten Europäischen Gemeinschaft.
  • Gewinnung der Unterstützung lateinamerikanischer Länder.

Francos Hoffnungen auf internationale Anerkennung mehrten sich, da sich die Trennung zwischen zwei unversöhnlichen Blöcken (Kalter Krieg) weltweit verstärkte.

Wirtschaft und Gesellschaft: Vom Bürgerkrieg zur Modernisierung

Der Bürgerkrieg unterbrach den Prozess der Modernisierung der spanischen Gesellschaft, der im frühen zwanzigsten Jahrhundert begonnen hatte. Die prominentesten demografischen Folgen waren die starke Abwanderung aus ländlichen Gebieten in die Städte, der Verlust der Bevölkerung auf dem Land und im primären Sektor, die steigende Zahl von Beschäftigten in der Industrie, die Entstehung einer neuen Klasse und ein wissenschaftlicher und kultureller Aufschwung.

Autarkie und Wandel

Nach dem Krieg war die Wirtschaft stark protektionistisch. Die Franco-Behörden versuchten, Spanien zu einer autarken Nation zu machen. In den 40er Jahren wurden Lebensmittelkarten eingeführt; in den 50er Jahren herrschten niedrige Löhne. Spanien benötigte ausländische Hilfe und ein gewisses Maß an internationaler Marktintegration, um den Weg einer modernisierten kapitalistischen Entwicklung einzuschlagen.

Die Abschaffung der Lebensmittelkarten markierte den Beginn eines Modernisierungsprozesses, der Migration, steigende Löhne und Mechanisierung umfasste. Die Städte gewannen an Dynamik. Rund eine Million Menschen zogen vom Land in die Stadt.

Arbeitswelt und Bildung

Das Franco-Regime lehnte den Klassenkampf ab und führte soziale Unruhen auf anarchistische oder marxistische Gewerkschaften zurück. Das Regime garantierte Stabilität am Arbeitsplatz. Im Bildungsbereich gab es einen Bruch mit dem republikanischen Bildungsmodell. Die Universität geriet nach der Säuberung und dem Exil vieler ihrer Mitglieder unter die Kontrolle der Falange und des Opus Dei. Es wurde als notwendig erachtet, jede Art von kreativer Freiheit zu reglementieren.

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