Französische Revolution, Marxismus und Anarchismus
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Französische Revolution
Ursachen
Wirtschaftliche Gründe
Finanzkrise, die durch den Siebenjährigen Krieg (1756–1763) und durch die Unterstützung der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung verursacht wurde. Schlechte Ernten (1788 und 1789), die den Brotpreis steigen ließen und zu Brotaufständen führten sowie benachteiligte Gruppen besonders trafen. Große Staatsausgaben (Luxus des Hofes, Armee, Beamte etc.) und ein ungerechtes Steuersystem: Die Last der Steuern traf vor allem die unteren Stände, während Adel und Klerus vielfach privilegiert waren.
Soziale Ursachen
Der Adel weigerte sich, notwendige wirtschaftliche Reformen zu akzeptieren, die ihn dazu verpflichtet hätten, Steuern zu zahlen; sein Widerstand verhinderte erforderliche Reformen. Die Bourgeoisie strebte nach politischem Einfluss auf Kosten des Adels und suchte dabei die Unterstützung der Volksklassen.
Politische und ideologische Ursachen
Die Ideen der Aufklärung (nationale Souveränität, Gewaltenteilung usw.) bildeten die ideologische Grundlage, um das alte Regime zu beseitigen. Die amerikanische Unabhängigkeit zeigte, dass diese Ideen praktisch umsetzbar waren.
Konsequenzen
Die Revolution beendete das Ancien Régime: Abgeschafft wurden die absolute Monarchie, das feudale Wirtschaftssystem und die ständische Gesellschaft. Die Prinzipien der Aufklärung setzten sich durch. Die Souveränität lag nicht mehr beim König, sondern beim Volk bzw. bei den Bürgern und wurde durch Verfassungen geregelt. Eine neue Epoche begann: die Neuzeit. Es entstand ein neues ökonomisches System, das zur Herausbildung des modernen Kapitalismus beitrug. Dieser Umwandlungsprozess weitete seinen Einfluss auf ganz Europa und die Welt aus.
Marxismus
Im Mittelpunkt steht Karl Marx, der den wissenschaftlichen Sozialismus entwickelt hat. Das Hauptwerk seiner Lehre ist das von ihm (gemeinsam mit Friedrich Engels) verfasste Kommunistische Manifest, 1848 in London veröffentlicht. Die marxistische Theorie entwickelte sich durch ihn, um den Kapitalismus zu kritisieren.
Drei Schwerpunkte
- Analyse durch Klassenkampf: Der Gegensatz zwischen Unterdrückern und Unterdrückten gilt als Motor der historischen Entwicklung. Klassenkonflikte traten in verschiedenen Epochen auf: Sklaverei, Feudalismus und Kapitalismus.
- Kritik des Kapitalismus: Marx erklärte, dass der Kapitalismus auf bürgerlicher Ausbeutung beruht. Die Arbeit der Lohnarbeitenden erzeugt Mehrwert, der als Gewinn in den Händen der Kapitalisten verbleibt; die Kapitalisten reinvestieren einen Teil in die Produktionsmittel und eignen sich den Rest an. Zudem treibt das Streben nach Profit ständige technologische Innovation und Produktivitätssteigerung voran.
- Notwendigkeit der Überwindung: Marx forderte die Überwindung des Kapitalismus und skizzierte ein Projekt einer künftigen kommunistischen Gesellschaft, verbunden mit der Eroberung der politischen Macht durch die Arbeiter. Es folgt eine Übergangsphase, die "Diktatur des Proletariats", um schließlich eine egalitäre Gesellschaft zu erreichen.
Anarchismus
Der Anarchismus kritisiert ebenfalls die kapitalistische Gesellschaft. Erste bedeutende Gestalten waren Pierre-Joseph Proudhon und später Michail Bakunin. Proudhon behauptete "Eigentum ist Diebstahl" und setzte sich für ein soziales System der Selbstverwaltung, der Gegenseitigkeit und der Kooperation ein. Der Russe Michail Bakunin spielte eine entscheidende Rolle für die anarchistische Bewegung; er vertrat die Auffassung, dass eine Revolution von allen unterdrückten Teilen der Gesellschaft getragen würde, aus dem spontanen Kampf der Massen gegen Ausbeutung hervorgehend. Ziel war die Abschaffung des Staates und die Schaffung einer egalitären Gesellschaft, die auf freien Assoziationen beruht. Sein Einfluss breitete sich in die Schweiz, nach Italien, Belgien und Spanien aus.