Die Französische Revolution: Ursachen, Phasen und Schlüsselereignisse
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Die Französische Revolution (1789–1799)
Die Französische Revolution war ein tiefgreifender Wendepunkt in der europäischen Geschichte, der das Ende des Absolutismus in Frankreich markierte und weitreichende politische und soziale Veränderungen nach sich zog.
Ursachen der Revolution
Wirtschaftliche Ursachen
- Staatliche Finanzkrise: Frankreich durchlebte eine schwere Finanzkrise, verursacht durch hohe Schulden aus dem Siebenjährigen Krieg und die Unterstützung der amerikanischen Kolonisten im Unabhängigkeitskampf gegen England.
- Steigende Brotpreise: Missernten erhöhten die Brotpreise auf ein Niveau, das für die ländlichen und städtischen Unterschichten unerschwinglich war.
- Ungerechte Steuerlast: Die enormen öffentlichen Schulden erforderten eine Erhöhung der staatlichen Ausgaben. Versuche, die Steuern auf die privilegierten Stände auszuweiten, scheiterten. Von den rund 26 Millionen Einwohnern Frankreichs gehörten über 90 % dem Dritten Stand an, der als einziger Steuern zahlte.
Soziale Ursachen
- Widerstand des Adels: Der Adel klammerte sich fest an seine Privilegien und widersetzte sich den Reformversuchen der Finanzminister Ludwigs XVI., die den Adel und den Klerus zur Erhaltung des Staates durch Steuerzahlungen heranziehen sollten.
- Scheitern der Reformen: Der Widerstand der privilegierten Klassen führte zum Scheitern der Reformen und ebnete so den Weg für den Triumph der Revolution.
- Ambitionen der Bourgeoisie: Die Bourgeoisie strebte eine politische Rolle auf Kosten des Adels an und suchte die Unterstützung der populären Gruppen.
Politisch-Ideologische Ursachen
- Einfluss der Aufklärung: Die Aufklärung lieferte die ideologischen Grundlagen, die notwendig waren, um das Alte Regime zu stürzen. Diese Ideen verbreiteten sich in allen Facetten der Gesellschaft.
- Amerikanisches Vorbild: Die Unabhängigkeit der Dreizehn Kolonien in Nordamerika hatte gezeigt, dass die Umsetzung dieser Ideen in die Praxis möglich war.
Phasen der Französischen Revolution
1. Aufruf der Generalstände und Nationalversammlung (1789)
- Der König wurde zur Einberufung der Generalstände gezwungen.
- Der Dritte Stand forderte umfassende Reformen und eine Verfassung für Frankreich.
- Die Bevölkerung von Paris stürmte die Bastille (14. Juli 1789), und Unruhen begannen in den Städten und auf dem Land.
2. Die Konstituierende Versammlung (1789–1791)
Die Nationalversammlung wurde zu einer Verfassungsgebenden Versammlung, die von Girondisten und Jakobinern kontrolliert wurde.
- Abschaffung der Feudalprivilegien (4. August 1789).
- Entwurf und Verabschiedung der Erklärung der Rechte des Menschen und des Bürgers (26. August 1789).
- Bürgerliche Verfassung des Klerus (1790).
- Verkündung der Verfassung von 1791 (konstitutionelle Monarchie, Gewaltenteilung, Zensuswahlrecht).
- Religiöse Spaltung zwischen vereidigtem und nicht vereidigtem Klerus, verurteilt vom Papst.
- Probleme mit Emigranten und der unklaren Haltung des Königs.
3. Die Gesetzgebende Versammlung (1791–1792)
In dieser Phase traten die ersten politischen Parteien in Clubs in Erscheinung:
- Die Jakobiner (unter Robespierre) wurden radikaler.
- Die Girondisten (unter Brissot) übernahmen die Führung.
- Die Nachricht von der Invasion durch ausländische Mächte führte zu einer Radikalisierung des Volkes und dem Angriff auf die Tuilerien.
4. Der Nationalkonvent und die Terrorherrschaft (1792–1794)
Die Erste Französische Republik wurde ausgerufen.
- Einführung des allgemeinen Wahlrechts.
- Die Regierung der Girondisten führte zur Hinrichtung von Ludwig XVI. (Januar 1793).
- Nach dem Sturz der Girondisten (Juni 1793) übernahmen die Jakobiner die Regierung und erstellten die radikalere Verfassung von 1793.
- Die militärische Bedrohung von außen (Sieg bei Valmy) und die erhöhten politischen Spannungen im Inneren führten zur Entfesselung des Terrors.
- Robespierres Terrorherrschaft dauerte etwa ein Jahr.
5. Die Thermidorianische Reaktion und das Direktorium (1794–1799)
- Gegenreaktion gegen den Terror und Sturz Robespierres.
- Die Girondisten kehrten an die Macht zurück.
- Die Verfassung von 1795 wurde erlassen, die das Zensuswahlrecht wieder einführte.
- Einführung der Gewaltenteilung:
- Legislative: Rat der Alten und Rat der 500.
- Judikative: Richter, die vom Volk gewählt wurden.
- Exekutive: Das Direktorium (fünf Mitglieder, ernannt durch den Rat der Alten).