Freuds Struktur des psychischen Apparats und Triebschicksale
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Die Struktur des psychischen Apparats nach Freud
Die Struktur des psychischen Apparats: Sigmund Freud verwendet den Begriff der „Topik“ (vom griechischen topos = Ort) in einem metaphorischen Sinne, da man den menschlichen Psychismus nicht verstehen kann, ohne verschiedene räumliche Regionen anzugeben. Innerhalb dieser Topik sind die primären Instanzen: das Unbewusste, das Vorbewusste und das Bewusste.
Das topische Modell: Unbewusst, Vorbewusste, Bewusst
Das Unbewusste
Wir bezeichnen als „unbewusst“ jene latenten Repräsentanzen, von denen wir vermuten, dass sie im Geist enthalten sind. Die wichtigsten Charakteristika des Unbewussten sind:
- Seine Inhalte bestehen aus Triebrepräsentanzen sowie instinktiven Phantasien.
- Es existieren dort keine logischen Zeitkoordinaten.
- Es herrscht das Primärprozess-Prinzip: Es gibt keinen Widerspruch, keine Negation, keinen Zweifel und keine Nuancierungen.
- Diese Inhalte sind mit instinktiver Energie geladen und besitzen eine hohe Mobilität.
Es kommt einerseits zu Verschiebungen (die energetische Ladung geht von einer Repräsentanz zur anderen über) und andererseits zu Verdichtungen. Ein Teil dieser Inhalte strebt danach, zum Bewusstsein zurückzukehren, stößt jedoch auf die defensive Zensurbarriere. Sie können nur „verkleidet“ (als Kompromissbildung oder Transaktion) eintreten, wenn Impulse unvereinbar sind.
Das Vorbewusste
Das vorbewusste System befindet sich zwischen dem Unbewussten und dem Bewussten und ist durch die Zensur von jenem getrennt. Es hat keine Möglichkeit, direkt ins Bewusstsein zu gelangen, wenn es nicht durch Repression (Verdrängung) ausgeschlossen wurde. Es unterliegt dem Sekundärprozess, da es in Bezug auf das bewusste System steht und mit Wortrepräsentanzen (der normalen verbalen Sprache) verknüpft ist. Informationen werden im Vorbewussten gespeichert, während die Spuren bestimmter Erlebnisse, die Objekt der Verdrängung wurden, im unbewussten System eingeschrieben bleiben.
Das Bewusste
Freud sagt, es sei nicht notwendig, das zu charakterisieren, was wir als „bewusst“ bezeichnen; es entspricht dem Bewusstsein der Philosophen und der Alltagssprache.
Das Strukturmodell: Es, Ich und Über-Ich
In seiner definitiven Theorie präsentiert Freud eine anthropomorphere Sicht des psychischen Apparats, bestehend aus drei Instanzen, die sich auf die Persönlichkeit beziehen und fast wie drei Subjekte in einem agieren. Diese drei Instanzen nennt er: das Es (Id), das Ich (Ego) und das Über-Ich (Superego).
Die vier Schicksale der Sexualtriebe
Die Schicksale der Sexualtriebe sind:
- Verkehrung ins Gegenteil
- Wendung gegen die eigene Person
- Verdrängung
- Sublimierung
Die Bedingungen (1) und (2) lösen sich in zwei Prozesse auf: die Umwandlung von Aktivität in Passivität und eine Verkehrung des Inhalts. Beispiele hierfür sind Sadismus – Masochismus und Schaulust – Exhibitionismus.
Analyse von Sadismus und Masochismus
Beim Sadismus wandelt sich das aktive Ziel (Quälen) in ein passives Ziel (gequält werden). Die Verkehrung des Inhalts zeigt sich im Fall von Liebe zu Hass. Die Wendung gegen die eigene Person ist verständlich, wenn man an Masochismus denkt: Die Wut wird auf das eigene Ich gerichtet. Beim Exhibitionisten wird der eigene Körper zum Objekt der Schau. Das Wesentliche ist die Art und Weise, wie sich die Aufgabe ändert, während das Ziel intakt bleibt.
- Sadismus: Sadistische, gewalttätige Handlungen gegen eine andere Person als Objekt.
- Wendung gegen das Selbst: Das Objekt wird aufgegeben und durch das eigene Selbst ersetzt (z. B. bei Zwangsneurosen).
- Masochismus: Suche nach einem Objekt, das die aktive Rolle (Agent) übernimmt, während das Subjekt die passive Rolle einnimmt.
Schaulust und Exhibitionismus
Ursprünglich autoerotisch, ist das Objekt der eigene Körper. Durch die Änderung des Weges wird ein Objekt außerhalb des Selbst gesucht (aktiv: sehen). Durch eine weitere Änderung wird das Subjekt selbst zum Objekt, das von einem Außenstehenden gesehen wird (Exhibitionismus/Passivität). Dies geschieht durch:
- a) Aktivität gegenüber einem fremden Gegenstand (Nachsehen).
- b) Rückzug des Objekts auf einen Teil des eigenen Körpers und Umwandlung in Passivität.
- c) Einsetzung eines neuen Objekts als agierende Person (Agent).