Friedrich Nietzsche: Apollinisch, Dionysisch & Nihilismus

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Nietzsches Philosophie: Apollinisch und Dionysisch

Nach Nietzsche gab es im griechischen Geist zwei gegenläufige Tendenzen:

  • Das Apollinische: Benannt nach dem Gott Apollo, steht es für Licht, Vernunft und Ordnung. Wenn wir uns von der apollinischen Sicht leiten lassen, schreiben wir der Welt eine geordnete Struktur zu.
  • Das Dionysische: Benannt nach dem Gott Dionysos, wird es mit Dunkelheit, Trieben und Ekstase assoziiert. Wenn wir die Welt als dionysisch dominiert betrachten, sehen wir nur Chaos und Zufall.

Der Rückgang des griechischen Geistes begann laut Nietzsche mit Platon. Dieser verleugnete das Dionysische und die Realität der sinnlichen Welt. Stattdessen erfand er die intelligible Welt, die als „wirklich real“ galt und in jeder Hinsicht dem apollinischen Ideal von Vollkommenheit, Unveränderlichkeit, Ordnung und Ewigkeit entsprach.

Nihilismus: Definition und Formen

Der Begriff Nihilismus leitet sich vom lateinischen nihil (nichts) ab. Es handelt sich um eine philosophische Einstellung zum Leben, die der Existenz jeglichen Wert abspricht oder die Existenz um ein „Nicht-Existentes“ kreisen lässt. Nietzsches Konzept des Nihilismus ist komplex:

  • Nihilismus und Dekadenz des Lebens: Die gesamte westliche Kultur ist nihilistisch, da sie all ihre Leidenschaft und Hoffnung auf etwas richtet, das nicht existiert.
  • Aktiver Nihilismus: Dies ist eine nihilistische Philosophie, die aufzuzeigen versucht, dass die dominanten passiven Werte ein reines Nichts sind.
  • Passiver Nihilismus: Der passive Nihilist glaubt an gar keine Werte mehr. Er hält Werte nur dann für möglich, wenn Gott existiert. Da Gott jedoch nicht existiert, ist allein der Übermensch imstande, den Tod Gottes zu überwinden.

Die widernatürliche Moral und das Leben

Die traditionelle Moral (insbesondere die christliche Moral) wird als unnatürlich bezeichnet. Sie ist lebensfeindlich, da ihre Gesetze gegen die wichtigsten Lebenstendenzen verstoßen. Sie ist eine Moral des Ressentiments gegen die natürlichen Instinkte und die biologische Welt.

In der westlichen Moral besteht eine Obsession darin, die Rolle des Körpers und der Sexualität zu begrenzen. Dies zeigt sich deutlich in der sokratisch-platonischen Philosophie und vor allem im moralischen Christentum. Dem steht eine gesunde Moral gegenüber, die „Ja“ zum Leben sagt und von Leidenschaften, dem Körperlichen und dem Instinktiven geleitet wird. Dies ist das Gegenteil der platonischen und christlichen Moral, die den Leidenschaften den Krieg erklärt haben.

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