Friedrich Nietzsche: Biografie, Werk und Vitalismus verstehen

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Der Vitalismus: Friedrich Nietzsche – Biografie und Werk

Biografie und frühe Einflüsse

Zunächst war Schopenhauers Gedanke ein Förderer, doch Nietzsches Leben veränderte sich radikal. Er entwickelte eigene Ansichten zu diesem Autor des neunzehnten Jahrhunderts.

Friedrich Nietzsche wurde 1844 in Rocken, Deutschland, geboren und starb 1900. Er wuchs in einem religiösen Umfeld auf, da sein Vater und sein Großvater evangelische Pfarrer waren. Er erhielt eine humanistische und musikalische Bildung.

Er studierte an den Universitäten Bonn und Leipzig, wo er Theologie und klassische Philologie belegte. Seine Ausbildung war so brillant, dass er Professor für klassische Philologie an der Universität Basel wurde. Es ist daher nicht verwunderlich, dass er sich der universitären Lehre widmete. Dieser intellektuelle Charakter verband sich mit einem sozialen Engagement: Er ließ seine Lehrtätigkeit ruhen, um am Deutsch-Französischen Krieg teilzunehmen. Nach dem Krieg kehrte er zur universitären Lehre zurück.

Wichtige frühe Werke und gesundheitliche Probleme

Zu seinen frühen Werken gehören:

  • Die Geburt der Tragödie: Hier zeigt sich der Einfluss von Schopenhauers Denken und seine Kenntnis der griechischen Tragödie.
  • Unzeitgemäße Betrachtungen: Eines seiner ersten wichtigen Werke.

Im Jahr 1879 trat er aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in den Ruhestand. Daraufhin begann eine Zeit des Reisens, in der er seine wichtigsten Werke verfasste.

Hauptwerke und philosophische Themen

Zu seinen Hauptwerken zählen:

  • Also sprach Zarathustra: Hier werden die typischsten Themen ausgedrückt: die Umwertung aller Werte, der Übermensch und die ewige Wiederkunft.
  • Jenseits von Gut und Böse: Führt zu einer Überprüfung der Werte der westlichen Kultur, insbesondere des Christentums.
  • Die fröhliche Wissenschaft: Hier thematisiert er den Tod Gottes.
  • Der Antichrist.
  • Ecce Homo.
  • Zur Genealogie der Moral: Eher autobiografisch.

Mit 44 Jahren verfiel er dem Wahnsinn und konnte keine vergleichbare Produktion mehr leisten.

Die Lebensphilosophie Nietzsches: Apollinisch und Dionysisch

Kritik an Schopenhauer und das Ja zum Leben

Nietzsche setzte bei Schopenhauer an, der annahm, dass die gesamte Wirklichkeit dem Willen zum Leben entspricht. Nietzsche teilte diese Grundidee, kritisierte jedoch Schopenhauers Pessimismus, der zur Bekämpfung von Schmerz und Leiden und damit zu Askese und Verzicht riet. Im Gegensatz dazu steht Nietzsches Vorschlag: ein entschiedenes Ja zum Leben, das sowohl Freude als auch Leid beinhaltet.

Apollinisch und Dionysisch in der griechischen Tragödie

Diese Lebensbejahung drückt sich für Nietzsche in der griechischen Tragödie aus. Diese zeigt die beiden grundlegenden Prinzipien, die die Form der Wirklichkeit bestimmen:

  1. Der dionysische Geist: Steht für Fruchtbarkeit, Rausch und Entfesselung (Dionysos ist der Gott des Tanzes, des Weins und der Orgien). Er repräsentiert das Ungleichgewicht.
  2. Der apollinische Geist: Steht für Gleichgewicht, Ordnung, Harmonie und Ruhe – das Gegenteil des dionysischen Geistes (Apollo).

Die Rolle des Sokrates und die Verdrängung des Dionysischen

Diese beiden Geister sind bereits in der vorsokratischen Philosophie erkennbar. In der griechischen Tragödie manifestiert sich der dionysische Geist in den Handlungen der Helden, die letztlich scheitern, da immer ein Ungleichgewicht herrscht.

Im Denken der Vorsokratiker, wie bei Anaximander, dessen Ursprung alles aus dem Apeiron kommt, was ein Ungleichgewicht impliziert, sind diese Geister ebenfalls präsent. Im späteren Denken, insbesondere bei Sokrates und Platon, dominiert der apollinische Geist.

Sokrates verlieh der Rationalität und der Vernunft eine übermäßige Bedeutung. Nietzsche argumentiert, dass Sokrates uns eine verzerrte Sicht auf den Menschen und die Wirklichkeit vermittelt hat, indem er das Gleichgewicht zwischen Lust und Leid ignorierte.

Nach Nietzsche sollte Sokrates vermieden werden, da er die dionysische Seite des Lebens verdrängte. Indem man die menschlichen Instinkte nicht thematisiert, wird die Verkörperung des Lebens verharmlost. Die Seele besteht aus diesen beiden Komponenten. Unter sokratischer Sichtweise wird auch der Tod „versüßt“ (verharmlost).

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