Frühe Hochkulturen: Geschichte und Erbe der Antike
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Das Alte Ägypten: Zivilisation am Nil
- Lage: Diese Zivilisation entwickelte sich zwischen den Wüsten rund um die fruchtbare Ebene des Nils.
- Politische Organisation: Der altägyptische Staat war eine Theokratie, da der Pharao absolute Macht über Menschen, Tiere und das gesamte Land Ägypten besaß. Der Pharao galt als Gott.
- Wirtschaft: Die Wirtschaft war weitgehend agrarisch geprägt und basierte auf dem Anbau von Getreide (Weizen und Gerste) sowie Obstprodukten.
- Soziale Organisation: Die soziale Struktur in Ägypten war starr und hierarchisch:
- Der Pharao und seine Familie kontrollierten alles, was im Reich geschah.
- Für die Verwaltung des Reiches verfügte der Pharao über Priester sowie eine hochrangige zivile und militärische Verwaltung.
- Religion: Die Ägypter hofften auf ein Leben nach dem Tod. Über ihr Glück oder Unglück im Jenseits entschied ihr Verhalten auf der Erde, welches vom Gott Osiris und anderen Gottheiten beurteilt wurde.
- Beiträge zur Menschheit:
- Entwicklung von zwei Schriftarten: Hieroglyphen und Demotisch.
- Fortschritte in Mathematik und Ingenieurwesen: Einführung von Nummerierungen und Messformeln sowie der Bau von Dämmen und Kanälen.
- Der 365-Tage-Kalender, der später von den Römern adaptiert wurde.
- In der Architektur wurden künstliche Innenbeleuchtung und Säulen eingeführt.
- Techniken zur Einbalsamierung (Mumifizierung) belegen tiefe Kenntnisse der Anatomie und Physiologie.
Mesopotamien: Das Land zwischen den Strömen
- Lage: Mesopotamien ist ein Schwemmland, dessen Name „Land zwischen den Flüssen“ bedeutet. Seine Fruchtbarkeit verdankt es den Überschwemmungen von Euphrat und Tigris, die in den Bergen Armeniens entspringen und in den Persischen Golf münden. Dieses Plateau entspricht dem Staatsgebiet des heutigen Irak.
- Politische Organisation: Die Regierung war eine theokratische Monarchie: Der König galt als Vertreter der Gottheit mit absoluter Macht. Administrative Aufgaben wurden von Priestern übernommen.
- Wirtschaft: Mesopotamien entwickelte einen aktiven Außenhandel, der die Landwirtschaft und das Handwerk ergänzte.
- Soziale Organisation: Die Gesellschaft war unterteilt in:
- Den König und seine Familie als Vertreter der Gottheit, Hohepriester und Herren des Landes, unterstützt durch Richter und Statthalter.
- Militärische Führer, Priester, Großgrundbesitzer und Kaufleute.
- Freie Handwerker und Bauern.
- Sklaven, meist Kriegsgefangene.
- Religion: Diese kriegerische Zivilisation hatte eine eher pessimistische Mentalität und glaubte nicht an ein besseres Leben im Jenseits. Ihre Religion war von der Furcht vor den Göttern geprägt. Das Leben nach dem Tod wurde als schattiger Ort ohne Belohnung für irdisches Verhalten angesehen, weshalb man sich dem Weltlichen verschrieb.
- Beiträge zur Menschheit:
- Astronomische Kenntnisse: Entwicklung von Horoskopen und Tierkreiszeichen.
- Mathematik: Einführung von Multiplikation, Division und dem Sexagesimalsystem (Einteilung des Kreises in 360 Grad sowie der Stunde und Minute in 60 Einheiten).
- Die Sumerer entwickelten die ersten kommerziellen Verträge, Gesetzbücher sowie Schecks, Wechsel und Schuldscheine.
- Architektur: Bau von Zikkurats (Stufentürmen) als Observatorien sowie die Erfindung von Bogen, Gewölbe und Rampen.
Indien: Spiritualität und Wissenschaft
- Lage: Indien ist durch den Kamm des Himalaya im Norden und die Wälder im Osten geografisch isoliert.
- Kultur und Gesellschaft: Geprägt durch den Hinduismus (Glaube an Reinkarnation und die Vereinigung mit Brahma) sowie den Buddhismus, der Gleichheit predigt und durch Askese die Befreiung von Wünschen anstrebt.
- Beiträge zur Menschheit: Monumentale Architektur, die Sprache Sanskrit, die buddhistische Religion, Mathematik (indisch-arabische Zahlen, Algebra und Trigonometrie) sowie die Erfindung des Schachs.
China: Kaiserreich und Erfindungen
- Lage: Die Zivilisation begann in der Hoang-Ho-Ebene (Gelber Fluss) und weitete sich in die Ebene des Jangtsekiang aus.
- Kultur und Gesellschaft: An der Spitze stand die kaiserliche Familie, gefolgt von der mächtigen Klasse der Mandarine (Beamte) und dem Militär. Die Religion wurde maßgeblich durch Lao-Tse und Konfuzius geprägt.
- Beiträge zur Menschheit: Herstellung von Baumwolle, Seide, Papier, Tinte und Porzellan. Erfindungen wie der Kompass und der Seismograph. In der Kunst die Pagodenbauweise und Landschaftsmalerei sowie die medizinische Praxis der Akupunktur.
Phönizier: Seefahrer und Händler
- Lage: Östliches Mittelmeer, Küstenregionen des heutigen Libanon.
- Politische Organisation: Unterteilung in unabhängige Stadtstaaten wie Ugarit, Sidon und Tyrus. Tyrus besaß zwischen 1100 und 700 v. Chr. die kommerzielle Vorherrschaft.
- Wirtschaft: Weltweiter Warenhandel und Gründung von Kolonien (z. B. Palermo und Karthago). Bekannt für Industrien wie die Purpurfärberei.
- Beiträge zur Menschheit: Fortschritte in der Navigation, Metallbearbeitung und Landwirtschaft (Oliven, Wein, Getreide) sowie die Entwicklung des Alphabets mit 22 Konsonanten.
Hebräer: Ursprung des Monotheismus
- Lage: Die semitische Herkunft reicht bis zu Abraham zurück, der von Mesopotamien nach Kanaan (Palästina) zog.
- Politische Organisation: Nach der Knechtschaft in Ägypten führte Mose das Volk durch den Sinai ins Gelobte Land. Später litten die Juden unter der Herrschaft der Assyrer, Babylonier und schließlich der Römer, welche die Juden aus ihrer Heimat vertrieben (Diaspora).
- Beiträge zur Menschheit: Die jüdische Religion etablierte den Monotheismus (Glaube an einen Gott) und bildete die Grundlage, auf der später das Christentum und der Islam gedeihen konnten.