Frühkindliche Entwicklung: Sinne, Kognition und Piagets Sensorimotorische Phase
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Tastsinn und visuelle Entwicklung im ersten Lebensjahr
Welcher weitere Sinn kann die Welt ohne die Vision erfassen? Sind Säuglinge Experten in diesem Bereich? Erkläre deine Antwort. Der Tastsinn ist vor allem im ersten Lebensjahr stark entwickelt. Schon früh manipulieren Babys Objekte, indem sie diese in den Mund nehmen, um sie mit der Zunge, dem Zahnfleisch, den Wangen und Lippen – die sehr berührungsempfindlich sind – zu erkunden. Nach sechs Monaten können sie Objekte anhand ihrer Temperatur, Größe, Härte und Textur unterscheiden; wenig später können sie auch das Gewicht differenzieren. Die Fähigkeit, diese Unterscheidungen durch Berührung zu treffen, ist entscheidend, da sie die Entwicklung der visuellen Wahrnehmung und des Wissens über die Welt unterstützt.
Was hören Babys gerne? Die auditive Wahrnehmung
Was hören Babys gerne? Neugeborene haben ein fein abgestimmtes Gehör. Plötzliche, laute Geräusche erschrecken Neugeborene und lassen sie weinen. Daher bevorzugen sie rhythmische Klänge wie ein Schlaflied oder einen Herzschlag, da diese sie beruhigen und beim Einschlafen helfen. Im wachen Zustand drehen sie ihre Köpfe und schenken dem Klang von Gesprächen besondere Aufmerksamkeit. Sie können auch die Stimme ihrer Mutter unterscheiden.
Frühe mathematische Fähigkeiten bei Säuglingen
Welche mathematischen Fähigkeiten besitzen Säuglinge laut einigen Forschern bereits nach wenigen Monaten? Worauf basieren diese Erkenntnisse? Kinder haben gezeigt, dass sie den Unterschied zwischen einem, zwei oder drei Objekten klar erkennen können. Diese Erkenntnisse basieren auf den Reaktionen der Kinder in Situationen, in denen unmögliche Additionen oder Subtraktionen (z. B. 1+1=1) durchgeführt wurden. Einige Forscher glauben, dass dies ein angeborenes Zahlenverständnis widerspiegelt. Andere argumentieren, dass die Kinder zwar wahrnehmungsmäßig unterscheiden können, dies jedoch noch keine reale Wertschätzung von Zahlen darstellt.
Objektdauer nach Piaget: Wann existiert das Verborgene?
Wenn Objekte aus dem Blickfeld von Kindern verschwinden, existieren sie dann noch? Wie nennt Piaget diese Fähigkeit? In welchem Alter tritt sie auf? Das „Konzept der permanenten Objekte“ (Objektdauer) ist ein von Piaget verwendeter Begriff, um zu erklären, dass Kinder sich zunächst nicht bewusst sind, dass Personen und Gegenstände weiterhin existieren, auch wenn sie nicht sichtbar sind. Sie beginnen, dies im Alter von etwa 8 Monaten zu erkennen, obwohl sie das Objekt nicht mehr sehen können.
Piagets sensomotorische Intelligenz und ihre Bedeutung
Definition und Phasen
Piaget bezeichnet die erste Periode der kognitiven Entwicklung als „sensomotorische Intelligenz“ (von der Geburt bis zum Alter von 2 Jahren). In dieser Phase nutzen Kinder primär ihre Sinne und motorischen Fähigkeiten, um ihre Umgebung zu erkunden und zu beeinflussen. Ein typisches Merkmal ist: „Das Kind will alles anfassen.“ Diese Phase stellt einen wichtigen Schritt hin zu kontemplativeren, reflektierenden Tätigkeiten und der Manipulation von Symbolen dar, die typischerweise mit Kognition verbunden sind. Die sensomotorische Intelligenz entwickelt sich in sechs Phasen, die jeweils durch eine leicht unterschiedliche Art des Weltverständnisses gekennzeichnet sind.
Pädagogische Anwendung
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