FuE-Investitionen & Industrielle Ungleichgewichte in Spanien 2005
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Regionale Ungleichgewichte: FuE-Investitionen in Spanien (2005)
Diese statistische Analyse beleuchtet die Investitionen von Unternehmen in Forschung und Entwicklung (FuE) im Verhältnis zum regionalen Bruttoinlandsprodukt (BIP) der spanischen Regionen im Jahr 2005.
FuE-Spitzenreiter und Schlusslichter
Die Autonomen Gemeinschaften, die am meisten in FuE investieren (über 1% des regionalen BIP), sind die am weitesten entwickelten Industriegebiete:
- Madrid
- Foral de Navarra
- Katalonien
- Baskenland
Andere Regionen investieren zwischen 0,5% und 1%, was auf expandierende Industriegebiete hindeutet. Weniger entwickelt oder rückläufig sind Regionen wie die Balearen, Murcia, Kastilien-La Mancha und Kantabrien.
Diese Daten zeigen starke territoriale Ungleichgewichte, welche die Tendenz verschärfen, dass sich die dynamischsten Sektoren in den bereits weiter fortgeschrittenen Regionen ansiedeln.
Differenzierung der Industriestandorte
Der Industriestandort differenziert industrialisierte Gebiete nach ihrer Dynamik:
1. Entwickelte Industriegebiete (Zunehmende Dynamik)
Diese Gebiete erleben eine industrielle Wiederbelebung durch die Einführung von Hochtechnologiesektoren und die Ansiedlung der Hauptsitze großer nationaler und multinationaler Konzerne (z. B. Madrid, Barcelona). Diese Konzerne werden von den Vorteilen ihrer zentralen Lage angezogen.
All dies hat zum Outsourcing von Teilen ihrer Industrie geführt, was sich in der Entstehung von Industrieparks manifestiert, in denen Büroaufgaben gegenüber der eigentlichen Produktion überwiegen.
Die industrielle Produktivität stieg dank der Modernisierung im Zuge der Umstrukturierung und der drastischen Anpassung der Beschäftigung.
FuE-Konzentration in Hochtechnologie-Sektoren
FuE ist sektoral stark konzentriert in:
- Chemische und pharmazeutische Industrie
- Transportwesen und Transportmaterial
- Maschinenbau und Raumfahrt
Aus geschäftlicher Sicht konzentriert sich FuE auf Großunternehmen und territorial auf Madrid, Katalonien, Navarra und das Baskenland.
2. Schwierige oder rückläufige Gebiete (Abnehmende Dynamik)
Diese Gebiete sind im Niedergang begriffen oder weisen verstreute industrielle Schwerpunkte auf. Sie zeichnen sich aus durch:
- Begrenzte Diversifizierung
- Starke Umweltschädigung
- Geringe Attraktivität für neue industrielle Standorte
- Starke Präsenz von Gewerkschaften
- Niedrig qualifizierte Belegschaft
Die negativen Folgen des industriellen Niedergangs sind die Bildung eines Bestands an Arbeitslosen und die Marginalisierung dieser Bereiche im Hinblick auf die neuesten Branchentrends.
3. Gebiete mit geringer Industrialisierung (Unterentwickelt)
Die Gebiete mit geringer Industrialisierung sind auf historische Faktoren, ihre Positionierung und ihre niedrige Wettbewerbsfähigkeit zurückzuführen. Hier dominieren:
- Große Industrien, die zeitlich begrenzt sind
- Weitgehend traditionelle Sektoren
- Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit niedriger Wettbewerbsfähigkeit.
Folgen der Ungleichgewichte
Der Industriestandort hat infolge des Industrialisierungsprozesses schwerwiegende Ungleichgewichte geschaffen. Folgen:
Ungleichheiten in der räumlichen Verteilung sind selbst die Quelle weiterer territorialer Ungleichgewichte in Bezug auf:
- Verteilung der Bevölkerung und des Wohlstands
- Bereitstellung von Infrastruktur, Ausstattung und Dienstleistungen
- Politisches Gewicht
Die weniger industrialisierten spanischen Regionen sind davon negativ betroffen. Daher ist die Förderung der Industrie eine der wichtigsten politischen Maßnahmen zur regionalen Entwicklung.