Führung, Gruppen & Motivation: Maslow, Taylor, Fayol, Mayo
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Führung
Führung besteht darin, das Verhalten von Untergebenen zu beeinflussen. Es ist ein sozialer Prozess, bei dem der Einfluss der Führungsperson darauf abzielt, die freiwillige Beteiligung der Mitarbeitenden zu erreichen. Damit sollen bestimmte Ziele oder Eigenschaften (Adjektive) ermöglicht werden.
Merkmale eines guten Führers
- Verantwortungsbewusstsein / Rechenschaftspflicht
- Originalität bei der Lösung von Problemen
- Wunsch, Initiativen zu ergreifen
- Selbstsicherheit
Führungsstile
Man unterscheidet verschiedene Führungsstile. Ein personorientierter Führungsstil zeichnet sich dadurch aus, dass die Führungsperson die Mitglieder der Gruppe anhört, freundlich und zugänglich ist und Mitarbeiter bei persönlichen Problemen unterstützt. Solche Führungskräfte konzentrieren sich auf die Beziehungen zu den Mitarbeitenden. Dieser Stil ist vergleichbar mit demokratischer, partizipativer Führung, die Toleranz und Verständnis fördert.
Gruppen
Gruppencharakteristik
Eine Gruppe kann als zwei oder mehr Personen verstanden werden, die frei kommunizieren, Informationen teilen und bestimmte Standards einhalten, um gemeinsam Ziele zu erreichen.
Arten von Gruppen
Formale Gruppen sind durch die Struktur der Organisation bestimmt und existieren, um bestimmte Ziele zu erreichen. Unterschieden werden zum Beispiel:
- Lenkungsgruppen (Steuerungs-/Leitungsgremien), die für die Entwicklung von Plänen, Investitionsentscheidungen etc. verantwortlich sind.
- Arbeitsgruppen, die sich auf die Ausführung bestimmter Aufgaben konzentrieren und zumeist in Abteilungen organisiert sind.
Informelle Gruppen entstehen spontan als Ergebnis zwischenmenschlicher Beziehungen. Üblicherweise zeichnen sie sich in privaten und sozialen Beziehungen aus. Wichtige Formen informeller Gruppen sind Interessengruppen und Freundschaftsgruppen.
Maslow-Pyramide
Maslows Pyramide beschreibt die Hierarchie der menschlichen Bedürfnisse, die als Motivatoren des Verhaltens gelten. Menschen streben danach, Zufriedenheit zu erreichen. Die Grundbedürfnisse sind:
- Physiologische Bedürfnisse: primäre Motive mit instinktivem Charakter (z. B. Nahrung, Schlaf).
- Sicherheitsbedürfnisse: Schutz vor Schaden und Bedrohungen, Sicherheit der Existenz und der Privatsphäre.
- Soziale Bedürfnisse: das Bedürfnis, Mitglied einer Gruppe zu sein, Wertschätzung von anderen zu erhalten sowie Zuneigung und Freundschaft zu geben und zu empfangen.
- Bedürfnisse nach Wertschätzung (Selbstwert): Bedürfnisse, die mit Selbstachtung und dem Ruf bei anderen zusammenhängen.
- Selbstverwirklichungsbedürfnisse: an der Spitze der Pyramide; das Bedürfnis, das eigene Potenzial zu entfalten, kreativ zu sein und persönliche Entwicklung zu erreichen.
Wenn ein Unternehmen in der Lage ist, die sozialen Bedürfnisse der Arbeitnehmer zu befriedigen, fühlen sich diese stärker motiviert, was sich positiv auf die Produktivität auswirken kann.
Taylor
Frederick W. Taylor gilt als Vorläufer der wissenschaftlichen Betriebsführung (Scientific Management). Sein Hauptziel war es, die Produktivität durch Rationalisierung der Arbeit zu steigern. Wichtige Aspekte sind:
- Zeit- und Bewegungsstudien zur Analyse von Arbeitsabläufen.
- Arbeitsgestaltung, Konstruktion und Projektierung der Arbeiten.
- Arbeit sollte in einzelne, einfache Vorgänge unterteilt werden.
- Der beste Weg, eine Aufgabe zu erledigen, sollte systematisch ermittelt und einheitlich angewendet werden.
- Wissenschaftliche Auswahl der Arbeitnehmer nach den besten Eigenschaften für die jeweilige Tätigkeit.
- Optimierung der Arbeitsbedingungen zur Leistungssteigerung.
Taylor sah den Arbeitnehmer oft als ausführende Maschine, die den Anweisungen gehorcht; die alleinige Motivation sei Lohn und Leistungszulagen.
Fayol
Henri Fayol verfolgte das Ziel, die Produktivität durch die Entwicklung einer geeigneten Organisationsstruktur zu erhöhen. Sein wichtigster Beitrag ist die Systematisierung von Managementprinzipien:
- Teilung der Arbeit (Spezialisierung)
- Autorität und Verantwortung
- Disziplin
Fayol legte außerdem grundlegende Funktionen einer Organisation fest, z. B. Technik, Handel, Finanzen, Buchführung und Verwaltung.
Mayo
Elton Mayo betrachtete die Auffassungen von Taylor und Fayol weiterführend und suchte nach Wegen, die Produktivität an jedem Arbeitsplatz zu steigern. Er war überrascht zu erkennen, dass die Arbeitsumgebung entscheidend zur Leistungsfähigkeit des Einzelnen beiträgt. Die Ergebnisse seiner Forschung zeigten, dass nicht nur physische Bedingungen die Leistung beeinflussen, sondern auch die industriellen Beziehungen und die informelle Organisation eine große Rolle spielen. Die Entdeckung der informellen Organisation zählt zu seinen wichtigsten Erkenntnissen.