Führung, Management und Gruppendynamik: Stile und Techniken
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Verborgene Motive und Interessen
Verborgene Motive sind Ziele, die nicht offen kommuniziert werden und oft im Widerspruch zu den Zielen der Gruppe oder den vereinbarten Regeln stehen. Dazu gehören Reaktionen auf Groll, Ressentiments, Ehrgeiz, Rache, Vorurteile oder Begierden.
Unterschied zwischen Führung und Management (Leitung)
Der Unterschied zwischen Führung und Management (Leitung):
- Führung (Leadership) beeinflusst das Verhalten von Menschen, um bestimmte Ziele zu erreichen.
- Management (Leitung) umfasst das Planen, Verwalten, Erleichtern von Personalaktivitäten und die Kontrolle der Untergebenen.
Formelle und Informelle Führung
Der Unterschied besteht in der Art der Führung:
- Formelle Führung: Eine Person, die das Recht zur Verwaltung und Kontrolle der Tätigkeiten ihrer Untergebenen besitzt. Sie verfügt über legitime Macht, Mitarbeiter durch Lohnerhöhungen oder sonstige Leistungen zu bestrafen oder zu belohnen. Beispiel: Der Geschäftsführer einer Gesellschaft.
- Informelle Führung: Entsteht spontan innerhalb einer Gruppe von Menschen in der Gesellschaft. Beispiel: Der Hausmeister eines Krankenhauses.
Führungsstile und Definitionen
- Partizipativer Stil: Der Vorgesetzte berät sich mit den Untergebenen und überträgt ihnen Verantwortung, behält aber das letzte Wort.
- Autokratischer Stil: Der Vorgesetzte legt Normen und Standards fest; die Mitarbeiter müssen gehorchen.
- Laissez-faire Stil: Die Mitarbeiter haben die Freiheit, Entscheidungen zu treffen; der Vorgesetzte informiert lediglich.
- Paternalistischer Stil: Der Vorgesetzte lässt die Mitarbeiter nicht an Entscheidungen teilhaben, nimmt aber eine schützende Haltung ein, interessiert sich für sie und konsultiert sie. Er trifft jedoch alle Entscheidungen selbst.
- Bürokratischer Stil: Es herrscht keine Kommunikation; Regeln und Vorschriften dominieren über die Menschen.
Gruppentypen nach Zweck
Gruppentypen nach ihrem Zweck:
- Produktion
- Fehlerbehebung (Problemlösung)
- Lösung von Konflikten
- Organisatorische Veränderungen und Entwicklung
Phasen der Gruppenbildung
Die Phasen der Gruppenbildung:
- Früh- oder Anfangsphase (Forming)
- Zweite Stufe oder Konfliktphase (Storming)
- Dritte Stufe oder Entwicklungsphase (Norming)
- Stadium IV oder Arbeitsphase (Performing)
Gruppendynamische Techniken (Dynamisierung)
Dramatisierung (Rollenspiel)
Die Dramatisierung besteht darin, eine reale Situation nachzustellen. Gruppenmitglieder übernehmen Rollen, und anschließend werden die Reaktionen und Gefühle der Akteure diskutiert. Sie dient dazu, die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu verbessern, Konflikte zu lösen und die Integration von Randgruppen in die Gesellschaft zu fördern.
Die Philips 66 Methode
Die Gruppe wird in Teams von sechs Personen aufgeteilt, die ein Thema in sechs Minuten besprechen. Anschließend präsentieren die Koordinatoren der einzelnen Gruppen die Ergebnisse, um zu einem Abschluss zu kommen. Sie wird verwendet, um Ideen für zu erfüllende Aufgaben zu identifizieren, den Grad der Zufriedenheit der Gruppenmitglieder zu ermitteln und die geleistete Arbeit zu bewerten.
Brainstorming (Sturm der Ideen)
Eine Gruppe von 8–10 Personen befasst sich mit einem vom Moderator vorgegebenen Problem, um originelle Ideen oder Lösungen zu entwickeln. Es dient dazu, die Kreativität der Mitarbeiter zu fördern und Arbeitsprobleme zu lösen.
Fallstudie (Case Study)
Besteht aus der Analyse einer realen Situation, die einer Gruppe von maximal 12 Personen präsentiert wird. Jede Person erhält eine bestimmte Zeit, um ihre schriftliche Analyse zu erstellen. Sie ermöglicht es, Schlussfolgerungen zu ziehen und diese auf ähnliche Situationen anzuwenden.
Kriterien zur Auswahl einer Gruppentechnik
Welche Faktoren müssen bei der Wahl einer gruppendynamischen Technik berücksichtigt werden?
- Das vorgeschlagene Ziel.
- Die Reife und die Merkmale der Gruppenmitglieder.
- Die Größe der Gruppe.