Macht, Führung und Sozialer Einfluss: Definitionen und Stile

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Macht, soziale Macht und Leadership

Definitionen und Grundlagen der Macht

Macht als Fähigkeit und Einfluss

Macht (lateinisch: posse) bezeichnet die Fähigkeit oder Kraft, schnell etwas zu bewirken oder zu tun. Thomas Hobbes definierte Macht als „die Wahrscheinlichkeit der Durchsetzung des eigenen Willens auch gegen alle Widerstände“. Max Weber sah darin die Fähigkeit, anderen seinen Willen aufzuzwingen, selbst wenn Widerstand besteht.

Macht in sozialen Beziehungen

Macht ist ein Merkmal sozialer Beziehungen und kann als die Fähigkeit zur Beeinflussung anderer verstanden werden. Im Behaviorismus wird dies oft als Kontrolle der Verstärkung betrachtet. Michel Foucault bemerkte: „Es gibt keine Machtverhältnisse ohne Widerstände.“

Autorität und Legitimität

Legitime Macht (Autorität)

Autorität ist legitime Macht, die auf Zustimmung oder Genehmigung beruht. Die Basis der Autorität beinhaltet:

  • Das Recht, Anweisungen zu geben.
  • Die Fähigkeit, eine gewisse Ordnung aufrechtzuerhalten.
  • Die Festlegung von Zielen für rechtmäßige Tätigkeiten der Autorität.

Legitime Autorität wird durch die freiwillige Gehorsamkeit der Gruppe validiert. Ursachen hierfür können sein: emotionale Gründe, religiöse Überzeugungen, rationale Gründe oder Werte (z. B. in demokratischen Systemen).

Autoritarismus

Autoritarismus bezeichnet den Missbrauch von Macht, die nicht legitim ist, oft durch Zwang.

Sozialer Einfluss und Führung

Sozialer Einfluss

Sozialer Einfluss ist der Prozess, bei dem Meinungen, Einstellungen und Verhaltensweisen von Individuen oder Untergruppen als Produkt der Interaktion in der Gruppe verändert werden.

Führung (Leadership)

Führung bezieht sich darauf, wie soziale Situationen von jemandem beeinflusst werden, um ein Ziel zu erreichen. Ein Leader ist ein Mitglied, das einen größeren Einfluss auf die anderen Mitglieder hat. Die Frage ist: Erschafft jede Gruppe einen Führer?

Die Gruppe verlangt einen Führer als:

  • Vermittler
  • Koordinator
  • Quelle der Orientierung

Wichtige Fähigkeiten für Führung sind:

  • Zuhören
  • Unterstützung (Support)
  • Differenzierung

Merkmale und Stile der Führung

Erste Studien: Persönlichkeitsmerkmale

Frühe Studien zeigten keine direkte Korrelation zwischen spezifischen Persönlichkeitsmerkmalen und Führung. Diese wurden übertroffen durch:

Kapazität
  • Intelligenz
  • Ausbildung
  • Sprachkenntnisse
  • Verbale Fähigkeiten
Geselligkeit
  • Zuverlässigkeit
  • Partizipation
  • Kooperation
Motivation
  • Initiative und Zähigkeit
Selbstsicherheit

Führungsverhalten: Aufgaben- vs. Beziehungsorientierung

Führung wird in zwei Hauptdimensionen unterteilt:

Aufgabenorientierte Richtung

Der Führer klärt die Rolle der anderen, gibt Anweisungen (Was, Wie und Wann zu tun ist). Dies ist oft eine Ein-Wege-Kommunikation.

Beziehungsorientiertes Verhalten

Der Führer bietet psychologische Unterstützung, nimmt an Zwei-Wege-Kommunikation teil, hört zu, erleichtert und unterstützt die emotionale Entwicklung der Gruppenmitglieder. Diese Dimensionen schließen sich nicht gegenseitig aus.

Transformationale Führung

Abgrenzung zur Transaktionalen Führung

Transformationale Führung geht über den bloßen Austausch von Belohnungen (transaktionale Führung) hinaus. Sie bewirkt eine Veränderung der Werte, Haltungen und Überzeugungen der Mitarbeiter, was zu höherer Leistung und Zufriedenheit führt, durch:

  1. Die Partner verstehen die Bedeutung der zu erreichenden Ziele.
  2. Sie werden ermutigt, eigene Interessen zugunsten der gemeinsamen Interessen zu überwinden.
  3. Veränderung der Bedürfnisse und Werte der Mitarbeiter.

Merkmale der Transformationale Führung

Charisma (Idealisierter Einfluss)

Persönliches Engagement oder Identifikation, das Vertrauen, das der Führer in der Gruppe weckt. Begriffe: „Handelt so, als ob er meinen Respekt verdient“ oder „Stellt den Nutzen der Gruppe über sein eigenes Interesse“.

Inspiration (Inspirierende Motivation)

Der Führer ist fähig, Anhänger zu motivieren, die vorgeschlagene Vision zu erreichen. Begriffe: „Spricht enthusiastisch über die Zukunft“ oder „Spricht über die wichtigsten bisher erzielten Erfolge“ (erzeugt Enthusiasmus).

Geistige Stimulation

Der Anführer befähigt seine Untergebenen, ihre Fähigkeiten zur Lösung auftretender Probleme einzusetzen, damit sie wachsen können. Begriffe: „Lernen Sie, Probleme aus vielen verschiedenen Blickwinkeln zu sehen“ oder „Holen Sie unterschiedliche Perspektiven bei der Problemlösung ein“.

Individuelle Beachtung (Individuelle Förderung)

Die Fähigkeit des Anführers, jedes Gruppenmitglied individuell zu unterstützen und zu beraten. Begriffe: „Er behandelt mich mehr als eine Person denn als Mitglied einer Gruppe“ oder „Er hilft mir, meine Fähigkeiten zu entwickeln“.

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