Die Galicische Generation von 1950: Merkmale und Vertreter
Eingeordnet in Spanisch
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 3,93 KB
A) Merkmale der Generation
- Sie erlebten den Spanischen Bürgerkrieg nicht unmittelbar.
- Viele waren Studenten und nahmen am Minerva-Schreibwettbewerb teil, der von der USC organisiert wurde und narrative sowie poetische Werke in Galicien prämierte.
- Sie zeigten großes Interesse an der zeitgenössischen europäischen Kultur und entwickelten ein kritisches Bewusstsein für die spanische Realität der Zeit.
- Die meisten von ihnen gründeten während ihres Aufenthalts in Madrid die Gruppe Brais Pinto und schufen eine gleichnamige literarische Sammlung.
B) Poetische Entwicklung
Die Generation von 1950 leitete die größte thematische und formale Erneuerung in der galicischen Poesie ein, obwohl jedes Mitglied einem eigenen poetischen Weg folgte. Es lassen sich zwei sehr unterschiedliche Tendenzen feststellen:
Die 1950er Jahre: Poesie der Entwurzelung
Die Poesie dieser Zeit stand unter dem tiefgreifenden Einfluss der Ideen der Existenzphilosophie und des Absurden. Es ist eine Poesie der Entwurzelung und Angst, die als Tebra (Schule der Dunkelheit/Angst) bezeichnet wird.
Die 1960er Jahre: Soziale Poesie
Diese Poesie entwickelte sich zu einer sozialen Poesie, die den Mangel an Freiheit anprangerte. Hier ist der Einfluss von Celso Emilio Ferreiros Werk A longa noite de pedra (Die lange Nacht aus Stein), veröffentlicht 1962, deutlich erkennbar.
C) Wichtige Vertreter
Uxío Novoneyra
Geboren in Courel, zog er mit 19 Jahren nach Madrid und arbeitete mit der Gruppe Brais Pinto zusammen. In seinen Gedichten lassen sich zwei Hauptaspekte hervorheben:
- Die Landschaft: Sie drückt die Sehnsucht nach der rauen Natur seiner Heimat aus. Repräsentative Werke: Os eidos (Die Felder), Elegy and Other Poems.
- Soziale und politische Gedichte: Gesammelt in Werken wie O Courel Compostela, caligráfico.
Er pflegte auch die Liebeslyrik (z. B. A muller ausente – Die abwesende Frau). Formal zeichnet sich Novoneyras Poesie durch den Einsatz von Phonosymbolik und die räumliche Gestaltung der Verse aus.
Avilés de Taramancos
Er lebte zwischen Madrid und Kolumbien. Seine Poesie ist eine Lebensphilosophie, gefüllt mit Bildern, die die tiefe Verbindung des Dichters zur Natur herstellen. Zu seinen Werken zählen: O tempo no espello (Die Zeit im Spiegel), As torres no ar (Die Türme in der Luft), Último voo de Harar (Letzter Flug von Harar).
Manuel María
Seine Dichtung entwickelte sich von einer Phase des intimen, melancholischen Tons (Werke wie Advento, Terra Chá) hin zu einer Poesie mit sozialem und anklagendem Charakter (z. B. Documentos persoais – Persönliche Dokumente).
Bernardino Graña
Er schrieb Theaterstücke und Erzählungen, die meist der Kinderliteratur zuzuordnen sind. Seine wichtigsten Arbeiten entwickelte er jedoch in der Dichtung. Zu seinen repräsentativsten Werken zählen: Profecía do mar (Prophezeiung des Meeres), Vigo e Cangas.
Xohana Torres
Sie ist die wichtigste weibliche Stimme dieser Generation. Zu ihren poetischen Werken gehören: A rúa (Die Straße), O mar (Das Meer) und Estacións (Stationen). Ihr Roman Adiós, María ist ebenfalls hervorzuheben.
Andere Stimmen
- X. L. Méndez Ferrín mit seinem Werk Con pólvora e magnolias (Mit Schießpulver und Magnolien)
- Salvador García Bodaño mit Ao pé de cada hora (Am Fuß jeder Stunde)
- Arcadio López Casanova mit Mester
- Xosé Luís Franco Grande mit Entre o si e o non (Zwischen dem Ja und dem Nein)