Galicische Literatur: Risco, Pedrayo und Linguistische Varietäten
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Galicische Literatur und Linguistische Varietäten
Vicente Risco: Erzählung über das Okkulte und das Bürgertum
Vicente Risco erzählt von der Leidenschaft für das Okkulte, wie es dem Arzt Alveiros widerfährt. Die humorvolle Geschichte, deren Protagonist über großes esoterisches Wissen verfügt, bewegt sich an der Grenze zur Welt der Toten. Sie lässt die Mumie von Tutanchamun in Erscheinung treten und behandelt Motive aus Legenden und Folklore (wie Gold, Pech/Teer und das Schwein).
Satire auf das Bürgertum in „O Doutor Alveiros“
Der Roman ist eine Satire auf das Bürgertum, verkörpert durch Don Celedonio, den Lebensmittelhändler, der Kastilien repräsentiert und Bürgermeister einer portugiesisch-bulgarischen Stadt ist. Der Materialismus des Bürgertums steht im Gegensatz zum spirituellen Arzt Alveiro, der den Geist des Menschen verkörpert, der Gefahr läuft, der bürgerlichen Welt zum Opfer zu fallen.
Ramón Otero Pedrayo: Os Camiños da Vida (Wanderungen des Lebens)
Dies ist Ramón Otero Pedrayos erster Roman und gilt als der erste große Roman der galicischen Literatur.
Historischer Kontext und Argumentation
- Der Roman thematisiert die tiefgreifenden Veränderungen in Galicien im 20. Jahrhundert.
- Im Fokus stehen der Niedergang des Rittertums und der Aufstieg des Bürgertums.
- Er bietet ein Porträt der Generation und des Autors, die sich dem Galeguismo zuwandten.
Die ideologische Evolution des Protagonisten
Der Protagonist, Adrián Solovio, reist durch Spanien und Europa und durchläuft eine ideologische Evolution. Die physische Reise unterstützt seine innere Reise der Vervollkommnung und Initiation, die seine Persönlichkeit reift und ihn zu einer bewussten Wiedervereinigung mit sich selbst und seinem Land (Río) führt.
Linguistische Vielfalt und Sprachregister
Die Sprache weist eine historische Bandbreite und Vielfalt im Laufe der Zeit auf.
Die drei Dimensionen der Sprachvarietäten
- Diatopische Varietäten: Varianten, die die Sprache je nach geografischem Standort darstellen (Dialekte).
- Diastratische Varietäten: Zeigen, dass nicht alle Sprecher die gleiche Sprache verwenden (z. B. Gottesdienst, Schule, Umgangssprache, Vulgärsprache).
- Diaphasische Varietäten: Verschiedene Sprechweisen, die eine Person je nach Kommunikationskontext wählt (Stil, Register).
Formelle und Informelle Register
Formelles Register
Wird in Situationen verwendet, die besondere Sorgfalt im Ausdruck erfordern:
- Sprachliche Korrektheit und präzise Aussprache.
- Lexikalischer Reichtum und Präzision.
Informelles Register
Wird hauptsächlich mündlich verwendet und zeichnet sich aus durch:
- Einfachheit und Kürze der Sätze.
- Häufige Verwendung von Phrasen.
- Begrenzten Wortschatz und starken emotionalen Ausdruck.
Jargon und Standardsprache
Jargon (Fachsprache/Argot)
Eine Sprache, die von Mitgliedern einer Gruppe verwendet wird, oft um von Außenstehenden nicht verstanden zu werden (z. B. Fachjargon von Profis oder Handwerkern).
Standardsprache
Die Standardsprache ist das Ergebnis eines Prozesses der Kodifizierung und Standardisierung der Sprache.