Galicische Lyrik: Spätes 20. & frühes 21. Jahrhundert

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Die Poesie des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts

Das letzte Drittel des zwanzigsten Jahrhunderts und der Anfang des einundzwanzigsten Jahrhunderts sind durch einen echten dichterischen Ausdruck und die Entwicklung eines Genres gekennzeichnet, das zum Zerfall des früheren Sozialrealismus sowie zu einer thematischen und formalen Diversifizierung führte.

Die Entwicklung vor 1976

Die Poesie vor 1976 konzentrierte sich auf den Anspruch der Standardisierung der Sprache und die Eroberung neuer Nutzungsgebiete. Zwei grundlegende Elemente bilden die Vorgeschichte der späteren poetischen Produktion: die Lehre der Älteren und der Niedergang der sozialrealistischen Poesie. Das Werk Novis: Die portugiesische Poesie benennt eine Gruppe von Autoren, die „Novis“, welche eine tiefere Intimität und neue formale Qualitäten einführten.

Die Wende im Jahr 1976

Im Jahr 1976, nach der Veröffentlichung von Schießpulver und Magnolien (Ferrín) und Mester (López-Casanova), entstanden neue Ressourcen für die formale und ästhetische Dimension des Gedichts sowie neue Themen intimen, existenziellen, metaphysischen, mythologischen und kulturellen Charakters. Die Autoren dieser neuen Periode schlossen sich in Gruppen zusammen, wie etwa „störend“ (Ruptura), deren erstes Werk Ruptura das liras innovative Vorschläge enthielt. Weitere Gruppen waren Nelke Fonds (Cravo Fondo), Alén sowie Von Liebe und Hass. Bemerkenswert ist auch die Rolle von Zeitschriften wie Dorna, Festa da Palabra Silenciada oder Loia, gegründet von John M. und Queizán.

Die Generation der achtziger Jahre

Die Autoren der 80er-Jahre lehnen die vorherige Ästhetik ab. Sie teilen Merkmale wie den Kulturalismus, der sich in Intertextualität äußert, sowie die Präsenz neuer Wissenschaften wie Philosophie oder Musik. Sie beschäftigen sich intensiv mit der Form und integrieren Themen wie Intimität, Kultur, Soziales, Reflexion und Umwelt. Die Dichter dieser Gruppe tendieren dazu, sich in verschiedene Strömungen aufzuteilen:

  • Kulturelle Linie: Autoren wie Ramiro Fonte (Die Städte aus dem Nichts, Garten, Hobby), Miguel Anxo Fernán-Vello (Der Wunsch, Körper und Schatten) oder Xosé María Álvarez Cáccamo (Notizbücher des Zorns).
  • Poesie des Alltags: Repräsentiert durch Manuel Rivas (Karneval, Balladenbuch der Strände des Westens). Seine Dichtung thematisiert den Alltag, Konflikte zwischen Menschen und Räume zwischen Stadt und Land.
  • Intime Poesie: Hier stehen Frauen im Vordergrund, wie Pilar Pallarés (Zwischen Sonnenuntergang und Dämmerung), deren Werk von Gefühlen der Liebe und des Leidens geprägt ist, sowie Ana Romaní (Wort auf das Meer).
  • Erotik und Natur: Hervorzuheben ist Claudio Rodríguez Fer, der der erotischen Poesie besondere Aufmerksamkeit schenkt (Gedichte der Liebe ohne den Tod, Reisen).

Die 90er Jahre und neue Tendenzen

In den 90er-Jahren formierten sich neue Dichter in Gruppen wie Ronseltz oder Dolmen. Es entstanden neue Verlage für oft unveröffentlichte Autoren. Man entschied sich für eine nüchterne, vertraute Sprache mit dialektalen Varietäten. Autoren wie Miro Vilar (Fehlzeiten) oder Christiane Torloni (Der Turm) suchten nach einer Weiterentwicklung formaler Aspekte.

Es entstand eine libertäre Rede, welche die Bedeutung der Sprache unterstrich. In dieser Linie steht das Kollektiv Ronseltz, das Stereotypen durch Humor und Parodie vermeiden will, sowie Yolanda Brown (Castaño). Ihr Werk befasst sich mit Entwicklungen seit der Adoleszenz, erotischen Erfahrungen, Konsumkritik und Reflexionen über Schönheit, wie in Wir leben Freuden oder Der Zyklus von Erofonías.

Hermetische Lyrik

Die Linie der hermetischen Sprachverständlichkeit zeichnet sich durch Dichte und einen Mangel an logischer Reihenfolge aus. Hier ist besonders Chus Pato mit Werken wie Stunden der Schrift hervorzuheben.

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