Galizische Prosa: Entwicklung im späten 20. und frühen 21. Jahrhundert
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Die Ankunft der Demokratie in Portugal führte zu weitreichenden legislativen und ökonomischen Veränderungen, die wiederum soziale und kulturelle Fortschritte ermöglichten. Diese Entwicklung förderte eine lebendige Kulturszene, insbesondere in der Prosa.
Entstehung neuer Erzähler in den 1980er Jahren
Zwei entscheidende Faktoren prägten die Entstehung neuer Erzähler in den 1980er Jahren:
- Die Gründung von Verlagen, die bereit waren, in die Literaturwirtschaft zu investieren.
- Die Etablierung von Literaturpreisen für narrative Werke.
Dies führte zur Entstehung einer neuen und heterogenen Gruppe von Erzählern, die von der Literaturkritik oft als „Förderung der preisgekrönten Erzählung“ bezeichnet wurden. Zu ihnen gehören Autoren wie Alfredo Conde, Xavier Alcalá, Víctor F. Freixanes, José M. Oca Martínez und Francisco Martín.
Alfredo Conde
Ein herausragendes Werk von Alfredo Conde ist der Roman Der Greif im Wind (1984), der mit dem Nationalen Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Das beherrschende Thema seiner Werke ist das Problem der Einsamkeit und der Freiheit des Individuums in Bezug auf die Welt um es herum.
Xavier Alcalá
Die Werke von Xavier Alcalá zeichnen sich wiederum durch eine deutliche autobiografische Komponente aus, wie in seinem Roman Unser Grau (1980). Darin zeichnet er ein attraktives und dynamisches Porträt der jungen Generation, die nach dem Krieg geboren wurde.
Víctor F. Freixanes
Víctor F. Freixanes etablierte sich als Erzähler mit seinem ersten Roman, Einbeschriebenes Dreieck auf dem Kreis (1981). Dieses Werk präsentiert in einem epischen Ton zwischen Legende und Geschichte die Erzählung einer galizischen Seefahrer-Dynastie.
Neue Strömungen in den 1990er Jahren
Bereits in den 1990er Jahren trat eine neue Autorengruppe in Erscheinung, die für die Einführung neuer Themen und Ausdrucksformen in der galizischen Erzählliteratur verantwortlich war. Gemeinsam ist ihnen, dass die Mehrheit nach 1950 geboren wurde, in den 1980er Jahren mit dem Erzählen begann und ihre kreative Arbeit auch andere Felder wie Poesie, Journalismus oder Theater umfasst.
Es entstanden neue Formen und Themen, darunter:
- Der Kriminalroman (oder Polizeithriller)
- Der Chronik-Roman
- Der Science-Fiction-Roman
Entsprechend der Vielfalt der Stile und Themen verwenden die Autoren eine reiche Bandbreite sprachlicher Register. Carlos G. Reigosa, Darío Xohán Cabana, Suso de Toro, Manuel Rivas, Manuel Forcadela und Xosé Cid sind einige der wichtigsten neuen Geschichtenerzähler.
Carlos G. Reigosa
Carlos G. Reigosa experimentierte mit verschiedenen Erzählformen. Sein relevantester Kriminalroman war Verbrechen in Santiago de Compostela (1983), der das Genre des Kriminalromans in die galizische Literatur einführte.
Darío Xohán Cabana
Darío Xohán Cabana wiederum konzentriert sich in seinen Erzählungen auf den Aufbau eines eigenen Universums, das zwischen Realität und Imagination oszilliert. Er greift gerne auf die historische Vergangenheit zurück, wie in seinem Roman Galván in Saor (1989).
Suso de Toro
Suso de Toro schrieb Kurzgeschichtensammlungen wie Polaroid (1986) und Tic-Tac (1993) sowie Romane wie Lolas Schuhe (1997) und Ist nicht zurückgekehrt (2000). Er konzentriert sich auf die Darstellung der heutigen galizischen Gesellschaft mit ihrem urbanen Umfeld, das von Konsum, Oberflächlichkeit, Gewalt und Absurdität geprägt ist.
Manuel Rivas
Schließlich ist die Erzählung von Manuel Rivas zu nennen, mit Werken wie Was willst du von mir, Baby? (1996), der Kurzgeschichtensammlung Das Bilderbuch und dem Roman Der Bleistift des Zimmermanns (1998). In seinem Werk ist die Spannung zwischen Tradition und Modernität, zwischen ländlichen und städtischen Bereichen der Gesellschaft, allgegenwärtig.
Kinder- und Jugendliteratur
Es muss schließlich die Kinder- und Jugendliteratur erwähnt werden, die zweifellos einen glänzenden Moment erlebt. Dies ist vor allem auf die Förderung des Lesens, das Erscheinen von Autoren und Sammlungen, die sich speziell an Kinder und Jugendliche richten, sowie auf spezifische Literaturpreise zurückzuführen.
Einige der bereits erwähnten Autoren, die auch für Kinder und Jugendliche schreiben, sind Darío Xohán Cabana, Suso de Toro und Manuel Rivas. Weitere Autoren mit anerkanntem Ansehen sind zum Beispiel Xabier P. Docampo, Fina Casalderrey, Agustín Fernández Paz, Miguel Vázquez Freire und Manuel Lorenzo.